Über diesen Artikel
Datum:
02.10.2013
Autor:
Thorsten Greb
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URL:
https://www.digital-lernen.de/nachrichten/technik/einzelansicht/artikel/das-war-die-medienbildungsmesse-2013.html
Title:
Das war die MedienBildungsMesse 2013
Kategorie:
Technik
MedienBildungsMesse 2013     

Das war die MedienBildungsMesse 2013

MedienBildungsMesse 2013
MedienBildungsMesse 2013     
© neolern GmbH, Thorsten Greb

Es gibt wohl kaum einen Austragungsort der geeigneter für eine Bildungsmesse ist als eine Universität, die gleichzeitig noch nach dem Universalgenie seiner Zeit, Johann Wolfgang von Goethe, benannt ist. Insofern bot die Goethe-Universität Frankfurt einen würdigen Rahmen, den die Veranstalter durch ein spannendes Programm, schulpraxisnahe Inhalte und eine exzellente Organisation auszufüllen wussten. Deutlich mehr als 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, Fachreferenten aus Hessen und dem ganzen Bundesgebiet sowie mehr als 70 kommerzielle und nichtkommerzielle Aussteller waren in die Mainmetropole gekommen, um sich über aktuelle und zukünftige Entwicklungen in der Medienbildung auszutauschen. Das Magazin DIGITAL LERNEN war ebenfalls vor Ort und hat für Sie einige Impressionen eingefangen.

Eröffnet wurde die diesjährige MedienBildungsMesse mit Grußwörtern von Prof. Dr. Alexander Lorz, Staatssekretär im hessischen Kultusministerium, und Prof. Dr. Tanja Brühl, Vizepräsidentin der Goethe-Universität Frankfurt. In der Diskussion um digitale Medien stünden häufig die Risiken im Vordergrund, was vor allem daran liege, dass diese „sich gut illustrieren lassen“, so Staatssekretär Lorz und fügt weiter hinzu, dass in der Schule die Grundlagen für einen reflektierten Umgang mit digitalen Medien gelegt werden müssten, damit junge Menschen frühzeitig eine eigene Urteilsfähigkeit entwickeln können. Universitätsvizepräsidentin Brühl blickte auf die Rolle der Hochschulen in diesem Prozess: Der Leitmedienwechsel in den schulischen Bildungseinrichtungen bedeute nicht nur gravierende Veränderungen für die Schulen und den Unterricht, sondern auch für die Universitäten, die damit vor vielfältigen Herausforderungen stehen würden, so Brühl. Die Lehre und universitäre Lehrerausbildung müsse vor diesem Hintergrund neu gedacht werden. Das qualitativ Neue an der gegenwärtigen Situation – verglichen mit anderen Leitmedienwechseln in der Vergangenheit – sei, dass der Transformationsprozess hin zum Lernen mit digitalen Medien eine dezidierte Vermittlung von Medienkompetenz notwendig mache.

„Ist das die große Veränderung, über die wir sprechen?“ Und „stellen wir die richtigen Fragen oder haben wir es uns bequem eingerichtet?“. Um diese beiden Fragen drehte sich der betont kritische Hauptvortrag „Digitale Medien in der Schule – hoh(l)e Erwartungen?“ von Prof. Dr. Petra Grell, Medienpädagogin am Institut für Allgemeine Pädagogik und Berufspädagogik im Fachbereich Humanwissenschaften der Technische Universität Darmstadt. Grell vermisse im gegenwärtigen Transformationsprozess einen angemessen Umgang mit den neuen Strukturen, welche bislang nicht gut erfasst würden. Vielmehr orientiere sich die Integration und Nutzung digitaler Medien in den Schulen noch immer an tradierten Denk- und Handlungsmustern. Was Grell damit meint, zeigte sie an zwei plakativen Beispielen. Dem Befund einer zunehmend vernetzten Welt, in der das World Wide Web omnipräsent und so zu einem Teil von uns geworden ist, stellte sie die noch immer gängige Begriffsformel „ins Internet gehen“ gegenüber und schließt an, dass auch die 1-zu-1 Kommunikation via E-Mail - als moderne Form des Briefeschreibens - ein Relikt dieser tradierten Muster sei. Aber auch am Beispiel von Wikipedia lasse sich das Denken in alten Mustern erkennen. So herrsche gemeinhin die Vorstellung von Wikipedia als klassisches Wissenslexikon vor. Tatsächlich aber handele es sich weniger um einen stabilen sondern und um einen flexiblen Wissensbestand, für den zu erfassen es neue Umgangstechniken bedürfe. Ein bloßes Nachschlagen, wie in einer gedruckten Wissensenzyklopädie, verfehle den Kerngedanken von Online-Wissensdatenbanken, die ständigen Veränderungen unterliegen. Als große Herausforderung für die schulische Medienbildung sieht Grell, die Schülerinnen und Schüler mit Umgangstechniken für eine technologische Zukunft auszustatten, von der wir heute noch nicht wüssten, wo sie hinführe.

Neben den spannenden Vorträgen überzeugte die Veranstaltung durch ein thematisch breitgefächertes Forenangebot zu Themen wie Cybermobbing, Lernplattformen, neue Medien im schulischen Bildungskontext oder der zukünftigen Rolle der Medienzentren, die sich mit dem Wandel von klassischen Medien- und Bildstellen zu IT-Dienstleistern für Schulen konfrontiert sehen. Auf der veranstaltungsbegleitenden Messe präsentierten kommerzielle und nichtkommerzielle Aussteller ihre Angebote, Dienstleistungen und Produkte. Vertreten waren unter anderem das Hessische Kultusministerium, die Medieninitiative Schule@Zukunft sowie die Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung der Goethe-Universität Frankfurt. Bei den kommerziellen Ausstellern waren neben der REDNET AG, der Mastersolution AG, Dr. Kaiser, itslearning, heinekingmedia und TIME for kids zahlreiche andere Unternehmen angereist, um an ihren Ständen über Neuigketen aus der Welt der Schul-IT zu informieren. Eine Tombola rundete den Ausstellungsteil der MedienBildungsMesse 2013 ab. Zu gewinnen gab es beispielsweise Fortbildungsgutscheine, Tablet-Computer und Bildungssoftware.

Michael Finselbach, verantwortlich für die Ausstellungsorganisation, zeigte sich im Anschluss der Veranstaltung sehr zufrieden mit der diesjährigen MedienBildungsMesse. Erfreulich sei gewesen, dass neben den ohnehin schon 500 eingeplanten Teilnehmerinnen und Teilnehmern viele weitere Interessierte kurzfristig den Weg in das Hörsaalzentrum der Goethe-Universität Frankfurt gefunden hätten.

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02.10.2013
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Thorsten Greb
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