Über diesen Artikel
Datum:
15.12.2011
Autor:
Sascha Steuer
Aktionen:
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URL:
https://www.digital-lernen.de/nachrichten/netzpolitik/einzelansicht/artikel/nach-kritik-schulbuchverlage-kassieren-schultrojaner.html
Title:
Nach Kritik: Schulbuchverlage kassieren Schultrojaner
Kategorie:
Netzpolitik
Kopieren kann so einfach sein

Nach Kritik: Schulbuchverlage kassieren Schultrojaner

Kopieren kann so einfach sein

Kopieren kann so einfach sein

Ein knappes Jahr lebte der sogenannte Schultrojaner ungestört im Verborgenen. Doch seit Markus Beckedahl ihn Ende Oktober öffentlich machte, gab es heftige Kritik. Immer mehr Lehrerverbände und Politiker liefen Sturm gegen den zwischen den Bundesländern und Bildungsverlagen geschlossenen Vertrag, mit dem auf der einen Seite einzelne Kopien von Schulbüchern legalisiert wurden, auf der anderen Seite aber eben auch Schulcomputer nach verbotenen Kopien ausgespäht werden sollten. Nun haben die Beteiligten entschieden, dass es in 2012 keinen Schultrojaner geben wird, die Zeit soll genutzt werden, um eine andere Lösung zu finden.

Der im Dezember 2010 geschlossene „Gesamtvertrag zur Einräumung und Vergütung von Ansprüchen nach §53 UrhG“ erlaubte das Kopieren von zwölf Prozent des Schulbuches, maximal aber 20 Seiten. Dafür müssen die Bundesländer jährlich bis zu 9 Millionen Euro zahlen. Außerdem hatten sich die Bundesländer im Gegenzug verpflichtet, eine Software auf den Schulrechnern zu installieren, die nach illegalen Kopien von urheberrechtlich geschütztem Material sucht. Jährlich sollten „mindestens ein Prozent der öffentlichen Schulen ihre Speichersysteme durch Einsatz dieser Plagiatssoftware auf das Vorhandensein solcher Digitalisate“ prüfen lassen.

Der VBE-Bundesvorsitzende Udo Beckmann begrüßt die gefundene Zwischenlösung. So könnten in den kommenden Monaten zwischen den Verhandlungspartnern mögliche Alternativen zu einer Plagiatssoftware diskutiert und vor allem die Lehrerverbände frühzeitig eingebunden werden. Beckmann wolle nach tragfähigen Lösungen suchen. Dies schließe den Datenschutz, den Schutz des Urheberrechts und die Mitbestimmung durch die Personalvertretungen ausdrücklich ein. Beckmann weiter: „Der VBE hat heute erneut deutlich gemacht, dass die Wurzel allen Übels in der unzureichenden finanziellen Ausstattung durch die politisch Verantwortlichen für die Anschaffung zeitgemäßer Lehr- und Lernmittel liegt. Die Schulträger stehen in der Pflicht, endlich die Etats den Erfordernissen anzupassen, ganz gleich, zu welchen vertraglichen Alternativen man kommt.“

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