Über diesen Artikel
Datum:
21.02.2013
Autor:
Sven Becker
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URL:
https://www.digital-lernen.de/nachrichten/diverses/artikel/neuer-horizon-report-2013-erschienen.html
Title:
Neuer Horizon Report 2013 erschienen
Kategorie:
Studien
redaktion sven becker

Neuer Horizon Report 2013 erschienen

weltkarte
© Gerd Altmann, pixelio.de

Der jährliche Bericht stellt sechs Technik-Trends heraus, die das Lehren und Lernen in den nächsten ein bis fünf Jahren beeinflussen werden.

Im Zeithorizont des nächsten Jahres sehen die Autoren besonders zwei Technologien im Mittelpunkt: MOOCs und Tablet Computing. Massively Online Open Courses haben schon im Jahr 2012 viel mediale Aufmerksamkeit erfahren. Namhafte Anbieter zählten laut Bericht tausende eingeschriebene Kursteilnehmer, was die Popularität der MOOCs bestätige. Der Aufstieg der MOOCs ist einer der schnellsten, die je im Bereich der höheren Ausbildung beobachtet wurden, mit buchstäblich hunderten neuer Teilnehmer allein im letzten Jahr. MOOCs stehen für freies und qualitativ hochwertiges Online-Lernen, das kontinuierlich und auf hohem Lernniveau voran getrieben werden kann. Interessant sind sie deshalb für Studenten, Berufstätigen und für Menschen, die privat lebenslang Lernen wollen. Sie können sich neue Kompetenzen aneignen und ihr Wissen vermehren, um beispielsweise für den Arbeitsmarkt attraktiv zu bleiben. Kritiker verweisen allerdings darauf, dass dieser neue Zugang mit kritischem Blick geprüft werden müsse, um die Effektivität und Qualität sicherzustellen. Die Anwendung von Tablets in Bildungszusammenhängen hat sich bereits bewährt und der Tablet-Markt ist in letzter Zeit rasant gewachsen. Tablets haben sich, wie im Bericht formuliert, ihre eigene Nische im Bildungsbereich geschaffen. Sie sind transportabel, überall online und könnten in fast jedes didaktische Szenario integriert werden. Ausgestattet mit WiFi, hochauflösenden Bildschirmen und einer großen Bandbreite mobiler Apps sind sie potente Lern-Instrumente innerhalb und außerhalb der Klassenräume. Viele Universitäten haben bereits Software für Tablets entwickelt und Best-Practice Anleitungen für Dozenten und Studenten herausgegeben. In diesem Bereich sei zurzeit viel Innovation zu beobachten, und im Zuge ihrer weiteren Verbreitung können Studenten und Institutionen eine umfangreiche und wachsende Reihe neuer Features dieser Devices erwarten.

Der zweite Zeithorizont nimmt die nächsten zwei bis drei Jahre in den Blick. Hier vermuten die Autoren, dass sich Big Data bzw. Learning Analytics sowie Game Based Learning durchsetzen werden. Spiele in Bildungszusammenhängen fördern Schüler und bieten ihnen digital unterstützte Szenarien, die ihr Verständnis neuer Konzepte erleichtern. Spiele und Gamification seien zwei Seiten eines gemeinsamen Zugangs. Bildungsspiele lassen den Schüler in das Spiel eintauchen, in dem Inhalte vermittelt oder nebeneinander dargestellt werden. Gamification zielt hingegen darauf, Elemente des Spiels, so wie Levels, Quests oder Badges, in Umgebungen zu übertragen, die nicht genuin ein Spiel sind. In gamifizierten Lehrplänen beispielsweise können Schüler Punkte oder andere Belohnungen sammeln, indem sie verschiedene Herausforderungen annehmen. Badges oder Ranglistensysteme dienen dazu, die Leistungen der Schüler zu herauszustellen. Diese Transparenz des Fortschritts inspiriert den Wettkampfgeist der Schüler und regt ihr Interesse für das Material an. Learning Analytics verfolgt das Ziel, die aus wirtschaftlichen Zusammenhängen bekannte Analyse großer Datenmengen auf die Bildung zu übertragen. Daraus sollen Trends oder Muster erkannt werden, die Aufschluss über das Verhalten und Lernen von Schülern geben. Die aus der Analyse gewonnenen Informationen können die didaktische Praxis in Echtzeit beeinflussen und auch für das Design von Kurs-Management-Systemen genutzt werden, um die Ausbildung zu personalisieren. Schülerspezifische Daten können dazu verwendet werden, Online-Plattformen individuell anzupassen und passende Ressourcen vorzuschlagen – so wie auch individualisierte Werbung in der Wirtschaft längst verwendet wird. Universitäten entwickeln bereits Software, die den Empfehlungsprozess effizienter und genauer gestaltet.

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21.02.2013
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Sven Becker
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Neuer Horizon Report 2013 erschienen
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Studien
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