Über diesen Artikel
Datum:
29.05.2012
Autor:
Sascha Steuer
Aktionen:
Drucken
URL:
https://www.digital-lernen.de/nachrichten/netzpolitik/einzelansicht/artikel/kritik-an-kmk-beschluss-zur-medienbildung-starke-unterschiede-der-computerausstattung.html
Title:
Kritik an KMK-Beschluss zur Medienbildung - Starke Unterschiede bei der Computerausstattung
Kategorie:
Netzpolitik
gastautoren stift

Kritik an KMK-Beschluss zur Medienbildung - Starke Unterschiede bei der Computerausstattung

Der Anfang März gefasste Beschluss der Kultusministerkonferenz zur Medienbildung steht in der Kritik. Der Bundesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung Udo Beckmann kritisiert den Beschluss der Kultusminister als völlig unzureichend. „Immer dort, wo stehen müsste, wie in der Schule verantwortliche Medienbildung auf der Höhe der Zeit verwirklicht werden soll, ist der Text zu Ende“, so Beckmann. Tatsächlich ist in dem Papier von „anforderungsgerechter Ausstattung der Schulen mit Hard- und Software“ die Rede, die Medienkonzepte sollten sich aber an den „konkreten pädagogischen, organisatorischen, technischen und personellen Rahmenbedingungen orientieren“.

 

Für Udo Beckmann kippt die KMK mit dem Beschluss das Thema Medienbildung „den Schulen vor die Füße“. Unterstützung erhält Beckmann aus der Wissenschaft. Der Initiator der Initiative „Keine Bildung ohne Medien“ Professor Horst Niesyto findet es zwar  positiv, dass der KMK-Beschluss die verbindliche Verankerung von Medienbildung in den Bildungswissenschaften und in der fachbezogenen Lehrerausbildung in der ersten und zweiten Ausbildungsphase fordert. Allerdings fehlten an „verschiedenen anderen Stellen der KMK-Erklärung Festlegungen“. Die konkrete Ausgestaltung sei zwar Sache der Bundesländer und Kommunen, allerdings müsse die Festlegung von Mindeststandards in diesen Bereichen länderübergreifend erfolgen, fordert Niesyto. Seine Forderung: „Statt einem Kompetenzgerangel zu Lasten von mehr Bildungsgerechtigkeit benötigen wir einen Medienbildungspakt zwischen Bund, Ländern und weiteren Akteuren."

 

Dem Verein D21 fehlt ein konkretes Konzept für die Integration des digitalen Lernens in die Schulen. Die KMK sollte sich Gedanken über einheitliche Ausstattungen machen, fordert Pressesprecher Daniel Ott. Dabei müsste auch berücksichtigt werden, dass die Schulen eigene Budgets zum Kauf von Hard- und Software bekommen, heute sei es so, dass Schulen oft nicht einmal eine App laufen könnten.

 

Die Ausstattung der Schulen hängt in erster Linie davon ab, was die Schulträger investieren wollen oder können. So gibt es Schulen in denen sich mehr als zehn Schüler einen Computer teilen, in anderen Schulen teilen sich nur zwei Schüler einen Computer. Die ungleiche Ausstattung wird jedoch dadurch verschleiert, dass keine vergleichbaren Daten mehr erhoben werden. Tatsächlich ist mittlerweile nicht einmal mehr eine einheitliche Datenbasis der Bundesländer zur Vergleichbarkeit der IT-Ausstattung in den Schulen gegeben. Letztmalig wurde die Ausstattung der Schulen im Jahr 2007 durch den Bund erhoben. Seitdem könnten zwar die Länder die Daten erheben, dafür hat sich jedoch nur die Hälfte der Länder entschieden. Die letzte Abfrage von DIGITAL LERNEN bei diesen Ländern aus dem letzten Jahr brachte starke Differenzen zum Vorschein. Während sich in Sachsen nur vier Schüler einen Computer teilen mussten, waren es in Hessen neun Schüler an einem Computer.

Über diesen Artikel
Datum:
29.05.2012
Autor:
Sascha Steuer
Aktionen:
Drucken
URL:
https://www.digital-lernen.de/nachrichten/netzpolitik/einzelansicht/artikel/kritik-an-kmk-beschluss-zur-medienbildung-starke-unterschiede-der-computerausstattung.html
Title:
Kritik an KMK-Beschluss zur Medienbildung - Starke Unterschiede bei der Computerausstattung
Kategorie:
Netzpolitik
gastautoren stift
Diesen Artikel teilen