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Datum:
18.05.2011
Autor:
Redaktion
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https://www.digital-lernen.de/nachrichten/jugendmedienschutz/einzelansicht/artikel/kinder-im-internet-besser-schuetzen-kjm-legt-kriterien-zur-anerkennung-eines-jugendschutzfilters-v.html
Title:
Kinder im Internet besser schützen - KJM legt Kriterien zur Anerkennung eines Jugendschutzfilters vor
Kategorie:
Jugendmedienschutz
gastautoren stift

Kinder im Internet besser schützen - KJM legt Kriterien zur Anerkennung eines Jugendschutzfilters vor

Nur 28 Prozent der Eltern in Europa setzen Internetfilter ein, um ihre Kinder vor gefährlichen Inhalten zu schützen, in Deutschland sind es laut KIM-Studie sogar nur 14 Prozent. Gleichzeitig machen jedoch immer mehr Kinder negative Erfahrungen im Internet, werden belästig oder mit jugendgefährdenden Inhalten wie Pornografie konfrontiert. Ohne Internetfilter sind die Kinder diesen verstörenden Eindrücken schutzlos ausgeliefert. Deshalb würde ein Drittel aller Eltern gern einen Filter einsetzen, kennt sich jedoch nicht damit aus. Um Eltern bei der Orientierung zu helfen, diskutieren die Gremien der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) seit langem über ein Anerkennungsverfahren von Internetfiltern. Auf Grundlage des Jugendmedienschutzstaatsvertrages gab es gar ein sogenanntes Prüflabor in dem jahrelang ein Internetfilter geprüft wurde, ohne Erfolg. Nach dem Scheitern von Prüflabor und Jugendmedienschutzstaatsvertrag wurden nun neue Kriterien zur Anerkennung eines Programms vorgelegt und sind sogleich umstritten.

Die KJM will nun Internetfilter anerkennen wenn sie mindestens 80 Prozent jugendgefährdender und entwicklungsbeeinträchtigender Inhalte blockieren, aber nicht nur das. So sollen die Programme ständig automatisch aktualisiert werden, aber nicht viel kosten, einfach bedienbar sein, aber mehrere Altersklassen unterscheiden. Wie das alles zusammenpassen kann, verrät die KJM nicht.

Angesichts immer neuer Datenschutzskandale im Internet wird zunehmend klar, dass kostenlose Angebote entweder schlecht sind oder nur auf andere Art und Weise „bezahlt“ werden, sei es mit den eigenen Daten oder mit gezieltem Werbekonsum. Insofern wirkt es anachronistisch wenn die KJM verlangt, dass ein Filter „dem derzeitigen Stand der Technik“ genügen, aber gleichzeitig „keine unrealistischen Anforderungen an den technischen Sachverstand der Benutzer stellen und keine unangemessen hohen Kosten verursachen“ soll, die KJM empfiehlt gar den Filter „Eltern kostenlos anzubieten“.

Dazu passt auch die Empfehlung der KJM für die Altersgruppe der unter Zwölfjährigen. Demnach soll für diese Altersgruppe statt einer Filterung einfach die Liste der sogenannten Kindersuchmaschine fragfinn.de in den Filter integriert werden. Kinder könnten dann nur noch Seiten aufrufen, die bei fragfinn.de gelistet sind. Fragfinn.de ist in der Kritik, seit bekannt wurde, dass seit dem Trägerwechsel zu Unternehmen wie SuperRTL vor allem Internetseiten bestimmter großer Hersteller gefunden werden. Es ist auch zweifelhaft, ob sich Zwölfjährige mit einer relativ kleinen Liste von Seiten zufrieden geben, schließlich sind heute schon 38 Prozent der Neun- bis Zwölfjährigen bei Facebook und SchülerVZ angemeldet. Laut heise online bezeichnet auch Alvar Freude vom AK Zensur die Empfehlung der KJM, alle nicht gekennzeichneten Inhalte für unter Zwölfjährige auszufiltern, als "problematisch".

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18.05.2011
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