Über diesen Artikel
Datum:
17.08.2012
Autor:
Thorsten Greb
Aktionen:
Drucken
URL:
https://www.digital-lernen.de/nachrichten/jugendmedienschutz/einzelansicht/artikel/jugendforum-nrw-spielend-lernen-in-virtuellen-welten.html
Title:
Jugendforum NRW: „Spielend Lernen in virtuellen Welten“
Kategorie:
Jugendmedienschutz
gastautoren stift

Jugendforum NRW: „Spielend Lernen in virtuellen Welten“

NRW Wappenzeichen
© MIK NRW

Unter dem Motto „Spielend Lernen in virtuellen Welten“ findet noch bis kommenden Sonntag das Jugendforum NRW auf der Computerspielmesse gamescom in Köln statt.  Nordrhein-Westfalens Jugendministerin Ute Schäfer und die Jugenddezernentin der Stadt Köln, Dr. Agnes Klein, eröffneten am vergangenen Mittwoch die viertägige Veranstaltung, die inzwischen zum siebten Mal in der Rheinmetropole stattfindet. Kinder, Jugendliche und Erwachsene hätten auf dem Jugendforum NRW die Möglichkeit, mit Expertinnen und Experten aus der Bildungsarbeit „über mögliche Gefahren, aber vor allem auch über die mit Computerspielen verbundenen Lernchancen zu diskutieren“, sagte Jugendministerin Schäfer.

Verschiedene nordrhein-westfälische Jugendprojekte, Schulen und Bildungseinrichtungen stellen auf dem Jugendforum NRW praktische Einsatzbeispiele von Computerspielen in der Bildungsarbeit vor. An einem Stand werden interessierte Nutzer spielerisch an das Thema Inklusion herangeführt, an einem anderen geht um es um virtuelles kochen lernen und Rezepte schreiben. Einige Institutionen bieten im Rahmen der gamescom außerdem Fortbildungsveranstaltungen für Lehrkräfte an, in denen die Chancen und Gefahren von Computerspielen vermittelt werden sollen.

„Computer- und Konsolenspiele sind nicht nur reiner Zeitvertreib. Sie eignen sich auch hervorragend für die medienpädagogische Bildungs- und Freizeitarbeit“ erklärte Jugendministerin Schäfer. Die zahlreichen Beispiele auf dem Jugendforum NRW seien ein deutlicher Beleg dafür. Gleichzeitig müsse aber darauf geachtet werden, dass die Kinder und Jugendlichen den kritischen Umgang mit diesem Medium lernten. Aus diesem Grund habe man die Förderung medienpädagogischer Angebote im Kinder- und Jugendförderplan des Landes auf 1,2 Millionen Euro mehr als verdoppelt“, so Schäfer weiter.

Obwohl inzwischen viele Wissenschaftler, Medienpädagogen und Lehrerkräfte überzeugt sind, das der gezielte Einsatz von Computerspielen im Schulunterricht didaktisch und pädagogisch sinnvoll sein kann, bleibt das Thema eines der großen ungelösten Diskussionsfelder bei der Integration digitaler Medien in den Schulunterricht. Befürworter versuchen die Potenziale von Computerspielen für formelle und informelle Lernprozesse herauszustellen und verweisen auf eine höhere Lernmotivation und Aktivierung der Schüler durch einen spielerischen und intuitiven Zugang zu Lerninhalten und Wissen. Die Kritiker sehen hingegen die Gefahr einer zu frühen und übermäßigen Mediennutzung durch Kinder und Jugendliche und führen die problematischen Aspekte beim Umgang mit Computerspielen ins Feld: der Jugendmedienschutz und die Computerspielsucht. Während die negativen Effekte des Konsums von Computerspielen in der Vergangenheit vielfach belegt wurden, sind wissenschaftlich abgesicherte Studien, die den Nutzen von Computerspielen in der Bildungsarbeit und insbesondere im Schulunterricht belegen, noch rar gesät.

Professor Dominik Petko, Leiter des Instituts für Medien und Schule an der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz, bringt das daraus resultierende Dilemma auf den Punkt. Lehrkräften wird es gegenwärtig leichter gemacht, „sich pauschal den Gegnerinnen und Gegnern des Lernens mit digitalen Games anzuschliessen, da diese mit Vermeidung und Verbot die einfacheren Rezepte zur Umsetzung ihrer Ansichten in der Hand haben. Begeisterte und vorsichtige Befürworterinnen und Befürworter befinden sich demgegenüber in einer schwierigen Bringschuld. Sie müssen zeigen, dass digitale Spiele nicht nur theoretisch ein Potenzial besitzen, sondern im Unterricht mit vertretbarem Aufwand und begründbaren Mehrwerten einsetzbar sind.“

Unabhängig von der Diskussion über ein für und wider von Computerspielen im Schulunterricht, scheint eine grundsätzliche Beschäftigung mit der Thematik „Computerspiele in der Medienbildung“ in jedem Fall notwendig zu sein, denn Computerspiele sind heute ein zentraler Bestandteil kindlicher und jugendlicher Lebenswelten.

1 2  
Über diesen Artikel
Datum:
17.08.2012
Autor:
Thorsten Greb
Aktionen:
Drucken
URL:
https://www.digital-lernen.de/nachrichten/jugendmedienschutz/einzelansicht/artikel/jugendforum-nrw-spielend-lernen-in-virtuellen-welten.html
Title:
Jugendforum NRW: „Spielend Lernen in virtuellen Welten“
Kategorie:
Jugendmedienschutz
gastautoren stift
Diesen Artikel teilen