Über diesen Artikel
Datum:
18.06.2013
Autor:
Sven Becker
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URL:
https://www.digital-lernen.de/nachrichten/schulpraxis/einzelansicht/artikel/byod-grassroots-app-an-der-landesberufsschule-christian-josef-tschuggmall.html
Title:
BYOD-Grassroots-App an der Landesberufsschule Christian Josef Tschuggmall
Kategorie:
Schulpraxis
Landesberufsschule Christian Josef Tschuggmall     

BYOD-Grassroots-App an der Landesberufsschule Christian Josef Tschuggmall

Landesberufsschule Christian Josef Tschuggmall
Landesberufsschule Christian Josef Tschuggmall     
© Landesberufsschule Brixen

Es ist eine merkwürdige Situation: Man ist Lehrer an einer Berufsschule und hat eine Klasse angehender Fachinformatiker vor sich sitzen. Jeder von ihnen hat ein Smartphone oder ein Tablet und weiß, wie man die Geräte nutzt und programmiert. Aber der Unterricht ist so angelegt, als ob es diese Bedingungen nicht gäbe. Da liegt Potenzial brach, das man nutzen kann, auch wenn es der Lehrplan nicht explizit vorgibt. Zeit für eine Bring-Your-Own-Device-Graswurzelbewegung, dachte sich Helmut Faller. Er ist Bildungswissenschaftler und Lehrer an der Landesberufsschule Christian Josef Tschuggmall in Brixen in Südtirol. Rund 700 Schüler besuchen die Schule, die verschiedene Ausbildungen im Bereich der dualen Lehre und in der Vollzeitausbildung anbietet.

Faller hatte seine Schüler zu ihrer digitalen Ausstattung befragt und die Ausgangslage war ermutigend: „Die Umfrage bei den Schülern einer höheren Klasse hat ergeben, dass nahezu alle Schüler über ein Smartphone oder Tablet verfügen. Sie beschäftigen sich täglich teilweise bis zu fünf Stunden mit diesen Geräten, wobei im Internet surfen, Musik hören und Spielen zu den Hauptbeschäftigungen zählen.“

Aber gab es nicht noch andere, vielleicht sinnvollere Möglichkeiten sich mit diesen Geräten zu beschäftigen? Beispielsweise um schulische Inhalte zu vertiefen? Also redete er mit seinen Schülern darüber, und es war ein produktives Gespräch: „In einer Diskussion mit Schülern wurde die Idee geboren, eine eigene App zu schreiben, die mit Inhalten aus verschiedenen Bereichen ausgestattet werden kann, um diese in Quizform zu lernen und zu vertiefen.“ Die Schüler seien begeistert von der Idee gewesen.

Im Klassenverband eine App zu schreiben ist allerdings nicht trivial. Schon gar nicht, wenn das Projekt von Grund auf neu gedacht und in den Ablauf implementiert werden muss. Dass BYOD spontan verwirklicht werden konnte: Ein Glück, für das in manchen anderen Schulen im Vorfeld bürokratische und technische Hürden zu überwinden sind. Er konnte also gleich losgehen. Damit sich die Schüler mit dem Endprodukt auch identifizieren konnten, wurde in einer Online-Umfrage erhoben, wie die App aufgebaut ist und welche Funktionen sie integriert haben sollte. So ergaben sich die „Produktanforderungen“: die Auswahl der Fragen sollte variabel einstellbar sein, ein Fortschrittsbalken sollte die Erfolgsquote anzeigen und die Fragen sollten nach dem Zufallsprinzip ausgegeben werden. Diese Funktionen wurden bei der Entwicklung berücksichtigt. Zunächst wurden auf den eigenen Notebooks der Schüler die einzelnen Softwarekomponenten installiert und dann schrittweise erste Programme geschrieben. Schon das vierte Beispielprogramm beinhaltete das Grundgerüst für die App. Dann kam der Inhalt an die Reihe. Jeder Schüler entwickelte fünf Fragen mit jeweils vier Antwortmöglichkeiten aus dem Bereich der Netzwerktechnik. Faller besprach die Ergebnisse mit seiner Kollegin aus dem Fachbereich Englisch und gemeinsam passten sie die Fragen an, wo es sein musste. Anschließend wurden die Inhalte in den Quellcode eingepflegt und die Schüler konnten die App testen. Zum Beispiel: „What does WAN mean?“ Unter der Frage kann eine von vier Antworten ausgewählt werden: „Wired Area Network“, „Wireless Area Network“, „Wide Area Network“ oder „World Area Network“? Darunter zeigt ein Fortschrittsbalken den erreichten Zwischenstand an.

Der Praxiseinsatz lieferte ein überraschend gutes Ergebnis. Die über 100 Fragen wurden in einem anschließenden Online-Test abgefragt.

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18.06.2013
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Schulpraxis
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