Über diesen Artikel
Datum:
26.05.2012
Autor:
Redaktion
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https://www.digital-lernen.de/nachrichten/diverses/artikel/partner-sein-dagegen-sehr-medienbildung-in-der-schule.html
Title:
... Partner sein dagegen sehr! Medienbildung in der Schule.
Kategorie:
Gastbeitrag / Interview
gastautoren stift

... Partner sein dagegen sehr! Medienbildung in der Schule.

Der Schulversuch Schulische Medienbildung in Mecklenburg-Vorpommern und seine Weiterführung im Schulversuch „Auf dem Weg zur Medienschule“ hat die Verbindung von Schulen und Partnern aus dem Bereich der freien Bildungsträger, der Künste und der Medien hergestellt, fruchtbar gemacht und ist dabei, sie nachhaltig zu verankern. Damit wurde der Versuch unternommen, die an materiellen Ressourcen orientierte Fragestellung – IT-Einsatz an Schulen – durch die einer methodisch-didaktischen Perspektive der geistigen Inhalte zu ergänzen.

Dem Thema entsprechend, standen dabei die Kooperation und ihre Nachhaltigkeit im Zentrum der Versuchsanlage. Zu erwartende Schwierigkeiten dieser Ehe lagen auf der Hand. Begründet waren sie sowohl in den subjektiven Voraussetzungen, Sichtweisen und Einstellungen der Partner, mehr noch aber in einigen mehr oder weniger objektiven Voraussetzungen.

In aller Unbescheidenheit kann man sagen, dass die Einmaligkeit des Schulversuches Medienbildung in Mecklenburg-Vorpommern nicht nur in der Dauer und Anzahl der Teilnehmer bestand, sondern ganz entscheidend im Charakter des Projektes lag, insbesondere aber dass der Antragsteller und der Koordinator des Schulversuches nicht eine Schule oder eine Schulbehörde war, sondern ein freier Träger: die Landesarbeitsgemeinschaft Medien Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Aus der Sicht der Schule bedeutete das, dass ein bisheriger, nicht zum System Schule gehörender außen stehender Partner, die konzeptionelle und organisatorische Leitinstitution für eine schulische Veranstaltung übernahm.

Aus der Sicht der außerschulischen Partner, freien Bildungsträger, einzelne, oft selbständigen Medienbildner und –Künstler stellte sich die Situation ebenso einmalig dar: Mit Abschluss eines Projektvertrages im Rahmen des Schulversuchs waren sie Teil einer staatlichen Aufgabe mit entsprechenden Verpflichtungen, Kontrollen und Bilanzierungen.

Diese zwei Perspektiven, so harmlos sie sich lesen, beinhalten jedoch schon im Ansatz die kritische Problem-Masse, die  eine solche Unternehmung hätte zum Scheitern  bringen können. Zwei Systeme, wie sie unterschiedlicher, ja oft gegensätzlicher nicht sein können, verabreden sich zu einer anspruchsvollen, langfristigen, gemeinsamen Arbeit. Da ist viel guter Wille gefragt, Geduld und Improvisationsvermögen.

Denn die vertraglich fixierte Kontradiktion ist nur der formale Rahmen. Im Kern aber, bei der Arbeit am Grunde, in den Graswurzeln, da findet es statt, das alltäglich neu zu meisternde Dilemma einer konträren Didaktik: Projektmethode versus  Frontalunterricht.

Der Direktor einer Schulversuchs-Schule beschreibt das so:

„ Es gab auch Vorbehalte (der Lehrer): die Arbeit der Lehrer ging in ihrem Selbstverständnis in der Regel nach einem genauen Plan vor und war auf ein klares Ziel gerichtet. Die Arbeit der außerschulischen Medienpädagogen erschien ihnen demgegenüber oft weniger auf das Endprodukt ausgerichtet zu sein, oft zu spontan. Die außerschulischen Medienpädagogen  hätten den alten Beduinenspruch zu ihrem Motto erkoren: Der Weg ist das Ziel! und ständen dann manches Mal ohne Ergebnis dar.“

Das ist die Fallhöhe, die sich der Schulversuch selbst auferlegt hatte und aus der seine Ergebnisse betrachtet werden müssen. Gelang es, die unterschiedlichen lernorganisatorischen Bedingungen und Didaktiken zu verzahnen oder zumindest zur Kooperation zu bringen?

Da, wo Lehrerinnen , Lehrer  und Medienpädagogen den gleichen Mangel beklagen, nämlich die im Rahmen des Systems Schule fehlende Zeit für Medienprojekte, tun sie das aus unterschiedlicher Perspektive und mit unterschiedlichen Schlussfolgerungen. Wer einen Zeitmangel beklagt, sollte allerdings bedenken, dass es nicht die Zeit ist, die fehlt, sondern, dass es die Prioritäten sind, die Zuordnung der Zeit zu bestimmten Aktivitäten, die neu bedacht werden müssen.

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26.05.2012
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