Über diesen Artikel
Datum:
25.05.2012
Autor:
Sascha Steuer
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URL:
https://www.digital-lernen.de/nachrichten/jugendmedienschutz/einzelansicht/artikel/drogenbeauftragte-der-bundesregierung-vier-prozent-der-jugendlichen-sind-onlinesuechtig.html
Title:
Drogenbeauftragte der Bundesregierung: Vier Prozent der Jugendlichen sind onlinesüchtig
Kategorie:
Jugendmedienschutz
gastautoren stift

Drogenbeauftragte der Bundesregierung: Vier Prozent der Jugendlichen sind onlinesüchtig

Nach den Zahlen des Drogenberichts der Bundesregierung liegt die Anzahl der onlinesüchtigen Jugendlichen zwischen 14 und 16 Jahren in Deutschland bei vier Prozent. Das sind 4,9 Prozent der Mädchen und 3,1 Prozent der Jungen. Hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung geht die Drogenbeauftragte davon aus, dass etwa 560.000 Menschen in Deutschland onlinesüchtig sein könnten.

Entgegen den Berichten zahlreicher Medien sind die Zahlen jedoch nicht als Anstieg zu werten, da hier Zahlen der PINTA-Studie veröffentlicht wurden, über die DIGITAL LERNEN bereits im September 2011 berichtet hatte. Die Umfrage der PINTA-Studie fand  von November 2010 bis Februar 2011 statt. Die Zahlen des aktuellen Drogenberichts sind somit bis zu anderthalb Jahre alt. Das Büro der Drogenbeauftragten der Bundesregierung bestätigte dies gegenüber DIGITAL LERNEN und erklärte, dass erste Vergleichszahlen im Rahmen der PINTA-Studie frühestens Anfang 2013 vorliegen werden.

Der aktuelle Drogenbericht ist bei der Definition der Abhängigkeit zu Internet und Computer vorsichtig. Es sei „ noch nicht abschließend geklärt, wann tatsächlich von Abhängigkeit zu sprechen ist. Die Nutzungszeit allein ist kein belastbares Kriterium, um einen pathologischen Internetgebrauch festzustellen. Es müssen noch andere Faktoren hinzukommen: Es muss so exzessiv gespielt werden, dass die Betroffenen die Anforderungen des täglichen, sozialen und beruflichen Lebens völlig vernachlässigen und die Internetnutzung nicht einschränken können, obwohl sie um den schädlichen Gebrauch wissen.“

Mit dem Thema Onlinesucht befassen sich immer mehr Einrichtungen und Kliniken in Deutschland. Experten und Institute aus ganz Deutschland haben sich im Fachverband Medienabhängigkeit  vernetzt und beschäftigen sich auch mit dem Thema Onlinesucht. Ein Ziel des Verbandes  ist die Anerkennung der Mediensucht als eigenständiges Krankheitsbild, damit dies von allen Krankenkassen anerkannt und die Behandlung so abgerechnet werden kann.

Wer nicht einschätzen kann ob er selbst onlinesüchtig ist, kann dies auf der Website ins-netz-gehen.de, einer Kampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), herausfinden. Hier kann jeder einen Selbsttest durchführen und praktische Tipps erhalten, um einer Onlinesucht vorzubeugen.

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25.05.2012
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Drogenbeauftragte der Bundesregierung: Vier Prozent der Jugendlichen sind onlinesüchtig
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