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Datum:
13.09.2010
Autor:
Redaktion
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https://www.digital-lernen.de/nachrichten/jugendmedienschutz/einzelansicht/artikel/jugendsexualitaet-in-deutschland-immer-frueher-gut-aufgeklaert-durch-elternhaus-und-medien.html
Title:
Jugendsexualität in Deutschland: Immer früher gut aufgeklärt durch Elternhaus und Medien
Kategorie:
Jugendmedienschutz
gastautoren stift

Jugendsexualität in Deutschland: Immer früher gut aufgeklärt durch Elternhaus und Medien

Der Zeitpunkt der ersten sexuellen Erfahrungen von Jugendlichen in Deutschland stagniert seit einem Jahrzehnt, dies ergab die neue umfangreiche Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zur aktuellen Jugendsexualität. Während 1980 noch 38 Prozent der 15 bis 17jährigen Jungen und 56 Prozent der Mädchen ihren ersten Geschlechtsverkehr hatten, sind es heute zwar 65 Prozent bei den Jungen und 66 Prozent bei den 15 bis 17jährigen Mädchen, allerdings lagen die Zahlen bereits 1998 in vergleichbarer Höhe. Bei den 14jährigen ist der Anteil sogar leicht zurückgegangen auf vier bis sieben Prozent. „Annahmen, wonach immer mehr junge Menschen immer früher sexuell aktiv werden, bestätigen sich nicht“, erklärt Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. „Die aktuelle Repräsentativerhebung zeigt, dass seit Mitte der neunziger Jahre die sexuelle Aktivität Jugendlicher fast unverändert und jetzt sogar rückläufig ist.“

Das Ergebnis stagnierender bis leicht rückläufiger Sexualität Jugendlicher fällt zusammen mit der Debatte über die "Generation Porno", also der Analyse, dass immer mehr Jugendliche Pornos im Internet anschauen. Zu klären wäre nun die Frage, wie steigender Pornokonsum und leicht sinkende Sexualität zusammenhängen.

Gleichzeitig ist der Anteil der Jugendlichen, die verhüten stark angestiegen. So verhüten fast alle Jugendlichen beim ersten Mal, nur acht Prozent der Mädchen und Jungen nehmen weder Kondom noch Pille. Die Zunahme der Verhütung könnte auf die steigende Beratung der Jugendlichen durch Elternhaus, Schule und Computer zurückzuführen sein.

Allerdings unterscheiden sich deutsche und nichtdeutsche Jugendliche besonders bei der Beratung durch die Eltern. Sowohl Mädchen als auch Jungen aus Migrantenfamilien sehen in ihren Eltern viel weniger Bezugspersonen mit denen sie über das Thema Sexualität reden möchten. Die Schule rangiert bei den deutschen Jugendlichen knapp an zweiter Stelle, während der Lehrer bei den nichtdeutschen Jugendlichen sogar an die erste Stelle tritt. Insgesamt haben die nichtdeutschen Jugendlichen einen viel höheren Informationsbedarf als die deutschen Jugendlichen.

Rund ein Drittel der Mädchen und 36 Prozent der deutschen bzw. 46 Prozent der nichtdeutschen Jungen informieren sich über das Internet. Je mehr Erfahrungen die Jugendlichen bereits haben, desto eher nutzen sie das Internet und je jünger und unerfahrener sie sind, desto wichtiger sind Zeitschriften oder Bücher. In Deutschland wurde auf den zunehmenden Aufklärungsbedarf reagiert. So gibt es hier von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung eigens für Kinder und Jugendliche konzipierte Aufklärungsseiten, die auf den Bildungsservern zu finden sind, wie beispielsweise loveline.de.

Die wachsende Informationssuche im Internet resultiert auch aus der allgemeinen Zunahme der Internetnutzung zuhause insgesamt. So nutzen mittlerweile 94 Prozent der Jungen und Mädchen das Internet, 2005 waren es noch 73 Prozent. Interessant ist auch, dass die Zunahme der Nutzung in der Schule nicht mit der Nutzung zuhause mithält. So stieg die Internetnutzung in der Schule bei den Jungen nur von 37 Prozent in 2005 auf 49 Prozent 2009 an und bei den Mädchen nur von 41 Prozent auf 50 Prozent.

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13.09.2010
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