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Datum:
24.11.2010
Autor:
Redaktion
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Title:
AUS DER PRAXIS Der Kreativität keine Grenzen gesetzt - Ein Schüler-Laptop-Orchester auf großer Bühne
Kategorie:
Schulpraxis
Konzert des Laptop-Orchesters     

AUS DER PRAXIS
Der Kreativität keine Grenzen gesetzt - Ein Schüler-Laptop-Orchester auf großer Bühne

Konzert des Laptop-Orchesters
Konzert des Laptop-Orchesters     
© Ulrich Hierdeis

Grundschüler komponieren neue Musik – und das mit Hilfe des Computers. Aus einer Kooperation der Grundschule Täfertingen und dem Philharmonischen Orchester Augsburg entstand so ein Konzertprogramm, das eine Brücke zwischen Barock und Gegenwart schlägt. Zu Beginn eines mehrwöchigen Workshops, der von MEHR MUSIK! Augsburg initiiert wurde, setzten sich 24 Schüler mit Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ als Meisterwerk des Barocks auseinander, um anschließend mit Tonmaterial aus dem Werk am Computer eigene Stücke zu erstellen und so kompositorisch tätig zu werden. Das Ergebnis: Antonio Vivaldis berühmte „Vier Jahreszeiten“ werden konfrontiert mit einem neuen Werk, das speziell für diesen Anlass konzipiert wurde.

Wie kam es zu den Kompositionen der Kinder? Die Schüler der Grundschule Täfertingen lernten zunächst im Rahmen des Deutsch- und Musikunterrichts mit der freien Software "Audacity" umzugehen. Sie nahmen neben selbst erfundenen Texten auch Sprachfetzen mit dem Computer auf, welche durch die Kinder weiter bearbeitet wurden. Nicht nur das „Stückeln und Zusammensetzen“ der Sprache wurde dabei praktiziert, sondern auch das Verfremden der Stimmen durch Effekte.

Während des folgenden Workshops trafen die Kinder auf den Komponisten Stefan Schulzki. Dieser führte sie in das Leben Antonio Vivaldis ein und stellte ihnen das Werk „Die „4 Jahreszeiten“ vor. Darauf wurden die Kinder mit dem Tonmaterial aus Vivaldis Werk konfrontiert und bearbeiteten dieses auf vielfältige Weise. Die Arbeitsergebnisse wurden am Ende jeder Workshopeinheit den anderen Kindern vorgestellt. In weiteren Einheiten arbeiteten die Kinder an verschiedenen Hörbeispielen weiter und brachten ihre „Audiofetzen“ in eine eigene Reihenfolge. Der Kreativität wurde freier Lauf gelassen. Dabei lernten die Kinder in vielerlei Hinsicht dazu. Sie mussten sich nicht nur über das Gehörte äußern und die Ergebnisse begutachten, auch das dramaturgische Denken und die rhythmische Genauigkeit wurde gefördert, soziale Kompetenzen wurden gestärkt.

Abschließend setzte Stefan Schulzki die einzelnen, von den Kindern erarbeiteten und bewerteten Bausteine, die an verschiedenen Computern entstanden waren, in einer Partitur zusammen. Somit wurden die Kinder zum Laptoporchester. Nach drei Proben mit dem Philharmonischen Orchester funktionierte das Zusammenspiel von Laptop und Orchester.

Das Wichtige: Die Schülerkompositionen standen gleichberechtigt neben der Komposition des Profis, die jungen Musiker bedienten die Live-Elektronik selbst, ihre Musik verzahnte sich mit dem Orchester, für das der Komponist eigene Stimmen als Unterstützung des Laptoporchesters schrieb. Durch die drei Uraufführungen (Interlude 1, Interlude 2; Vier Räume) gelang es, eine aktuelle Perspektive auf Vivaldis Werk zu eröffnen und dabei die Beziehung von Zeit und Raum im Parktheater erlebbar zu machen. Besondere Freude bereitete dem Zuhörer zudem die Spielfreude der Vivaldi-Streicher unter der Leitung von W. Walz, welche dem Werk neues Leben einhauchte.

Das Projekt hat nachhaltige Wirkung entfaltet: Es hat das Selbstbewusstsein jedes einzelnen Schülers gestärkt und den digitalen Medien einen neuen Stellenwert eingeräumt. Die Kinder erlebten den Computer als Werkzeug sich selbst auszudrücken und erweiterten somit ihr Ausdrucksrepertoire unter Einbezug der neuen Medien. Die ganzheitliche Empfindung des Musizierens in dem festlichen Rahmen in Mitten eines philharmonischen Orchesters verursachte zudem eine tiefgreifende Erfahrung und stellt ein besonders intensives Erlebnis dar.

Durch die Aktivität des Klassenleiters Ulrich Hierdeis im Rahmen von Lehrerfortbildungen und Workshops konnte auch eine Verbreitung der Projekterkenntnisse über die Schule hinaus angebahnt werden.

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24.11.2010
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