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Datum:
24.09.2013
Autor:
Sven Becker
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URL:
https://www.digital-lernen.de/nachrichten/schulpraxis/einzelansicht/artikel/aus-gruen-mach-weiss-die-umruestung-der-kreidetafel-zum-digitalen-board.html
Title:
Aus Grün mach Weiß - die Umrüstung der Kreidetafel zum digitalen Board
Kategorie:
Schulpraxis
GGS Hunsheim     

Aus Grün mach Weiß - die Umrüstung der Kreidetafel zum digitalen Board

GGS Hunsheim
GGS Hunsheim     
© GGS Hunsheim

Eines Tages kamen die Arbeiter in die Schule und haben die Tafeln umgerüstet. Die sind jetzt weiß und interaktiv. Richtige vollwertige digitale Tafeln. Seitdem ist alles anders im Unterricht. Viel besser natürlich als früher, als man noch kratzend mit Weiß auf Grün schreiben musste. Die Lehrer an der Gemeinschaftsgrundschule Peter-von-Heydt in Hunsheim/NRW legen Wert auf digitalen Fortschritt – aber nicht um jeden Preis und mit wohl bedachten Prioritäten.

 „Wichtig ist uns bei der Arbeit mit den neuen Medien, Sach-, Sozial- und eine kritische Medienkompetenz bei den Schülern anzubahnen“, erzählt die Schulleiterin Monika Wolff. Deshalb orientiert das Kollegium die digitale Arbeit am Medienpass NRW, der als Grundlage dient. So fügen die digitalen Medien sich gut in die Abläufe des Unterrichts. Die PC-Arbeitsplätze werden in Einzel- oder Teamarbeit genutzt. In den Unterrichtsstunden dienen sie der Erarbeitung konkreter Aufgaben aus einer Werkstatt oder einem Stationenlauf. Sie werden auch morgens genutzt, wenn die Schüler beim offenen Schulanfang zwischen 7.45 und 8.00 Uhr ihre Aufgaben aus einem bekannten Materialpool aussuchen und die Sozialform wählen, in der sie an diesem Tag arbeiten wollen. Zum offenen Anfang gehört auch die Arbeit mit der Lernsoftware zu den Lehrbüchern für die Fächer Mathematik, Englisch und Deutsch. Die Schüler können auch Aufgaben aus anderen Unterrichtsfächern bearbeiten, die sie noch zu Ende bringen müssen. Die Lehrer nutzen die digitalen Tafeln in der Freiarbeit zur individuellen Förderung einzelner Schüler - Buchstaben bewegungsrichtig zu schreiben kann man zum Beispiel gut an der digitalen Tafel üben. Die digitalisierten Tafeln werden im Unterricht auf viele Weisen genutzt: zur Einführung neuer Sachverhalte, für das gemeinsame Erarbeiten und Zusammenfassen oder auch für die Präsentation von Ergebnissen, die die Schüler vortragen. Die Schulleiterin und ihr Kollegium sind überzeugt von den digitalen Boards: „Die Arbeit mit den Boards ist sehr kreativ, da die Arbeit mit der Software vielfältige Möglichkeiten bietet. Effektiv ist die Arbeit am Board auch, zudem entlastend und zeitsparend in der Vorbereitung. Wir nutzen mittlerweile digitale Unterrichtsassistenten zu unseren Schulbüchern. Entlastet werden wir auch durch die Möglichkeit des Internetzugriffs am Board im Unterricht, da wir so schnell auf andere Medien wie Bilder, Lieder, Filme oder Bücher zugreifen können. Die Schüler sind motiviert und haben viel Freude. Die Boards werden nicht nur frontal in erklärenden, einführenden Unterrichtssituationen genutzt, sondern auch in Unterrichtssituationen, in denen Schüler selber am Board Lösungen erarbeiten oder Ergebnisse präsentieren.“

Die technische Seite ist professionell gelöst: „Wir arbeiten servergestützt mit acht Thin-client-Systemen, das heißt ein PC mit sechs Arbeitsplätzen in jeder Klasse. Jede Klasse verfügt über ein digitales Board der Firma Conen“, erzählt die Schulleiterin Monika Wolff. Diese digitalen Tafeln sind die alten grünen Tafeln – geputzt und mit einer Folie beklebt, die die Funktion einer Whiteboard-Oberfläche erfüllt: Ein Projektor wirft darauf digitale Bilder und man kann außerdem mit Whiteboard-Markern darauf schreiben. Günstiger als eine herkömmliche digitale Tafel ist der Umrüstsatz allemal – ein „Upgrade Kit“ eben, kein Premium-Luxus-Modell. Ob solche allerdings für den Unterricht notwendig sind, kann man ruhig anzweifeln und das gesparte Geld für Klassenfahrten ausgeben oder Schulgärten davon anlegen. Wolff hat vom Technik-Supporter der Schule vom Tafelumrüstsatz gehört und zeigt sich durchaus zufrieden mit der Entscheidung: „Die Vorteile liegen im Anschaffungspreis und in der Arbeit mit der funktionalen und einfach zu bedienenden Software.

Doch wo Technik ist, ist auch hier und da ein ärgerliches Technik-Problem. Für diese Fälle hat die Schule einen externen Dienstleister beauftragt, der sich um die Wartung und die Probleme kümmert. Kleinere Aufgaben erledigt aber eine Lehrerin aus dem Kollegium, die für den First –Level-Support zuständig ist.

Sie verfügt über tiefere Kenntnisse in der IT. Doch auch die anderen Kolleginnen müssen über ein gutes Maß an Medienkompetenz verfügen, um die digitalen Medien sinnvoll in den Unterricht einbinden zu können. Denn es geht schließlich nicht darum, den gesamten Unterricht zu digitalisieren. Digitales Malen und Basteln gehört nicht hierhin. Wie sie sich das nötige Wissen angeeignet haben, ist unterschiedlich: manche autodidaktisch, manche durch Fortbildungen. Wolff berichtet: „Im Umgang mit den digitalen Boards sind alle Kolleginnen Autodidakten – also "learning by doing" – und tauschen ihre Erfahrungen untereinander aus. Eine Einführungsfortbildung haben wir von unserem Supporter bekommen.“ Finanziert werden Technik und Fortbildungen teils von der Kommune, teils auf Basis anderer Initiativen: „Unsere Kommune verfügt über einen Medienentwicklungsplan, der alle 3 Jahre fortgeschrieben wird. Unsere Medienausstattung haben wir mit diesen Geldern, aber auch durch Gelder finanziert, die wir aus anderen Töpfen angespart haben.“

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24.09.2013
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Sven Becker
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Schulpraxis
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