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Datum:
26.11.2012
Autor:
Thorsten Greb
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URL:
https://www.digital-lernen.de/nachrichten/jugendmedienschutz/einzelansicht/artikel/transatlantische-erklaerung-fuer-ein-kindersicheres-internet-unterzeichnet.html
Title:
Transatlantische Erklärung für ein kindersicheres Internet unterzeichnet
Kategorie:
Jugendmedienschutz
gastautoren stift

Transatlantische Erklärung für ein kindersicheres Internet unterzeichnet

Press conference by Neelie Kroes
© European Commission, G. Boulougouris

Globale Probleme erfordern globale Lösungen, das gilt nicht nur für die Bekämpfung des Klimawandels oder für den Weg heraus aus der internationalen Schuldenkrise, sondern auch für verbotene Inhalte im Internet. Was nutzt es, wenn pornografisches Video- und Bildmaterial auf ausländischen Servern gehostet wird, diesem Material mit nationalen Gesetzen aber nicht beizukommen ist? Auf Ebene der Europäischen Union versucht man dem Problem unter anderem mit dem „Safer Internet Program“ und der „Strategie für ein kindersicheres Internet“ entgegenzuwirken. Ziel ist es, EU-Staaten übergreifende Standards für ein kinder- und jugendsicheres Internet zu schaffen. In der vergangenen Woche wurden die bereits existierenden Initiativen nun um einen transatlantischen Dialog mit den Vereinigten Staaten erweitert.

In London unterzeichneten Neelie Kroes, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission und Kommissarin für die Digitale Agenda der Europäischen Union, und Janet Napolitano, Ministerin für Innere Sicherheit der Vereinigten Staaten, eine gemeinsame Erklärung „zur Reduzierung der Risiken und Maximierung des Nutzens des Internets für Kinder“. Getragen werde die transatlantische Erklärung von einer geteilten Vision, wie ein sicheres Internet auszusehen habe und welche notwendigen Schritte zum besseren Schutz der Kinder in privaten und öffentlichen Netzwerken zu unternehmen seien, heißt es in dem Erklärungstext. Kroes zeigte sich im Anschluss der Unterzeichnung zuversichtlich: „Unsere gemeinsame Vereinbarung ist ein Schritt hin zur Bekämpfung der Kinderpornografie im Internet und jener Kriminellen, die hinter dem verbotenen Bild- und Videomaterial stecken", teilte die EU-Kommissarin in ihrem Blog mit. 

In ihrer Vereinbarung kommen die Europäische Union und die Vereinigten Staaten überein, die gemeinsamen Anstrengungen bei der internationalen Bekämpfung insbesondere von kinderpornografischem Material im Internet weiter verstärken zu wollen. Aufbauen möchte man dabei auf bereits bestehende staatenübergreifende Netzwerke und Institutionen wie der Virtual Global Taskforce - einer 2003 gegründeten, teils staatlichen, teils privaten Initiative, die dem Thema Kinderpornografie den Kampf angesagt hat – und der internationalen Kriminalpolizei Interpol. Beide Institutionen hätten bereits wichtige Vorarbeit auf diesem Gebiet geleistet.   

Außerdem möchte man in Zukunft noch stärker bei der Nutzeraufklärung und der Vermittlung von Medienkompetenz zusammenarbeiten, beispielsweise im Rahmen der Kampagne ‚Stop.Think.Connect.‘, die sich dafür einsetzt, dass Nutzer sich zunächst intensiv mit den Gefahren des Internets auseinandersetzen, bevor sie sich im World Wide Web bewegen. Kinder und Jugendliche, aber auch Eltern und Pädagogen müssten über die Risiken der Internetnutzung informiert sein und über die notwendigen Fähigkeiten verfügen, Gefahren zu erkennen und mit diesen umgehen zu können.  

Ein weiterer Bestandteil der Erklärung ist die Absicht des Ministeriums für Innere Sicherheit der Vereinigten Staaten, sich mit eigenen Angeboten beim kommenden Safer Internet Day der Europäischen Union am 5. Februar 2013 beteiligen zu wollen.   

Die in der vergangenen Woche geschlossene Vereinbarung zwischen der Europäischen Kommission und dem US-amerikanischen Innenministerium ist das Ergebnis zweijähriger Konsultationen im Rahmen der transatlantischen Arbeitsgruppe zur Cybersicherheit und Cyberkriminalität, die auf dem EU-US-Gipfel in Lissabon am 20. November 2010 ins Leben gerufen wurde.

Fast zeitgleich zu den Gesprächen zwischen EU-Kommissarin Kroes und der US-Innenministerin Napolitano befasste sich auch das Europäische Parlament mit der Frage der Kindersicherheit im Internet. Das Surfen im World Wide Web sei heute ein selbstverständlicher Bestandteil kindlicher Lebenswelten, der Schutz von Kindern im Internet müsse deshalb sehr ernst genommen werden, fordern die EU-Parlamentarier in der verabschiedeten Resolution.

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26.11.2012
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Thorsten Greb
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Transatlantische Erklärung für ein kindersicheres Internet unterzeichnet
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