Über diesen Artikel
Datum:
12.07.2012
Autor:
Thorsten Greb
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URL:
https://www.digital-lernen.de/nachrichten/jugendmedienschutz/einzelansicht/artikel/a-better-place-for-kids.html
Title:
A Better Place for Kids?
Kategorie:
Jugendmedienschutz
A Digital Agenda for Europa     

A Better Place for Kids?

A Digital Agenda for Europa
A Digital Agenda for Europa     
© European Commission, G. Boulougouris

Gestern kamen in Brüssel die Mitglieder der „Koalition für ein kindersicheres Internet“ zu ihrem Halbjahresmeeting zusammen, um über weitere gemeinsame Schritte und Maßnahmen zu beraten. Zum Kreis der Initiative gehören 30 führende Technologie-, Telekommunikation- und Medienunternehmen, vornehmlich aus Europa aber auch aus Japan und den USA. Das gestrige Treffen war bereits in der Gründungserklärung „A Better Place for Kids“ vom 01. Dezember 2011 vereinbart und sollte die zur Jahreshälfte 2012 erreichten Fortschritte evaluieren sowie Handlungsschlüsse für die kommende sechs Monate erarbeiten.

Die Zielsetzungen des Bündnisses umfassen insgesamt fünf Aktionsbereiche, in denen die Unternehmen - aufgeteilt in Arbeitsgruppen - tätig werden. Neben einfachen und leicht auffindbaren Meldemöglichkeiten für illegale Internetinhalte, sollen altersgerechte Datenschutzeinstellungen, eine breitere Inhaltsklassifizierung, eine Stärkung der elterlichen Kontrollmöglichkeiten sowie eine wirksame Entfernung von Material über Kindesmissbrauch im Internet erreicht werden.  

Wie weit das Bündnis in den ersten sechs Monaten bei der Erreichung seiner Ziele gekommen ist, gab Robert Madelin, Generaldirektor der Abteilung Informationsgesellschaft und Medien bei der EU-Kommission, in einem offiziellen EU-Kommission Blog bekannt. Demnach hätten „die Arbeitsgruppen in den vergangenen Monaten einige gute Fortschritte erzielt“. Gleichzeitig verwies Madelin aber darauf, dass nicht in allen Bereichen gleichermaßen Erfolge zu verzeichnen seien. Gerade bei der Altersklassifizierung von Inhalten und der Entfernung von Material über sexuellen Kindesmissbrauch im Internet müsse das Unternehmensbündnis „noch härter arbeiten“, um die gesteckten Ziele auch tatsächlich erreichen zu können. Ausführliche Informationen zu den Sitzungsergebnissen und den Handlungsschwerpunkten für die kommenden Monate würden in einigen Tagen folgen, so Madelin. DIGITAL LERNEN wird darüber berichten.  

Dass die Bemühungen seitens der IuK-Unternehmen weiter verstärkt werden müssen, betonen auch die EU-Kommission und Wissenschaft. So drängt die EU-Kommission seit Monaten auf schnelle und effektive Lösungen bei der Entfernung strafbaren Materials aus dem Internet sowie auf eine Verbesserung der Internet-Meldemechanismen. In ihrer „Europäischen Strategie für ein besseres Internet für Kinder“ vom Mai 2012 fordert die EU-Kommission die IuK-Branche dazu auf, verstärkt auch zu „proaktiven Maßnahmen“ zu greifen, um „Material über sexuellen Kindesmissbrauch aus dem Internet zu entfernen.“ Auch müsse die „systematische Feststellung, Entfernung und Verhinderung eines erneuten Hochladens bildlicher Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs“ verbessert werden.  „Die bestehenden Meldestellen (Hotlines), bei denen Bürger illegale Inhalte melden können, müssen sichtbarer gemacht und auch mit etwaigen künftigen EU-weiten Mechanismen oder –verfahren zur Anzeige von Onlinekriminalität verknüpft werden“, heißt es dazu weiter in der Mitteilung der EU-Kommission.

Die aktuelle EU Kids Online Studie der renommierten London School of Economics an Political Science (LSE) macht ebenfalls deutlich, dass weitere Anstrengungen seitens der Wirtschaft notwendig sind, um dem Ziel, ein sicheres Internet für Kinder zu erreichen, näher zu kommen. In einer Pressemitteilung vom vergangenen Dienstag heißt dazu, dass Meldemechanismen für illegale Internetinhalte „nicht ausreichend genutzt“ würden. Die Tatsache, dass nur „13 Prozent der Kinder, die im Internet mit entsprechenden illegalen Inhalten konfrontiert wurden, dies auch tatsächlich online meldeten“, zeige, dass die „Industrie noch vieles besser machen kann“. Sonia Livingstone, Professorin für Sozialpsychologie und Vorsitzende der Abteilung Medien und Kommunikation am LSE, stellt daher fest, dass angesichts dieser Ergebnisse noch eine Menge „Spielraum für eine weitere Verbesserung der Erreichbarkeit, Altersangemessenheit und Benutzung“ bei den Meldemechanismen besteht.

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12.07.2012
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Thorsten Greb
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