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Datum:
25.05.2011
Autor:
Redaktion
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https://www.digital-lernen.de/nachrichten/jugendmedienschutz/einzelansicht/artikel/update-facebook-auch-fuer-kinder-mark-zuckerberg-zieht-aeusserung-zurueck.html
Title:
Update: Facebook auch für Kinder? Mark Zuckerberg zieht Äußerung zurück
Kategorie:
Jugendmedienschutz
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Update: Facebook auch für Kinder? Mark Zuckerberg zieht Äußerung zurück

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© facebook Pressroom

Kinder sollten alle Bildungsmöglichkeiten nutzen können, lautete zunächst die abenteuerliche Begründung des Facebook-Gründers Mark Zuckerberg zu seinem Vorstoß, auch Kinder unter 13 sollten sich bei Facebook ein Profil anlegen können. Die Kinder könnten sich, Zuckerberg weiter, so gegenseitig bei Hausaufgaben helfen. Dass Soziale Netzwerke zunehmend Hausaufgaben und andere Freizeitaktivitäten ersetzen und nicht unterstützen, hat Zuckerberg offenbar vergessen. Nun zog, laut Spiegel-Online Zuckerberg seine Äußerungen zurück und erklärte, an dem  Thema arbeite man zurzeit nicht.

Der Vorstoß irritiert vor allem angesichts ständig neuer Datenschutzskandale bei Facebook, immer wieder gelangen private Nutzerdaten ohne die Zustimmung der Nutzer an Unternehmen. Es ist evident, dass Kinder noch weniger als Jugendliche in der Lage sind, die komplizierten Privatsphäre-Einstellungen von Facebook zu verstehen und sich entsprechend zu schützen. Doch Facebook birgt auch Gefahren durch Viren die von Kindern gar nicht verstanden werden können. Nach einer aktuellen EU-Studie nutzen Kinder die Netzwerke meist ungeschützter als Jugendliche. Nur jedes zweite Kind weiß wie die privaten Sicherheitseinstellungen verändert werden, bei den Jugendlichen sind es immerhin 78 Prozent. Auch die Kenntnis wie man einen anderen User blockiert, haben nur 61 Prozent der Kinder und 81 Prozent der Jugendlichen.

Doch auch viele ältere Jugendliche haben laut einer Studie der bayerischen Landeszentrale für neue Medien nur vage Vorstellungen davon, was mit ihren Daten passiert. So wird ein möglicher Datenmissbrauch durch Dritte nur von wenigen Jugendlichen als Problem wahrgenommen. Auch viele Jugendliche sind also mit diesen Herausforderungen noch überfordert.

Eine amerikanische Umfrage hat herausgefunden, dass heute bereits 7,5 Millionen Kinder illegal ein Facebook-Profil haben, in dem sie sich älter machen, darunter gar fünf Million unter 10-Jährige. Die Facebook-Regeln sehen bisher vor, dass das Alter nachträglich nicht verändert werden kann. Wer einmal mit dem Alter lügt, muss dabei bleiben, sonst droht eine lebenslange Sperre. Doch auch in Europa gehen mehr und mehr Kinder in Sozialen Netzen online. Nach einer neuen Studie der EU unter 25.000 Jugendlichen in 25 europäischen Ländern haben 38 Prozent der 9 bis 12-Jährigen und 77 Prozent der 13 bis 16-Jährigen ein Profil. In Deutschland liegen die Zahlen leicht darunter, so sind hier 72 Prozent der Jugendlichen online und 27 Prozent der Kinder. Noch dominiert SchülerVZ, Facebook holt jedoch rasant auf. Facebook ist mittlerweile die beste digitale Werbeplattform, nirgends kann Werbung so individualisiert geschaltet werden wie hier. Die Daten der über 600 Millionen registrierten Facebook-User sind so mittlerweile bis zu 80 Milliarden Dollar wert, ein User also etwa 130 Euro. Kinder dürften wesentlich wertvoller sein, schließlich kann bei Ihnen eine frühe Markenbindung erreicht werden, die ein Leben lang Bestand hat.

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25.05.2011
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