Über diesen Artikel
Datum:
13.06.2013
Autor:
Sven Becker
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URL:
https://www.digital-lernen.de/nachrichten/medienforschung/einzelansicht/artikel/informatikgesellschaft-acm-technologie-standort-deutschland-ist-auf-grund-fehlender-it-kompetenzen.html
Title:
Informatikgesellschaft ACM: Technologie-Standort Deutschland ist auf Grund fehlender IT-Kompetenzen gefährdet
Kategorie:
Medienforschung
redaktion sven becker

Informatikgesellschaft ACM: Technologie-Standort Deutschland ist auf Grund fehlender IT-Kompetenzen gefährdet

Digitale Welt
© Gerd Altmann / pixelio.de

Die Informatikfachgesellschaft Association for Computing Machinery (ACM) hat in einer Untersuchung mit dem Titel „Informatics education – Europe cannot afford to miss the boat“ festgestellt: Europa droht auf Grund fehlender Fachkräfte in der Informatik den Anschluss an die technische Entwicklung zu verlieren. Zwar hätte es Anfang der 1970er- und 1980er-Jahre einige Anstrengungen zur Einführung von Inhalten der Informatik und der allgemeinen informatischen Bildung („digital literacy“) in schulische Lehrpläne und universitäre Curricula gegeben. Mittlerweile hätten jedoch in etlichen Ländern diese Bestrebungen wieder nachgelassen und seien zum Teil sogar rückgängig gemacht wurden. Eine solche Entwicklung sei unverantwortlich. Andere Länder bildeten die Schüler in der Informatik bedeutend gründlicher aus. Der Bericht betont: „Keine angemessene Informatikausbildung anzubieten, bedeutet, dass Europa seiner neuen Generation von Bürgern in der Bildung wie auch wirtschaftlich schadet."

Die Autoren formulieren vor diesem Hintergrund vier Schlüsselempfehlungen: Erstens sollten alle Schüler eine Ausbildung in „digital literacy“, also einer informatischen Grundbildung erfahren. Sie sollte früh beginnen, so dass die Schüler die grundlegenden Konzepte spätestens im Alter von zwölf Jahren beherrschen. Dieser Unterricht sollte nicht nur Fähigkeiten vermitteln, sondern auch die Grundsätze und Techniken ihres effektiven und ethischen Einsatzes der Informationstechnik. Zweitens sollten alle Schüler das Fach Informatik als eigenständiges wissenschaftliches Fach kennenlernen, insbesondere wegen der Anwendbarkeit der informatischen Kompetenzen auf andere Disziplinen. Drittens empfiehlt die Gesellschaft, mit einer groß angelegten Lehrerausbildung zu beginnen. Damit dies kurzfristig umgesetzt werden könne, sollten kreative Lösungen entwickelt werden, bei denen Lehrer mit Fachleuten aus Wissenschaft und Industrie zusammengebracht werden. Die vierte Empfehlung bezieht sich auf die Informatik-Lehrpläne. Sie sollten auf der beträchtlichen Anzahl existierender Werke aufgebaut werden sowie auf den spezifischen Empfehlungen des vorliegenden Reports.

Die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) hatte bereits im Jahr 2010 hat in ähnlichen Untersuchungen die kritische Situation in Deutschland analysiert, beispielsweise in einer vergleichenden Studie zum Informatikunterricht in den 16 Bundesländern. GI-Präsident Günther begrüßt daher die Empfehlungen der ACM: „Auf Grund unnötig langwieriger Diskussionen um Stundentafeln in den Ländern und aus Ignoranz bezüglich der Bedeutung und Zukunftsrelevanz informatischer Bildung auch im Primär- und Sekundärbereich wird am IT-Standort Deutschland der Anschluss verpasst. Wir müssen aufwachen und die Informatik als wichtiges Bildungsgut für Kinder und Jugendliche endlich wirklich fördern.“

Die ACM ist mit rund 78 000 Mitgliedern in über 100 Ländern aktiv. Gegründet wurde sie 1947 als erste wissenschaftliche Gesellschaft für Informatik. Ihr Ziel besteht darin, die „Kunst“, Wissenschaft und Anwendung der Informationstechnologie zu fördern. Sie veröffentlicht dazu verschiedene Zeitschriften und Publikationen und organisiert Tagungen. Sie vergibt außerdem jährlich den Turing-Preis. Mit dem Preis werden Personen ausgezeichnet, die sich besonders um die Entwicklung der Informatik verdient gemacht haben. Er gilt als die höchste Auszeichnung in der Informatik, vergleichbar dem Nobelpreis oder der Fields-Medaille. Die ACM kooperiert mit verschiedenen nationalen Organisationen Kooperationen, so auch in Deutschland mit der Gesellschaft für Informatik (GI).

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13.06.2013
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Sven Becker
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