Über diesen Artikel
Datum:
11.03.2013
Autor:
Sven Becker
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URL:
https://www.digital-lernen.de/nachrichten/schulpraxis/einzelansicht/artikel/fernerkundung-in-schulen.html
Title:
Fernerkundung in Schulen - Teil 1
Kategorie:
Schulpraxis
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Fernerkundung in Schulen - Teil 1

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© Gerd Altmann, pixelio.de

Wer weiß schon, was Falschfarben sind oder dass der Infrarotkanal unsichtbare Pflanzenschäden sichtbar macht, Pixelthermometer städtische Wärmeinseln offenbaren und Multispektralbilder zuverlässige Katastrophenhilfe leisten können? Die Arbeitsgruppe Fernerkundung der Universität Bonn hat ein digitales Lernportal für Schüler und Lehrer entwickelt, das solche Dinge erklärt. Das Projekt „Fernerkundung in Schulen“ (FIS) hat die Integration des Themas Fernerkundung in den Schulunterricht zum Ziel.

Der Begriff Fernerkundung meint die kontaktlose Erkundung der Erdoberfläche undd er Atmosphäre. Als Informationsträger dient dabei elektromagnetische Strahlung wie reflektiertes Sonnenlicht oder Mikrowellen. Die Strahlung wird von Aufnahmegeräten aufgenommen, die an Flugzeugen und Raumfahrzeugen - beispielsweise Satelliten - angebracht sind. Die Produkte dieser Aufnahmesysteme sind digitale Bilder, die ungewöhnliche Perspektiven zeigen und deren Ästhetik fasziniert. Satellitenbilder werden immer präsenter. Auch die Umwelt- und Geowissenschaften setzen Satellitenbildern für unterschiedliche Analysen immer häufiger ein. Diese zunehmende Bedeutung spiegelt sich auch in den aktuellen Bildungsplänen sowie in den Bildungsstandards für das Fach Geographie wider: Da über das Arbeiten mit Fernerkundungsdaten vielfältige Kompetenzen gefördert werden können, wird das Arbeiten mit Satellitenbildern im Schulunterricht in diesen Dokumenten ausdrücklich gefordert.

Die Lernmodule von FIS sind interaktiv aufbereitet. Sie sind sehr anschaulich designt und erinnern stilistisch sowie funktional an „Point and Click-Adventures“. Der Lernstoff ist in Leveln strukturiert. Jeder Level stellt den Schüler vor Aufgaben, die er selbständig lösen muss, um in den nächsten Level zu gelangen. Animationen, Quizze und Hintergrundinformationen dienen dem Lernenden hierbei als Hilfsquellen. Zusätzlich stehen im FIS-Lernportal eine Info-Box, eine Bildergalerie sowie eine Linksammlung zur Verfügung. Sie dienen zur Recherche und Wissensreaktivierung. Überdies bietet das Portal zahlreiche Analysemöglichkeiten, mit denen man die unsichtbaren Prozesse und Strukturen erst sichtbar machen kann. Es sind Werkzeuge der digitalen Bildverarbeitung, die anhand von Beispielen die Möglichkeiten von Fernerkundungsmethoden illustrieren.

Der Einstieg in die Anwendung im Unterricht wird Lehrern durch didaktisches Konzept, digitale Lernmodule, Lernmanagementsystem möglichst leicht gemacht. So bieten die Lernmaterialien sowohl Lehrkräften als auch Schülern einen schnellen und einfachen Einstieg in die Fernerkundung und in die digitale Bildverarbeitung.

Andreas Rienow, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt, erläutert den didaktischen Ansatz:  „Prinzipiell beruhen unsere Module auf der Basis des moderaten  Konstruktivismus in Kontext mit kompetenzorientierter Lehre. Das heißt,  die grundsätzliche Struktur der Materialien ist so aufgebaut, dass die  Schülerinnen und Schüler dazu angehalten sind, selbstständig die  diversen Funktionalitäten der digitalen Module zu entdecken und sich  nebenbei intensiver mit Geomedien auseinanderzusetzen.“

Rienow berichtet DIGITAL LERNEN auch von den nächsten Schritten, die mit dem Projekt vollzogen werden: „In den ersten  beiden Projektphasen von „Fernerkundung in Schulen“ lag der Fokus auf der Entwicklung eines didaktischen Konzeptes zum nachhaltigen und intermedialen Einsatz von Daten und Methoden der Fernerkundung im Schulunterricht und der Entwicklung von entsprechenden digitalen Unterrichtsmaterialien. In der jüngsten Zeit wurde zusätzlich ein interaktives Lernportal konzipiert und umgesetzt. Neben den Online-Versionen der FIS-Lerneinheiten sind hier zusätzlich ein umfangreiches Nachschlagewerk zur Fernerkundung, eine Satellitenbildergalerie sowie simple zum Einstieg geeignete Werkzeuge der Bildbearbeitung enthalten. In einem nächsten Schritt gilt es dieses Spektrum weiter auszubauen und die Datengrundlage von einfachen optischen Sensoren hin zu hyperspektralen Aufnahmesystemen und Mikrowellentechniken auszuweiten. Die Verknüpfung von „Faszination Technik“ und „Faszination Umwelt“ kann so vertieft und die knowledge gap von Schülerinnen und Schülern zwischen Anwendung und Theorie von digitalen Geomedien geschlossen werden. Auch weiterhin geschieht dies auf Basis der pädagogischen Prinzipien des moderaten Konstruktivismus. Denn nur so kann  ein reiner Einsatz von modernen Medien um der bloßen Technikwillen vermieden und das selbstständige Arbeiten der Lernenden gefördert werden.“

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Datum:
11.03.2013
Autor:
Sven Becker
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https://www.digital-lernen.de/nachrichten/schulpraxis/einzelansicht/artikel/fernerkundung-in-schulen.html
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Fernerkundung in Schulen - Teil 1
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Schulpraxis
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