Über diesen Artikel
Datum:
12.10.2011
Autor:
Sven Trojanowski
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URL:
https://www.digital-lernen.de/nachrichten/schulpraxis/einzelansicht/artikel/projekt-unit21-lernstadt-unna-macht-sich-fit-fuer-die-zukunft.html
Title:
Projekt Unit21 – Lernstadt Unna macht sich fit für die Zukunft
Kategorie:
Schulpraxis
Medien- und Fachunterricht in der 5. Klasse eines Unnaer Gymnasiums

Projekt Unit21 – Lernstadt Unna macht sich fit für die Zukunft

Medien- und Fachunterricht in der 5. Klasse eines Unnaer Gymnasiums

Medien- und Fachunterricht in der 5. Klasse eines Unnaer Gymnasiums

Am Anfang stand die Erkenntnis: Kreide, Tafeln und analoge Projektoren – das wird nicht unbedingt die Zukunft des Lernens sein. Am Ende stand Unit21: ein gemeinsamer, virtueller Bildungscampus mit 21 per Glasfaser oder DSL vernetzten Schulen, eine hochmoderne, digitale Infrastruktur und ein zentrales Rechenzentrum, das nahezu jede Hardware im Netz einzeln ansteuern kann. Dazwischen lagen monatelange Arbeit, drei Millionen Euro, eine Handvoll Querdenker und wagemutige Politiker und Wirtschaftsunternehmer der Stadt Unna. Gemeinsam schufen sie mit Unit21 eine Marke, die neue Maßstäbe beim digitalen Lernen setzt.

Inzwischen ist die mit 280 MBit/s starke W-LAN-vernetzte Lernstadt weit über die Landesgrenzen Nordrhein-Westfalens hinaus bekannt: Denn hier können sich rund 600 Lehrer und mehr als 9.000 Schüler der Klassen 1 bis 13, angefangen von den Grund-, der Förderschule bis hin zu Gesamtschulen, Gymnasien und dem Weiterbildungskolleg, auf jedem Schulcampus in das flächendeckende W-LAN-Netz der Stadt Unna einwählen. Das digitale und selbstständige Lernen wird so nicht mehr nur zeit-, sondern auch ortsunabhängig.

Das ist ein Vorteil, den inzwischen nicht nur die Schüler zu schätzen wissen. Denn auch für Lehrer und Administratoren ist diese Art des Lernens ein großer Schritt. Das in Unna praktizierte E-Learning ist weit mehr, als nur Laptops mit dem Internet zu verbinden. Lehrkräfte können zum Beispiel digitale Whiteboards oder Drucker direkt von ihrem Laptop ansteuern, Netzwerkadministratoren hingegen alle Updates via Imaging auf die Server spielen oder im Notfall auf jeden Rechner steuernd eingreifen.

Bis dahin war es jedoch ein langer Weg, erinnert sich Schuldezernent Uwe Kornatz, der 2003 zu den Initiatoren des Projektes gehörte. Schon damals überlegte er am Rande der Cebit gemeinsam mit Hans Ruthmann, dem Direktor der Gesamtschule Unna Königsborn, sowie einem Mitarbeiter von Fujitsu-Siemens auf der Cebit in Hannover, wie sie ein zukunftsträchtiges Lernen gestalten könnten. „Uns war damals schon klar, dass wir im Schul- und Lernbetrieb einen kompletten Paradigmenwechsel brauchen“, erklärt Kornatz, inzwischen Dezernent für Personal, Organisation, Datenverarbeitung und Schulen der Kreisstadt Unna.
 „Es ging nicht mehr darum, den Schülern beizubringen, wie man Speicherbausteine oder Festplatten tauscht. Wir wollten den Jugendlichen vermitteln, dass der Computer ein Wissensspeicher und Informationslieferant ist, mit dem man nicht nur spielen und surfen, sondern den man auch als Arbeitsentlastung zum besseren Lernen nutzen kann.“

Viele Jugendliche in Unna schienen das damals noch nicht zu wissen, wie die Studie „Lebendige Schule in lebendiger Stadt“ der Bertelsmann-Stiftung vermuten ließ. Denn das Ergebnis des interkommunalen Vergleichs mit den Kommunen Arnsberg, Herford, Castrop Rauxel und Gütersloh zeigte klar: Unna gab das meiste Geld für Schulen aus und in Unna glänzten die Schüler mit besten Abschlüssen – doch auf dem Arbeitsmarkt hatten sie, verglichen mit den anderen, die schlechtesten Chancen.

Auch IHK und Handwerkskammer bestätigten Kornatz das Ergebnis: Seine Schüler konnten, im Hinblick auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes, weder mit Computern noch der gängigen Software adäquat umgehen. Ziel war es also, den Kindern und Jugendlichen zu vermitteln, die IT-Infrastruktur für das eigene Lernen sinnvoll und effektiv zu nutzen, denn Kornatz war sich sicher: „Wenn die Schüler unsere Schulen mit einer solchen Sachkompetenz verlassen, haben sie ein Einstellungsmerkmal, das nicht nur sie, sondern auch uns als Region insgesamt positiv heraushebt.“

Am sinnvollsten erschien die Umsetzung dieser Idee mithilfe eines E-Leaning-Konzeptes, in welchem die gesamte Stadt Unna als Campus konzipiert wurde.

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