Über diesen Artikel
Datum:
08.02.2013
Autor:
Sven Becker
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URL:
https://www.digital-lernen.de/nachrichten/jugendmedienschutz/einzelansicht/artikel/eu-kommission-make-the-internet-a-better-place-for-kids.html
Title:
EU-Kommission: Make the Internet a better place for kids
Kategorie:
Jugendmedienschutz
redaktion sven becker

EU-Kommission: Make the Internet a better place for kids

Reunion Meps laureats concours B1
© (C) European Union PE-EP, Jacques Denier, European Union

Pünktlich zum 5. Februar, dem Safer Internet Day 2013, hat die Europäische Kommission die Arbeitsergebnisse der „CEO Coalition to make the Internet a better place for kids“ vorgestellt – ein Zusammenschluss führender Medien-, Technologie-, Telekommunikations- und Internet-Unternehmen, die sich im Dezember 2011 dem Ziel verschrieben hatten, das Internet zu einem besseren und sichereren Ort für Kinder zu machen. DIGITAL LERNEN berichtete darüber.

Die Unternehmen hatten Ende 2011 einen zwölf-Monatsplan verabschiedet, dessen Ergebnisse jetzt veröffentlicht wurden. Die Aufgabe der Koalition war, Vorschläge und Fortschritte in den folgenden fünf Bereichen zu erarbeiten: einfache Reporting-Tools für Interinhalte und Websites, altersgerechte Privatsphäre-Einstellungen, breitere Nutzung der Klassifizierung von Inhalten, breitere Verfügbarkeit und Nutzung der elterlichen Kontrollen sowie effektive Löschung von Material über Kindesmissbrauch. Jedem dieser Bereiche widmete sich eine Arbeitsgruppe, die abschließend einen zusammenfassenden Bericht der durchgeführten Arbeiten ausarbeitete, der die wichtigsten Ergebnisse und Empfehlungen für bewährte Praktiken oder Implementierungen präsentierte. Zusätzlich zu den gemeinsamen Anstrengungen haben die beteiligten Unternehmen individuelle Erklärungen über den jeweiligen Zielerfüllungsgrad der Koalitionsempfehlungen abgegeben und dargelegt, wie die zukünftigen Maßnahmen aussehen werden. Laut dem Abschlussbericht hat die Koalition bisher folgende Maßnahmen ergriffen bzw. folgende Ziele erreicht.  

Tools zum Melden von Online-Missbrauch oder Mobbing sind laut Bericht inzwischen gängige Praxis. Einige Unternehmen gehen noch einen Schritt weiter und kooperieren mit Hotlines, also Meldestellen, bei denen schädigende und verbotene Internetinhalte und Websites „angezeigt“ werden können. Facebook hat ein Support-Dashboard entwickelt, das es den Community-Managern erleichtert, Berichte über Missbrauch oder unangemessene Inhalte nachzugehen und den Usern die Reaktion nachvollziehbar zu präsentieren.

Tools und Dienstleistungen, die eine elterliche Kontrolle ermöglichen, gibt es inzwischen für viele Endgeräte, wie Tablet-Computer, Smartphones oder Spielkonsolen. In diesem Jahr soll es noch mehr davon geben. Zum Beispiel entwickelt France Telecom ein Werkzeug für Tablet-Computer und Smartphones, und in allen mobilen Geräten von koreanischen Elektronikkonzern LG sollen ab April dieses Jahres Möglichkeiten elterlicher Kontrolle implementiert sein. Eine Studie der Kommission bestätigt diese breitere Verfügbarkeit, stellt jedoch fest, dass sich zwar pornografische Inhalte auf diese Weise gut kontrollieren lassen, bei der Blockierung gewalttätiger, rassistischer oder anderer schädlicher Inhalte jedoch nur begrenzte Fortschritte zu verzeichnen sind.

Möglichkeiten zur Klassifizierung und Bewertung von Inhalten für Apps, Online-Videos und Filme sind mittlerweile weit verbreitet. Darunter eigene Rating-Systeme der Unternehmen oder solche mit nationalen und internationalen Gremien im Hintergrund. Eine Technik-Gruppe aus Vertretern von Unternehmen, Content-Rating-Agenturen und technischen Experten arbeiten im Jahr 2013 daran, sicherzustellen, dass die Geräte künftig dazu in der Lage sind, Inhalte altersgerecht einzustufen.

Die Koalition hat Best Practices für die altersgerechte Privatsphäre-Einstellungen spezifiziert und untereinander ausgetauscht. Die beteiligten Unternehmen geben damit aktuelle Informationen über ihre Privatsphäre-Einstellungen preis, die in Kürze von Eltern, Lehrern und Kindern durchsucht werden können, so dass sie bessere Entscheidungen über ihre Privatsphäre treffen können. Die Unternehmen haben sich darüber hinaus verpflichtet, altersgerechte Privatsphäre-Einstellungen verfügbar zu machen und Informationen in einer klaren, verständlichen Sprache zu formulieren, die für ein jüngeres Publikum angemessen ist.

Alles in allem wollen sich die Unternehmen um eine Verbesserung des Dialogs bemühen und engere Beziehungen zu Missbrauchs-Hotlines und Strafverfolgungsbehörden herstellen. Schon 2012 seien die Hotlines bei der Überwachung der Melde- und Löschprozesse effizienter geworden, und Strafverfolgungsbehörden hätten ihre Reaktionszeit bei der Interaktion mit auswärtigen Hosting-Ländern beschleunigt.

Die Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Neelie Kroes, erklärte: "Ich bin sehr glücklich darüber, dass diese führenden Unternehmen auf den Aufruf reagiert haben und übergreifend zusammenarbeiten, um zu konkreten Ergebnissen zu kommen. Kinderschutz sollte auf höchster Ebene Aufmerksamkeit bekommen. Wir brauchen mehr davon. Ich freue mich auf die Umsetzung im Jahr 2013 und über das Auftauchen eines neuen Maßstabs in der Online-Industrie: Schutz von Kindern by default ".

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08.02.2013
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Sven Becker
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