Über diesen Artikel
Datum:
07.03.2012
Autor:
Sascha Steuer
Aktionen:
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URL:
https://www.digital-lernen.de/nachrichten/jugendmedienschutz/einzelansicht/artikel/wer-hilft-eltern-und-lehrern-bei-onlinesucht-und-gefaehrdung-ihrer-kinder-im-internet.html
Title:
Wer hilft Eltern und Lehrern bei Onlinesucht und Gefährdung von Kindern im Internet?
Kategorie:
Jugendmedienschutz
Vorstellung des Flyers in Traunreut

Wer hilft Eltern und Lehrern bei Onlinesucht und Gefährdung von Kindern im Internet?

Vorstellung des Flyers in Traunreut

Jeder Jugendliche verbringt laut aktueller JIM-Studie täglich mehr als zwei Stunden im Internet. Die meisten nutzen dabei Internet und Computer ohne Probleme, doch eine nicht unerhebliche Zahl erlebt auch Unangenehmes im Netz und wird Opfer von Datenklau, Cybermobbing und jugendgefährdenden Inhalten. Einige Jugendliche können ihre Internetnutzung selbst nicht mehr kontrollieren und zeigen Merkmale von echtem Suchtverhalten. Eltern und Lehrer wissen oft nicht was zu tun ist, dabei gibt es immer mehr Hilfsangebote auf allen Ebenen.

Die wenigsten Jugendlichen sind sich der Gefahren überhaupt bewusst wenn sie ins Internet gehen. Beispielsweise haben nur 28 Prozent der Jugendlichen Angst vor dem Missbrauch ihrer Daten. So werden Probleme oft erst erkannt, wenn es bereits zu spät ist und private Fotos längst unkontrolliert in Sozialen Netzwerken kursieren. Das Bewusstsein für Gefahren wecken und ein problembewusstes Online-Verhalten fördern, wäre im Rahmen einer Medienkompetenzförderung zuallererst die Aufgabe der Eltern und Schulen.

Das Verabreden von Nutzungszeiten kann beispielsweise einer exzessiven Internetnutzung vorbeugen, denn das Abgleiten in eine Online-Spielsucht  oder Mediensucht ist ein schleichender Prozess. 3,8 Prozent der 14- bis 24-jährigen Internetnutzer weisen Suchtverhalten auf, wie im Herbst 2011 eine Studie für das Bundesgesundheitsministerium ermittelte. Die Zahl ist weder ein Grund zur Hysterie, noch zur Ignoranz.

Für alle Probleme die durch eine unbedachte oder exzessive Internetnutzung bei Kindern und Jugendlichen entstehen, gibt es mittlerweile professionelle Hilfe. Schließlich sind die digitalen Medien längst keine „neuen“ Medien mehr. Immer mehr staatliche Stellen und private Vereine helfen bei Spielsucht, Cybermobbing, Kostenfallen und jugendgefährdenden Inhalten.

An deutschen Kliniken sind in den letzten Jahren Fachabteilungen zum Thema Spielsucht und Mediensucht aufgebaut worden. An der Universitätsklinik Mainz gibt es seit 2008 Deutschlands erste Ambulanz für Spielsucht, die auch Computerspielsucht behandelt. Seit der Eröffnung haben insgesamt 425 diagnostische Erstgespräche stattgefunden, um den Verdacht auf eine Internetsucht abklären zu lassen. Von diesen Personen erfüllten nach dem diagnostischen Erstgespräch zwei Drittel  die klinischen Kriterien für eine Internetsucht. Nach Auskunft des Universitätsklinikums konnten jedoch nicht alle Personen behandelt werden weil sie entweder eine zu schwere Symptomatik hatten, die eine stationäre Therapie erforderte oder eine fehlende Behandlungsmotivation beim Patienten vorlag. Im Endeffekt haben seit Ende 2008 rund 80 Patienten an einer Therapie teilgenommen. Auch am Heckscher-Klinikum in München kümmert sich der Ärztliche Direktor Prof. Franz Joseph Freisleder um das Thema Internetsucht von Kindern und Jugendlichen.

Sichtbares Zeichen für die Zunahme der professionellen Behandlung des Themas Computerspielsucht ist die Gründung des Fachverbandes Medienabhängigkeit im Jahre 2008, in dem sich Experten und Institute aus ganz Deutschland vernetzt haben. Ein Ziel des Verbandes  ist die Anerkennung der Mediensucht als eigenständiges Krankheitsbild, damit dies von allen Krankenkassen anerkannt und die Behandlung so abgerechnet werden kann.

Auch die Initiativen und Beratungsstellen zu den Themen Cybermobbing und jugendgefährdende Inhalte beginnen sich zunehmend zu vernetzen. In Thüringen haben sich alle Akteure im Netzwerk Medienkompetenz zusammengeschlossen.

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07.03.2012
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Sascha Steuer
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Wer hilft Eltern und Lehrern bei Onlinesucht und Gefährdung von Kindern im Internet?
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