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Datum:
19.06.2012
Autor:
Thorsten Greb
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URL:
https://www.digital-lernen.de/nachrichten/netzpolitik/einzelansicht/artikel/koalitionsvertrag-2012-2017-in-nrw-medienkompetenz-als-unverzichtbare-schluesselqualifikation.html
Title:
Update: Koalitionsvertrag 2012- 2017 in NRW - Medienkompetenz als „unverzichtbare Schlüsselqualifikation“
Kategorie:
Netzpolitik
gastautoren stift

Update: Koalitionsvertrag 2012- 2017 in NRW - Medienkompetenz als „unverzichtbare Schlüsselqualifikation“

Update 20.06.2012: Die frisch wiedergewählte NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft äußerte sich gestern in ihrer medienpolitischen Grundsatzrede auf dem 24. Medienforum NRW in Köln zur Wichtigkeit von Medienbildung und der Bedeutung des Medienpasses NRW:

 „Wir sind mit dem Projekt Medienpass auf einem guten Weg. Wir wollen mit dem Medienpass Medienkompetenz landesweit in die Schulen bringen. Wir müssen am Ball bleiben, denn Studien zeigen uns immer wieder, die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen ist sehr unterschiedlich ausgeprägt. Wir dürfen aber keine digitale Spaltung in unserem Land zulassen. Jedes Kind muss Zugang zu Medien und Medienbildung haben. Wir setzen deshalb stark auf die einzige Bildungsinstitution, die alle Kinder und Jugendlichen in unserem Land erreicht: die Schule. Deshalb wollen wir Lehrerinnen und Lehrer mit dem Medienpass unterstützen. Im kommenden Schuljahr werden wir den Medienpass für alle Grundschulen in Nordrhein-Westfalen anbieten und wir nehmen Gleichzeitig schon die nächste Stufe – nämlich die Sekundarstufe – in den Blick.“

Gestern unterzeichneten SPD und Grüne in Düsseldorf den gemeinsamen Koalitionsvertrag, nachdem am vergangenen Freitag beide Parteien auf ihren Sonderparteitagen dem knapp 190-seitigen Regierungsplan für die kommenden fünf Jahre zugestimmt hatten. Neben dem großen Thema Bildung, wurde auch die Medienkompetenzförderung explizit als Regierungsziel für die anstehende Legislaturperiode festgeschrieben.

Im Koalitionsvertrag heißt es dazu, dass vor dem Hintergrund der medialen Beschleunigung im 21. Jahrhundert, die „Förderung von Medienkompetenz eine wichtige Aufgabe kultureller Bildung“ darstellt. Als „unverzichtbare Schlüsselqualifikation“ bilde Medienkompetenz die Grundlage für sämtliche Lern- und Lebensphasen. Die Koalitionsvereinbarung von SPD und Grünen greift außerdem die weiteren Dimensionen der Medienkompetenzförderung auf. Demnach ist sie nicht nur ein unerlässliches Werkzeug, Bildung im Kontext der neuen medialen Möglichkeiten zu erfahren, sondern auch die „Voraussetzung für einen wirksamen Kinder- und Jugendmedienschutz“ und ein wesentliches Element der modernen Verbraucherbildung.

Zur Umsetzung der im Koalitionsvertrag festgeschrieben Punkte wurde außerdem eine hochrangige Steuerungsgruppe eingerichtet, welche sich aus den fachlich zuständigen Ministerien zusammensetzt. Sie soll die erforderlichen Maßnahmen „ressortübergreifend“ vorbereiten und initiieren.

Eine konkrete Maßnahme zur Förderung der Online-Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen ist die Initiative Medienpass NRW, die bereits im Frühjahr 2012 ins Leben gerufen und nach einer dreimonatigen Pilotphase am vergangenen Wochenende in Essen evaluiert wurde. 68 Grundschulen nahmen an der Erprobungsphase des Projekts teil, das ab dem kommenden Schuljahr sämtlichen nordrheinwestfälischen Grundschulen kostenlos zur Verfügung stehen wird. Der Medienpass NRW setzt sich aus drei wesentlichen Bestandteilen zusammen: aus einem Kompetenzrahmen und Lehrplankompass, die beide als Orientierungshilfe für die Medienkompetenzvermittlung dienen sollen und dem eigentlichen Medienpass, eine Art Stickerheft, in dem die Lehrer die Lernfortschritte der Schüler mit Aufklebern bildlich dokumentieren und so nachvollziehbar machen können. Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend. „Alle befragten Lehrerinnen und Lehrer von nordrhein-westfälischen Grundschulen sehen im Medienpass ein geeignetes Instrument, um die Medienkompetenz von Schülerinnen und Schülern zu stärken – 81 Prozent davon ohne Einschränkungen“, heißt es einer Presseerklärung der NRW-Landesregierung. Der Koalitionsvertrag 2012-2017 greift den Medienpass auf, der laut Vertragstext nun für die Sekundarstufen weiterentwickelt werden soll.

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19.06.2012
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