Über diesen Artikel
Datum:
31.01.2012
Autor:
Sascha Steuer
Aktionen:
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URL:
https://www.digital-lernen.de/nachrichten/jugendmedienschutz/einzelansicht/artikel/tu-berlin-kein-cybermobbing-ohne-zuhoerer-und-weitersager.html
Title:
TU Berlin: Kein Cybermobbing ohne Zuhörer und Weitersager
Kategorie:
Jugendmedienschutz, Studien
gastautoren stift

TU Berlin: Kein Cybermobbing ohne Zuhörer und Weitersager

Nicht erst seit dem Selbstmord eines 13-jährigen Jungen aus Österreich ist Cybermobbing ein wichtiges Thema. Beleidigungen, Geheimnisverrat und diskreditierende Fotos machen vielen Schülerinnen und Schülern das Leben schwer. Gegen die verantwortlichen vorzugehen, ist nicht immer leicht, oft ist die Identität nicht bekannt. Doch es braucht nicht nur Täter, damit Cybermobbing funktioniert, es braucht auch Leser und Internetnutzer, die die Schmähzeilen weiterverbreiten. Der Gruppe dieser sogenannten „Bystander“ hat sich eine Forschergruppe der Technischen Universität Berlin angenommen.

In der nun vorgestellten Studie „Bystander von Cyber-Mobbing“ untersuchten die Wissenschaftler das Verhältnis von Opfer zu Bystander. Demnach spielt es eine entscheidende Rolle wie sich das Umfeld des Mobbingopfers verhält. Halten die Schulkameraden zu dem Opfer, stärken sie ihm oder ihr den Rücken, oder wird das kompromittierende Bild oder die Verunglimpfung zahlreich weiterverbreitet? Für die Qualitative Studie wurden 30 Berliner Schülerinnen und Schüler in mehrere Gruppen aufgeteilt und jeweils eine knappe Stunde interviewt. Dabei gaben drei Viertel der Jugendlichen an, in letzter Zeit Cybermobbing mitbekommen zu haben.

Cybermobbing und reale Welt sind laut der Studie eng miteinander verwoben. Wer in der Klasse Außenseiter ist, wird dann auch im Internet gemobbt und andersrum. Die Schüler geben an, dem Opfer in der Regel zu helfen wenn es sich um enge Freunde handelt. Wer nicht hilft, hat oft Angst davor selbst Opfer des Mobbings zu werden. „Nicht jedes Schweigen ist auch eine Zustimmung“ – so der Leiter der Studie, Dr. Jan Pfetsch.

Hilfe erwarten die Jugendlichen in erster Linie von ihren Freunden, die ihnen beistehen sollten. Doch auch in der Schule sollte Cybermobbing behandelt werden. Hier helfen Projekte gegen Cybermobbing, wie beispielsweise der sogenannte Anti-MobbingKoffer der Techniker Krankenkasse. In Kooperation mit einigen Bundesländern wurden die Koffer produziert, in denen die Schulen alles finden, was sie zur Organisation einer Projektwoche zu dem Thema benötigen. In einem Handbuch wird beschrieben, wie die Lehrerinnen und Lehrer die Unterrichtseinheiten der Projektwoche gestalten können. Mehrere Filme zeigen anschaulich, worum es beim Mobbing geht und welche Folgen es haben kann. Für die Lehrkräfte gibt es einen Film mit Hinweisen zur Gesprächsführung während der Projektwoche, und auch für den Elternabend steht ein Film zur Verfügung.

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31.01.2012
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Sascha Steuer
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TU Berlin: Kein Cybermobbing ohne Zuhörer und Weitersager
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Jugendmedienschutz, Studien
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