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Datum:
13.01.2014
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https://www.digital-lernen.de/nachrichten/diverses/artikel/gastbeitrag-lernen-mit-mobile-endgeraeten-zwischen-mehrwert-und-mehrlast.html
Title:
Gastbeitrag: Lernen mit mobile Endgeräten – zwischen ‚Mehrwert‘ und ‚Mehrlast‘
Kategorie:
Gastbeitrag / Interview

Gastbeitrag: Lernen mit mobile Endgeräten – zwischen ‚Mehrwert‘ und ‚Mehrlast‘

Kerstin Mayrberger
Kerstin Mayrberger     
© Kerstin Mayrberger

Doch auf den zweiten Blick zeigt sich zugleich, dass gerade diese relativ kleinen, flexiblen und häufig störungsfreien Endgeräte jede Form von Unterricht, idealerweise aber einen solchen, der in seinen Grundzügen ‚zeitgemäß‘ ist und eine stärker lernerorientierte Form von Lehren, Lernen und Prüfen ermöglicht, sinnvoll bereichern kann. Gerade diese Geräte eignen sich also durchaus mit kleineren Szenarien im Unterricht zum Einstieg zu beginnen, die beispielsweise Gruppen von Schülerinnen und Schüler mit Geräten Pflanzen im Schulgarten oder auf dem Schulhof fotografieren, beschriften und ihre Fragen notieren. Erst nach und nach sammeln die Schülerinnen und Schüler wie auch die Lehrpersonen ihre Erfahrungen und die Szenarien unter Verwendung mobiler Endgeräte, möglicherweise ergänzt durch Soziale Medien wie Weblog, Wiki oder Lernplattform wie ‚moodle‘ und können dann das gesamte Spektrum der methodischen Vielfalt beim Lernen mit mobilen Endgeräten ausschöpfen.

Dass es sich lohnt, sich auf diese Entwicklung einzulassen, zeigt auch ein Blick in die aktuellen Mediennutzungszahlen von Jugendlichen (JIM-Studie 2013, S. 59ff.): 96% der Jugendlichen von 12 bis 19 Jahren besitzen heute ein Handy und davon mittlerweile 72% ein internetfähiges Smartphone. Für sie spielen Messenger-Apps wie Community-Apps die wichtigste Rolle, wobei das Handy insgesamt als persönlicher Gegenstand betrachtet wird. Schon jetzt besitzen auch die ersten Jugendlichen heute ein eigenes Tablet (14%), wobei die Ausstattung mit Tablets in den Haushalten, in denen Jugendlichen leben, sich von 19 auf 36 gegenüber 2012 gesteigert hat.

Hier lässt sich nicht mehr nur von einem ‚Hype‘ sprechen, den Medien für Kommunikation, Information, und letztlich auch Unterhaltung haben, sondern es ist eine Tatsache, dass Jugendliche zunehmend mobile Endgeräte und allen voran Smartphones in ihrer Freizeit und dort auch zumindest für kommunikative schulische Belange nutzen. Die Schule kann in diesem Feld der Aufgabe nachkommen, den Schülerinnen und Schülern alternative Nutzungsweisen für diese Geräte zu ermöglichen – vielleicht auch um zu zeigen, dass die Grenzen zwischen Schule, Alltag und Freizeit nicht mehr so klar zu ziehen sind. Aber das ist wieder eine andere Herausforderung, die an dieser Stelle nicht weiter ausgeführt werden kann.

(Weiterführende) Quellen

mpfs 2o13:

MPFS – Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (2013): JIM-Studie 2013 – Jugend, Information, (Multi-)Media. Basisstudie zum Medienumgang 12- bis 19-Jähriger in Deutschland. Verfügbar unter: http://www.mpfs.de/fileadmin/JIM-pdf13/JIMStudie2013.pdf [02.12.2013]

Mayrberger, K. (2013). Unterwegs lernen? Mobile Endgeräte im Unterricht. PRAXIS Fremdsprachenunterricht - Basisheft [Themenheft Mobiles Lernen], Heft 1/2013, 5-7.

Mayrberger, K. (2013). Digitale Medien. Investition in die Qualität von Schule und Unterricht. In schulmanagement. Die Fachzeitschrift für Schul- und Unterrichtsentwicklung [Themenheft digital = besser?], Heft 1/2013, 8-11.

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