Über diesen Artikel
Datum:
20.07.2012
Autor:
Thorsten Greb
Aktionen:
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URL:
https://www.digital-lernen.de/nachrichten/jugendmedienschutz/einzelansicht/artikel/datenschutz-und-medienkompetenz-das-haengt-zusammen.html
Title:
Datenschutz und Medienkompetenz - Das hängt zusammen!
Kategorie:
Jugendmedienschutz
gastautoren stift

Datenschutz und Medienkompetenz - Das hängt zusammen!

facebook auf tafel
© Tim Wendisch, DIGITAL LERNEN

Du darfst nicht mit Fremden reden! Diese Grundregel bekommen Kinder für gewöhnlich von ihren Eltern beigebracht, bevor sie ihre ersten eigenständigen Schritte in die Gesellschaft machen. Dabei geht es nicht nur um den Selbstschutz der Kinder, sondern auch darum, ihnen möglichst früh beizubringen, keine persönlichen Informationen an Unbekannte weiterzugeben. Im Umgang mit dem Internet fehlt dieses Bewusstsein jedoch allzu häufig - sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern und Jugendlichen - obwohl hier an fast jeder ‚Ecke‘ persönliche Daten eingefordert werden und potentielle Gefahren lauern. Gleichzeitig liegt die Schwelle, im Internet persönliche Daten preiszugeben, deutlich niedriger, sodass Informationen zur Person, zum Alltag und Lebensstil oder zur Adresse häufig zu lax herausgeben werden.

Bildlich gesprochen, würde wohl niemand auf die Idee kommen, seine Facebook Timeline auf ein Plakat zu drucken und dieses auf eine Litfaßsäule inmitten einer vielbesuchten Fußgängerzone ankleistern. Nichts anderes passiert aber in Sozialen Netzwerken und bei anderen Internetangeboten, wenn sich die Nutzer nicht datenschutz- und medienkompetent im Internet bewegen.

Mangelndes Gespür für Datenschutz im Internet ist dabei nicht das alleinige Ergebnis von Nachlässigkeit, Unwissenheit oder fehlender technischer Fähigkeiten. Es ist ein mehrdimensionales Problem, bei dem verschiedene Faktoren ineinandergreifen, weiß Nils Schröder, Referent für Grundsatzfragen und Öffentlichkeitsarbeit beim Landesbeauftragen für Datenschutz und Informationssicherheit Nordrhein-Westfalen. Er veröffentlichte kürzlich ein Dossier mit dem Titel „Mehr als Sicherheit: Datenschutz und Medienkompetenz – Wie hängt das zusammen?“.  Dort legt er dem Leser nachvollziehbar dar, dass Datenschutz mehr bedeutet, als bloß „bestimmte technische Kompetenzen im Bereich der Datensicherheit abzudecken.“  Vielmehr erfordere Datenschutz ein „umfassendes Verständnis, das Weiterbildung sowie gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Betrachtungen mit einschließt“.

Damit greift Schröder einen wichtigen Punkt auf, der unter anderem auch in der Buchpublikation „Die Datenfresser“ von Constanze Kurz und Frank Rieger näher beleuchtet wird. Nach Meinung von Kurz und Rieger müssen sich die Internetnutzer mehr über ihre Privatsphäre und den Wert ihrer persönlichen Daten im Internet bewusst werden und sich kritisch fragen, „wo die Grenzen sind, was man wirklich für sich behalten will“. Gleichzeitig sei es für das Verständnis der digitalen Welt wichtig, die „finanziellen Mechanismen“ und die daraus resultierende „Motivation der Menschen und Institutionen“ zu verstehen und sich die Frage zu stellen: „Wer profitiert davon, wenn sich die sozialen Normen in Richtung weniger Datenschutz und hin zu mehr ‚digitaler Nacktheit‘ verschieben?“

Es ist fraglich, ob diese existenziellen Fragen des Internetzeitalters jedem Nutzer hinreichend bekannt sind, geschweige denn angemessen reflektiert werden. Daher ist es umso wichtiger, Kindern und Jugendlichen schon in ihrer Sozialisierungsphase zusätzlich zur Medienkompetenz auch Wertmaßstäbe und ein kritisches Bewusstsein beim Umgang mit den eigenen Daten und denen anderer im Internet zu vermitteln.

Schröder bietet hierzu in seinem Dossier einen dreigeteilten Ansatz an, der darauf zielt, die vorhandenen Schnittpunkte zwischen Medien- und Datenschutzkompetenz  zu nutzen und so den reflektierten Umgang mit persönlichen Daten in die Medienbildung zu integrieren. Drei Dimensionen, müssten demnach für einen ganzheitlichen Ansatz abgedeckt werden – jede Dimension verbindet für sich Medien – und Datenschutzkompetenzaspekte.

Die technisch-funktionale Dimension zielt auf das Verständnis der technischen Grundlagen des Datenschutzes. Sie fragt danach, wie die Verarbeitung persönlicher Daten im Internet passiert, wo die Gefahren des Datenmissbrauchs liegen, beziehungsweise mit welchen Maßnahmen man sich davor schützen kann und wie man das informationelle Selbstbestimmungsrecht anderer wahrt.

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20.07.2012
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Thorsten Greb
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Datenschutz und Medienkompetenz - Das hängt zusammen!
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Jugendmedienschutz
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