Über diesen Artikel
Datum:
30.05.2013
Autor:
Sven Becker
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URL:
https://www.digital-lernen.de/nachrichten/schulpraxis/einzelansicht/artikel/hauptschule-friedenshoehe-die-arbeiterbewegung-auf-tablets.html
Title:
Hauptschule Friedenshöhe: Die Arbeiterbewegung auf Tablets
Kategorie:
Schulpraxis
Hauptschule Friedenshöhe     

Hauptschule Friedenshöhe: Die Arbeiterbewegung auf Tablets

Hauptschule Friedenshöhe
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© Hauptschule Friedenshöhe

„Im düstern Auge keine Träne / Sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne / Deutschland, wir weben dein Leichentuch / Wir weben hinein den dreifachen Fluch / Wir weben, wir weben!“ Den Webern im Ruhrgebiet ging es wohl ganz ähnlich wie den schlesischen, von denen Heinrich Heine hier spricht. Von ihrer Not erfährt die Klasse 8b der Hauptschule Friedenshöhe in Ennepetal heute etwas im Geschichtsunterricht. Mit einer Doppelstunde von 120 Minuten steigen sie in die neue Unterrichtsreihe ein: "Die Arbeiterbewegung". Bereits im Wirtschaftskundeunterricht zu Beginn dieses Jahres war das Thema im Komplex "Das Ruhrgebiet - gestern und heute" gestreift worden, heute wird dieses Wissen reaktiviert. Die Schüler kommen schnell darauf, dass sich die Arbeiter und Handwerker ihre katastrophalen Arbeits- und Lebensbedingungen nicht ewig gefallen lassen würden. Damit ist der didaktische Pfad zum neuen Thema gelegt und die Schüler wenden sich dem Arbeitsblatt „Not der Weber“ zu, das sie in den nächsten Stunden selbständig bearbeiten. Das Arbeitsblatt liegt als digitales Dokument in der Dropbox und die Schüler rufen es mit einem iPad auf. Die erste Aufgabe: Ein Video auf YouTube anschauen, in dem das Thema anschaulich behandelt wird.

Bis die digitalen Medien so selbstverständlich wie in diesem Beispiel im Unterricht genutzt werden konnten, war ein gewisser Vorlauf nötig, während dem sich das pädagogische Konzept der Schule entwickelte. Grundsätzlich ging es seit der Erstellung des Medienkonzepts im Jahr 2001 darum, eine möglichst hohe Nutzungszeit der digitalen Medien durch Schüler und Lehrer zu erreichen. Spezialistentum und Elitedenken sollten vermieden werden und vielmehr „möglichst viele Schüler mit möglichst vielen Lehrern in möglichst vielen Fächern die Potenziale der digitalen Medien nutzen können“, wie Schulleiter Michael Münzer betont. Um das zu gewährleisten, erarbeiteten die einzelnen Fachkonferenzen schulinterne curriculare Vorgaben zur fachspezifischen Mediennutzung der Doppeljahrgangsstufen. Seit 2010 setzt die Schule diese langjährige Schwerpunktsetzung mit dem Start des iPad-Projekts fort. Mittlerweile sind schon drei Klassen ausgestattet. Den Schülern stehen während des ganzen Schultags personalisierte Leihgeräte zur Verfügung. Die iPads sind einzelnen Schülern als Dauerleihgaben bis zum Ende ihrer Schulzeit zugeordnet. Die Geräte werden jeweils in einem Klassenschrank verschlossen aufbewahrt. Falls sie im Unterricht benötigt werden, sind sie fast sofort einsatzbereit. 

Das medienpädagogische Ziel ist dabei auch inklusiv angelegt: „Wir wollen individualisiertes Lernen in immer heterogener werdenden Lerngruppen ermöglichen. Wir meinen, dass das "Lernen im Gleichschritt" längst ausgedient hat. Die iPads geben unseren Lehrern die Möglichkeit binnendifferenziert zu unterrichten. Unsere Schüler können ihr Lerntempo entsprechend ihrer intellektuellen Möglichkeiten selbst beeinflussen - dies natürlich in dem durch die Lernziele und Kompetenzerwartungen vorgegebenen Rahmen“, erzählt der Schulleiter.

Neben diesen methodischen Vorzügen eröffnen die Tablets auch fachlich neue Möglichkeiten, beispielsweise durch den Einsatz von Videos oder Lern-Apps, die sich in unterschiedliche Einsatzszenarien einfügen. „Insbesondere im Englisch- und Mathematikunterricht haben wir sehr gute Erfahrungen mit Lern-Apps gemacht.“ So eigne sich etwa die App "iVocabulary" gut zum motivierenden und effizienten Vokabellernen - ein sonst eher trockenes Element im Fremdsprachenunterricht. Mit "AB Mathe" ließen sich gut die Grundrechenarten trainieren. Mit den Apps "Musée du Louvre" und "Museum of Modern Art" könnten die Schüler im Kunstunterricht die größten Museen der Welt besuchen.

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30.05.2013
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Sven Becker
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