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Datum:
03.07.2012
Autor:
Thorsten Greb
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URL:
https://www.digital-lernen.de/nachrichten/schulpraxis/einzelansicht/artikel/pilotprojekt-zum-digitalen-lernen-startet-in-die-umsetzungphase.html
Title:
Pilotprojekt zum Digitalen Lernen startet in die Umsetzungphase
Kategorie:
Schulpraxis
emuTablet     

Pilotprojekt zum Digitalen Lernen startet in die Umsetzungphase

emuTablet
emuTablet     
© Bernd Koßmann, (CC BY-NC-SA 3.0)

Nach den Sommerferien beginnt an drei Schulen in Sachsen-Anhalt ein neues Kapitel beim Lernen mit digitalen Medien, denn dann startet das „emuTablet-Projekt“ in seine heiße Phase. Mobile Tablet-Computer und E-Books sollen von September 2012 an für die kommenden zwei Schuljahre intensiv im Schulunterricht erprobt werden. Wird das Projekt ein Erfolg, könnten schon bald weitere Schulen in Sachsen-Anhalt von den Erfahrungen und Ergebnissen profitieren.

Die drei teilnehmenden Projektschulen, die Sekundarschule Johann-Christian-Reil in Halle, die Integrierte Gesamtschule Regine-Hildebrandt in Magdeburg und die Europaschule Carl von Clausewitz in Burg, bekommen insgesamt 87 Tablet-Computer kostenfrei zur Verfügung gestellt. Zum Einsatz kommen WeTab-Modelle von Intel, die mit einer Vorabversion von Windows 8 ausgeliefert werden. Nach dem Release der finalen Windows 8 Version könnten die Geräte so ohne großen technischen und zeitlichen Aufwand umgestellt werden, sagt Bernd Koßmann, Leiter und technischer Betreuer des emuTablet-Projekts am Landesinstitut für Schulqualität und Lehrerbildung Sachsen-Anhalt (LISA) gegenüber DIGITAL LERNEN.

Die digitalen Lerninhalte werden von verschiedenen Schulbuchverlagen zur Verfügung gestellt. Mit im Boot sind zurzeit die Cornelsen Verlagsgruppe und die Militzke Verlag GmbH aus Leipzig. Das Portfolio soll aber sukzessive um weitere Schulbuchverlage erweitert werden. Die Verlage testen im Rahmen des Projekts ihr neues „Digitales Schulbuch“, dessen Marktstart für den Schuljahresbeginn 2012/2013 geplant ist. DIGITAL LERNEN hat darüber berichtet. Aktuell sei noch die erste, auf Flash basierende Version des „Digitalen Schulbuchs“ im Einsatz, bis zum Projektstart nach den Sommerferien werde aber die finale Version, welche auf HTML 5 setzt, integriert, so Koßmann. Cornelsen stellt den teilnehmenden Schulen seine digitalen Arbeitsmaterialen während der kommenden zwei Jahre kostenfrei zur Verfügung. Die anderen Verlage werden sich dem Modell der kostenlosen Distribution für die Projektlaufzeit anschließen, vermutet Koßmann.

Somit scheint die Finanzierung für die Projektlaufzeit gesichert. Wie es danach aussieht, hängt maßgeblich vom Ausgang des Projekts ab. Ist das emuTablet-Projekt erfolgreich, würde sich das Land Sachsen-Anhalt finanziell an einer Breitenfinanzierung beteiligen, äußerte Jens Antefuhr, Referatsleiter im Kultusministerium Sachsen-Anhalt, kürzlich gegenüber der Tageszeitung Volksstimme. Im Rahmen einer Mischfinanzierung würden dann auch die Eltern einen finanziellen Beitrag leisten müssen.

Jürgen Scholz, Schulleiter der Europaschule Carl von Clausewitz, sieht dem Startschuss nach den Sommerferien mit Freude entgegen. Seine Schule wurde gerade für insgesamt 3,3 Millionen Euro mit Mitteln der Europäischen Union und Aufstockungsleistungen durch das Land Sachsen-Anhalt und die Kommunen grundsaniert, und ist damit auch in technischer Hinsicht auf die praktische Umsetzung des Projekts vorbereitet. „Mit dem ersten Schultag nach den Sommerferien kann es richtig losgehen“, fügt Scholz hinzu. 30 Tablet-Computer bekommt seine Schule aus dem Hardwaretopf, womit eine komplette Schulklasse und die Fachlehrer ausgestattet werden. Zunächst werden die Geräte an der Europaschule Carl von Clausewitz in den Fächern Mathematik, Ethik, Sozialkunde und Englisch eingesetzt. In einer der nächsten Projektphasen folge dann die Ausweitung auf alle Unterrichtsfächer. Besonders freut Scholz, dass die Schüler so „locker und entspannt an die Sache“ rangehen. Seitens des Kollegiums beobachtet er eine Mischung aus „Vorfreund und Skepsis“. Ein Kompetenzteam - bestehend aus sieben technisch versierten Lehrern – soll die bestehenden Restzweifel ausräumen.

Um den technische Einsatzbereitschaft und den Support müssten sich die Schulen keine Gedanken machen, versichert Projektleiter Koßmann.

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03.07.2012
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Thorsten Greb
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