Über diesen Artikel
Datum:
19.08.2011
Autor:
Sascha Steuer
Aktionen:
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URL:
https://www.digital-lernen.de/nachrichten/jugendmedienschutz/einzelansicht/artikel/wer-hats-aus-der-cloud-geklaut-bundesregierung-will-daten-von-kindern-und-jugendlichen-besser-sch.html
Title:
Wer hat´s aus der Cloud geklaut? Bundesregierung will Daten von Kindern und Jugendlichen besser schützen
Kategorie:
Jugendmedienschutz
Bundesrat     

Wer hat´s aus der Cloud geklaut? Bundesregierung will Daten von Kindern und Jugendlichen besser schützen

Bundesrat
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© Frank Bräuer, Bundesrat 2010

Wer persönliche Texte oder Fotos in einem Sozialen Netzwerk hoch lädt, verzichtet dabei häufig auf die Rechte an den Daten. Zunehmend werden auch andere Daten nicht mehr auf dem heimischen Computer direkt gespeichert, sondern in einer sogenannten Cloud abgelegt. Diese „Datenwolke“ ist irgendwo auf der Welt in einem Serverzentrum gespeichert, in dem das deutsche Recht nicht gilt. Apple, Facebook, Google, alle Großen setzen mittlerweile auf die Clouds und sichern sich damit den direkten Zugriff auf noch mehr Daten. Doch nicht nur die Unternehmen wollen die Daten nutzen, auch die US-Regierung kann auf außerhalb der USA gespeicherte Daten zugreifen und habe davon schon zahlreichen Gebrauch gemacht, erklärte Google in der vergangenen Woche gegenüber der Zeitschrift Wirtschaftswoche.

Doch auch ohne Zugriffe der US-Behörden jagt eine Datenpanne bei Google, Facebook und Co. die nächste. Das unerlaubte Auslesen von privaten WLAN-Daten durch Google oder der Zugriff von Facebook-Plugins auf Nutzerdaten werden von der Öffentlichkeit als Skandale gewertet, im Grunde genommen sind sie nur die konsequente Fortführung eines Geschäftsmodells das auf individualisierte Werbung und Datenverwertung setzt.

Einigen Bundesländern wurde dies nun zu viel, sie starteten eine Gesetzesinitiative um Nutzer von Sozialen Netzwerken besser vor „Datenklau“ zu schützen. Wenigstens müssten die Nutzer über die anderweitige Nutzung ihrer Daten informiert werden und eine Löschung der Daten durch den Nutzer möglich sein. Die Bundesregierung unterstützt nun offiziell die von Hessen initiierte Bundesratsinitiative damit: „insbesondere mit Blick auf einen effektiven Kinder und Jugendmedienschutz ein besonders hohes Datenschutzniveau angestrebt werden“ kann. Sie macht allerdings klar, dass Lösungen auf europäischer Ebene gesucht werden müssten. Daher wolle sich die Bundesregierung „bei den anstehenden Beratungen zu einer europäischen Datenschutzrechtsreform dafür einsetzen und insbesondere eine Regelung zu datenschutzfreundlichen Voreinstellungen auf höchster Stufe“ anzustreben.

Tatsächlich sind die Möglichkeiten für den deutschen Gesetzgeber beschränkt, denn die deutschen Gesetze greifen nur bei deutschen Anbietern Sozialer Netzwerke. Facebook, mit europäischem Sitz in Irland, ist nur durch europäische Regeln zu erreichen, oder eben durch irisches Recht. Während die Politik so versucht durch internationale Regelungen der Internationalisierung der Daten Herr zu werden, stellt sich die Frage welche Strategien es geben könnte, um wenigstens sensible Schülerdaten kurzfristig zu schützen. Wer will, dass die Schüler persönliche Daten im Schulnetzwerk ablegen, muss auch für deren Sicherheit garantieren. Eine Strategie könnte sein die Daten innerhalb des deutschen Rechtsraums - sprich innerhalb der Schule - zu belassen und so dem Zugriff durch international tätige Unternehmen zu entziehen. Cloud und Schule, das ist so lange ein heikles Thema wie nicht garantiert werden kann, dass der Aufsatz über den letzten Familienurlaub nicht im Ausland mitgelesen werden kann.

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19.08.2011
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Sascha Steuer
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Jugendmedienschutz
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