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Datum:
23.08.2010
Autor:
Redaktion
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Title:
Bildungsniveau in Deutschland steigt – Daten zur Mediennutzung werden nicht mehr erhoben
Kategorie:
Netzpolitik
gastautoren stift

Bildungsniveau in Deutschland steigt – Daten zur Mediennutzung werden nicht mehr erhoben

Das Bildungsniveau in Deutschland steigt. Auf starken 337 Seiten zeigt dies der neue deutsche Bildungsbericht. Die zentralen Ergebnisse lassen sich knapp zusammenfassen. So wurde die Krippenbetreuung weiter ausgebaut, die Schulbesuchsquoten auf dem Gymnasium steigen weiter an, der Anteil der Schulabsolventinnen und -absolventen ohne Hauptschulabschluss geht weiter zurück, der Anteil der Jugendlichen, die nach einem Schulabschluss zunächst keine schulische und berufliche Ausbildung beginnen können und in das Übergangssystem wechseln, geht vor allem demografisch bedingt zurück und die Zahl und der Anteil der Studienanfängerinnen und -anfänger sind stark gestiegen, ebenso Zahl und Anteil der Hochschulabsolventinnen und -absolventen.

Mit dem Bildungsbericht 2010 wird der dritte Bericht einer unabhängigen Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im Auftrag der Kultusministerkonferenz und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung vorgelegt. Mit diesem indikatorengestützten Bericht wird eine alle Bereiche des Bildungswesens umfassende aktuelle Bestandsaufnahme des deutschen Bildungswesens vorgenommen.

Auch wegen des Schwerpunkts auf die „Perspektiven des Bildungswesens im demografischen Wandel“ ist das Thema „Digitales Lernen“ hinten runtergefallen, der letzte bundesweite Bericht hierzu wurde vom Bildungsministerium 2006 vorgelegt. Darin wurde die Computerausstattung, Vernetzung und Mediennutzung aller Bundesländer dargestellt und verglichen. Seit der Föderalismusreform hat der Bund aber keine Zuständigkeit mehr - auch nicht gemeinsam mit den Ländern - für den institutionellen Bildungsbereich wie z.B. Schulen und Hochschulen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hatte den Ländern auch für das Jahr 2007 die Finanzierung der Studie zugesagt unter der Bedingung, dass die Länder ihrerseits die Erhebung, zumindest in einem Rhythmus von 2 Jahren, fortführen würden. Dazu ist es nicht gekommen, so dass diese Studie 2006 letztmalig erschienen ist. Kaum nachvollziehbar, immerhin hatte der Deutsche Bundestag noch in einem Bericht des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzungim Jahr 2008 festgestellt, dass die „IKT-Nutzung und eLearning-Aktivitäten in deutschen Schulen international gesehen vergleichsweise weniger verbreitet“ sind. Ein Ländervergleich wäre auch sinnvoll um voneinander zu lernen und Defizite zu erkennen und zu beheben.

Der letzte Ländervergleich dürfte der 2007 veröffentlichte Sachstandsbericht zum Monitoring »eLearning« des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag sein. Danach liegt Deutschland mit 8,9 Computern für 100 Schüler deutlich unter dem europäischen Durchschnitt von 11,3. Davon entsprechen allerdings nur 53 % der bereitstehenden stationären Rechner in allgemeinbildenden Schulen moderneren Standards und sind damit multimediafähig. 2006 verfügte nur ein Prozent der Schulen über eine Laptopklasse. Deutschland ist unter allen Industriestaaten das Land, in dem der Computer am seltensten als regelmäßiges Lerninstrument eingesetzt wird. Während im OECD-Durchschnitt 39 Prozent der Schüler in der Schule Computerkenntnisse erwerben, sind es in Deutschland gerade einmal 20 Prozent. Insgesamt werden Computer in Deutschland überwiegend in Computerräumen genutzt. Damit liegt Deutschland im internationalen Vergleich im oberen Mittelfeld, jedoch beim Computereinsatz im Klassenzimmer von 66,1 Prozent bereits unter dem EU-Durchschnitt, der bei 68,2 Prozent liegt und deutlich unter der Quote Großbritanniens mit 95,2 Prozent.

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23.08.2010
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