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Datum:
05.10.2011
Autor:
Redaktion
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URL:
https://www.digital-lernen.de/nachrichten/jugendmedienschutz/einzelansicht/artikel/diskussionen-ueber-datenschutz-beim-cloud-computing.html
Title:
Diskussionen über Datenschutz beim Cloud-Computing
Kategorie:
Jugendmedienschutz
Der Datenschutz beim Cloud-Computing ist noch weitgehend ungeklärt.

Diskussionen über Datenschutz beim Cloud-Computing

Der Datenschutz beim Cloud-Computing ist noch weitgehend ungeklärt.

Der Datenschutz beim Cloud-Computing ist noch weitgehend ungeklärt.

Cloud-Computing ist, rein technisch gesehen, eine feine Sache. Wer viele Daten oder viel Rechenaufwand hat, kann diesen ganz bequem in die Rechnerwolke auslagern. Abstrahiert bedeutet dies, dass bestimmte IT-Infrastrukturen wie Speicherplatz, Rechenkapazität oder sogar Software und Daten nicht mehr auf dem eigenen Computer vorhanden sein müssen, sondern von Drittanbietern in einem Netzwerk zur Verfügung gestellt werden.

Wer jedoch für die Daten in dieser Wolke verantwortlich ist und im Zweifel für den Missbrauch haftet, ist derzeit noch ungeklärt. Schon im August hatte das Magazin „DIGITAL LERNEN“ über die Gefahren im Umgang mit persönlichen Daten in der Cloud berichtet. Nachdem im Februar 2011 das Bundesland Hessen mit der Stadt Frankfurt am Main eine Kooperation zum Thema Frankfurt-Cloud geschlossen hatte, zog im Mai die EU nach. Am 16.05. veröffentlichte die Europäische Kommission eine digitale Agenda, „in der Bürger, Unternehmen, öffentliche Verwaltungen und andere Interessenten um Meinungsäußerungen“ gebeten werden, wie die Vorteile des Cloud Computing in Europa am besten genutzt werden können.

Cloud Computing ist eine Technik, die es Unternehmen, Behörden oder privaten Nutzern ermöglicht, über Datennetze, wie zum Beispiel das Internet, auf Daten zuzugreifen, die nicht auf dem eigenen Computer, sondern in einer Art digitalen Wolke gespeichert sind.

Nun haben erste Teilnehmer der EU-Befragung ihre Stellungnahmen publiziert. Dabei wird im Bezug auf die aktuelle EU-Richtlinie grundsätzliche Kritik laut, die sich vor allen auf die Unterschiede zwischen dem "Verantwortlichen für die Datenverarbeitung" und dem "Auftragsverarbeiter" sowie auf unterschiedliche Einschränkungen, die das Finanz- oder Gesundheitswesen betreffen, bezieht.

Einen ersten technischen Vorschlag für einen besseren Umgang mit Daten in der Cloud machten die Wissenschaftler der Londoner Queen Mary Universität. Sie befürworten, die Techniken der Anonymisierung und Verschlüsselung stärker für einen Schutz von Cloud-Daten einzusetzen. Rechtlich empfehlen sie, den Status der verschlüsselten Daten von „persönlich“ auf „nicht persönlich“ zu ändern. Damit könnten diese zwar von allen verwendet werden, benutzt jedoch nur von jenen, die einen Schlüssel zu Dekodieren dieser Daten hätten.

Der Suchmaschinenbetreiber Google hingegen kritisiert, dass die sechzehn Jahre alte EU-Richtline 95/46 zum Thema Datenschutz in den einzelnen Mitgliedsländern der EU sehr unterschiedlich umgesetzt worden ist. Daher müsse sich ein Cloud-Anbieter mit 27 verschiedenen Vorschriften auseinandersetzen. Erschwerend komme hinzu, so Google, dass sogar die jeweilig zuständigen Datenschutzbehörden unterschiedliche Auffassungen verträten. Als Beispiel führte Google das Safe-Harbor-Abkommen mit den USA an, zu welchem eine Anwaltskanzlei Beispiele für nationale Unterschiede auflistet.

Auch Microsoft meldet sich mit der Forderung nach einem einheitlichen Datenschutzrecht zu Wort. Nach Auffassung des Softwareriesen sollten sich Cloud-Anbieter möglichst nur nach dem Recht eines Staates richten. Am besten hierfür geeignet sei derjenige, in dem der Anbieter einen Großteil seiner Infrastruktur betreibt. Darüber hinaus sollte es flexiblere Regeln für den Datentransfer geben.

Das Cloud-Computing ist einer der am stärksten wachsenden Märkte. Nach Angaben des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM), könnte allein in Deutschland der Umsatz in diesem Geschäftsfeld 2011 auf 3,5 Milliarden Euro steigen. Die Europäische Kommission geht sogar davon aus, dass europaweit im Jahr 2014 Cloud-Dienstleistungen im Wert von 35 Milliarden Euro umgesetzt werden.

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05.10.2011
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