Über diesen Artikel
Datum:
20.09.2013
Autor:
Thorsten Greb
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URL:
https://www.digital-lernen.de/nachrichten/jugendmedienschutz/einzelansicht/artikel/medienkompetenztag-schleswig-holstein-2013-eine-rueckschau.html
Title:
Medienkompetenztag Schleswig-Holstein 2013 - Eine Rückschau
Kategorie:
Jugendmedienschutz
Medienkompetenztag Schleswig-Holstein 2013     

Medienkompetenztag Schleswig-Holstein 2013 - Eine Rückschau

Medienkompetenztag Schleswig-Holstein 2013
Medienkompetenztag Schleswig-Holstein 2013     
© neolern GmbH

Wo liegen die Chancen und Gefahren für Kinder und Jugendliche bei der Nutzung digitaler Medien? Welche Rolle kommt den Eltern, Lehrkräften und Erziehern bei der Vermittlung von Medienkompetenz zu und welche konkreten Bildungsangebote sowie Umsetzungsszenarien existieren in diesem Bereich? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigte sich der Medienkompetenztag Schleswig-Holstein 2013. Knapp 600 Besucherinnen und Besucher waren in die Räumlichkeiten der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel gekommen, um an den Vorträgen und Workshops teilzunehmen und sich auf der Ausstellermesse über Angebote der Medien- und Lehrmittelanbieter sowie der Träger von Medienkompetenzprojekten zu informieren. Das Magazin DIGITAL LERNEN war ebenfalls vor Ort und hat für Sie einige Impressionen eingefangen.

Insgesamt drei Hauptvorträge bildeten den thematischen Rahmen der Veranstaltung. Sehr aufschlussreich war für uns der 45-minütige Redebeitrag von Dr. Thomas Riecke-Baulecke, Direktor des Instituts für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH). Riecke-Baulecke sprach sich in seinem Vortrag unter anderem dafür aus, den Einsatz digitaler Medien an den konkreten pädagogischen und didaktischen Notwendigkeiten auszurichten und Informationstechnologie nicht ausschließlich der Technik wegen einzusetzen. Eine gute informationstechnische Ausstattung in den Schulen bewirke nicht zwangsläufig einen besseren Schulunterricht oder gar einen höheren Lernerfolg bei den Schülern, gab Riecke-Baulecke zu bedenken. Selbst im Informationszeitalter sei erstklassiger Schulunterricht auch ohne den Einsatz digitaler Medien zu machen. Gleichwohl dürften wir uns der Realität der digitalisierten Gesellschaft und der damit einhergehenden Auswirkungen auf das Lehren und Lernen nicht verschließen. Es müsse darum gehen, eine „offensive Haltung zu digitalen Medien“ zu entwickeln, aber dabei die „reflektierte Nutzung“ nicht aus dem Blick zu verlieren. Im Vordergrund müsse immer die Abwägungsfrage stehen, ob der Einsatz digitaler Medien im Unterricht eine „kognitive Aktivierung und das verstehende Lernen“ bei den Schülern bewirke oder nicht, so der IQSH-Direktor weiter.

v.l.n.r: Dr. Thomas Riecke-Baulecke in Vorbereitung des Hauptvortrages gemeinsam mit Thore Olaf Kühn und Christoph Olsen vom IQSH © neolern GmbH

v.l.n.r.: Dr. Thomas Riecke-Baulecke in Vorbereitung des Hauptvortrages gemeinsam mit Thore Olaf Kühn und Christoph Olsen vom IQSH

Das inhaltliche Programm bot über die Vorträge hinaus 14 Themenbörsen, in denen Medienkompetenzprojekte und konkrete Anwendungsszenarien vorgestellt wurden, sowie 22 Workshops zu Themen wie digitale Audioproduktion in der Schule, kreative Lern- und Lehrarrangements, Serious Games oder IT-gestützter Fremdsprachenunterricht. Auf der veranstaltungsbegleitenden Messe präsentierten kommerzielle und nicht kommerzielle Aussteller ihre Angebote, Dienstleistungen und Produkte. Vertreten waren unter anderem das Schleswig-Holsteinische Sozialministerium, das Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein und das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz. Bei den kommerziellen Ausstellern waren neben Reese IT, itslearning, RDT Ramcke DatenTechnik und TIME for kids zahlreiche andere Unternehmen mit Ständen vertreten. Bei dieser großen Themen- und Ausstellerbandbreite ließen es sich Schleswig-Holsteins Sozialministerin Kristin Alheit und Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Prof. Dr. Waltraud „Wara“ Wende nicht nehmen, sich über Bildungsangebote zur Medienkompetenz und Produkte aus der Welt der Schul-IT zu erkundigen.

Prof. Dr. „Wara“ Wende (rechts im Bild), Bildungsministerin des Landes Schleswig-Holstein, informieret sich gemeinsam mit Gyde Hansen (Ministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein) Schulmedien und Medienkompetenzprojekte © neolern GmbH

Prof. Dr. Waltraud „Wara“ Wende (rechts im Bild), Bildungsministerin des Landes Schleswig-Holstein, informiert sich gemeinsam mit Gyde Hansen (Ministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein) zu Schulmedien und Medienkompetenzprojekten

Am Stand von TIME for kids beispielsweise informierte sich Sozialministerin Alheit gemeinsam mit IQSH-Direktor Dr. Thomas Riecke-Baulecke und Dr. Gesa Ramm (ebenfalls IQSH) über den Transformationsprozess vom stationären zum mobilen Lernen unter Einbeziehung des pädagogischen, technischen und gesetzlichen Jugendschutzes und der Wahrung des Datenschutzes der Kinder und Jugendlichen.

v.l.n.r: Kirstin Alheit (Sozialministerin des Landes Schleswig-Holstein), Dr. Thomas Riecke-Baulecke (Direktor des IQSH), Josef Seitner (TIME for kids) und Dr. Gesa Ramm (IQSH) © neolern GmbH

v.l.n.r.: Kristin Alheit (Sozialministerin des Landes Schleswig-Holstein), Dr. Thomas Riecke-Baulecke (Direktor des IQSH), Josef Seitner (TIME for kids) und Dr. Gesa Ramm (IQSH)

Geschlossen wurde der diesjährige Medienkompetenztag Schleswig-Holstein mit einer inhaltlich stark besetzten Diskussionsrunde zur „Rolle der Eltern in der Medienbildung“, an der neben Bildungsministerin Wende Stefan Hirt, Vorsitzender des Landelternbeirats der Gemeinschaftsschulen, Lothar Hay, Vorsitzender des Medienrats der Medienanstalt Hamburg Schleswig-Holstein und Jutta Kürtz, Vorsitzende des Beirats des Offenen Kanals Schleswig-Holstein, teilnahmen.

Der Medienkompetenztag Schleswig-Holstein findet seit 2011 jährlich statt und wird gemeinschaftlich organisiert vom Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein, dem Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein, der Medienanstalt Hamburg Schleswig-Holstein und vom Offenen Kanal Schleswig-Holstein. Als Veranstalter zeichnet sich das 2010 gegründete Netzwerk Medienkompetenz verantwortlich, zu dem sich neben den genannten Organisatoren eine Reihe regionaler Institutionen wie beispielsweise das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz oder die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein zusammengetan haben.      

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20.09.2013
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Thorsten Greb
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Jugendmedienschutz
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