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Datum:
27.06.2013
Autor:
Sven Becker
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URL:
https://www.digital-lernen.de/nachrichten/diverses/artikel/gew-fordert-angemessene-bezahlung-fuer-lehrkraefte.html
Title:
GEW fordert angemessene Bezahlung für Lehrkräfte
Kategorie:
Studien
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft     

GEW fordert angemessene Bezahlung für Lehrkräfte

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
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© Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) reagiert auf die neue Vorausberechnung der Schüler- und Absolventenzahlen für den Zeitraum 2012 bis 2025, die die Kultusministerkonferenz (KMK) in der vergangenen Woche neuen vorgelegt hat. Die wichtigsten Ergebnisse daraus: Die Gesamtzahl der Schüler wird sich bis zum Jahr 2025 um ein Achtel auf 9,7 Millionen verringern - 2011 waren es noch 11,3 Millionen. Der Rückgang wird in den westdeutschen Flächenländern stärker ausfallen als  in den ostdeutschen. In den Stadtstaaten verändert sich die Zahl nur wenig.

2012 gab es an allgemeinbildenden Schulen 897.700 Absolventen und Abgänger. Bis 2025 wird diese Zahl um ein Fünftel auf 731.900 sinken. An beruflichen Schulen wird die Zahl im selben Zeitram um ein Viertel zurückgehen, von 1.081.100 auf 852.900. Die Gesamtzahl der Absolventen mit Fachhochschul- oder Hochschulreife wird voraussichtlich von 506.900 um ein Achtel auf 431.500 sinken; in den westdeutschen Flächenländern wird es ein Fünftel weniger sein, in den ostdeutschen Flächenländern wird die Zahl dagegen stark zunehmen: plus ein Viertel. In den Stadtstaaten bleibt die Anzahl fast gleich.

Im Vergleich zur letzten Vorausberechnung werden die Schüler- und Absolventenzahlen etwa zwei Prozent höher liegen. Insbesondere in den ostdeutschen Flächenländern lässt sich ein deutlicher Anstieg erkennen. Das lässt sich vermutlich dadurch erklären, dass die Vorausberechnung auf Basis einer neuen Bevölkerungsvorausberechnung erstellt wurde.

Die Studie ist eine Grundlage für die Prognose des künftigen Lehrerbedarfs. Die GEW fordert in einer Reaktion darauf eine einheitlich gute Bezahlung und eine Ausbildung für alle Lehrkräfte. GEW-Vorsitzende Marlis Tepe betonte am Freitag in Frankfurt a.M. mit Blick auf die KMK-Veröffentlichung: „Das alte Prinzip der Lehrerausbildung und -bezahlung hat ausgedient: Es setzt falsche Anreize und führt zu einer gravierenden Fehlsteuerung. Während in Deutschland in der Sekundarstufe I überall Lehrerknappheit herrscht, wollen viel zu viele junge Menschen besser bezahlte Gymnasiallehrer werden. Wir wollen ein inklusives Schulsystem, eine Ausbildung aller Lehrkräfte für die ‚Eine Schule für alle Kinder‘. Auf diesem Weg werden die unterschiedliche Ausbildung und Bezahlung der Lehrkräfte nach Schulformen zum Anachronismus.“ Vor allem in den östlichen Bundesländern müssten die Einkommen der Lehrkräfte gesteigert und die Arbeitsbedingungen verbessert werden, um einen drohenden Lehrermangel abzuwenden.

„Es müssen viel mehr Lehrkräfte eingestellt werden als die KMK prognostiziert, wenn die Inklusion und der Ausbau der Ganztagsschulen erfolgreich umgesetzt werden sollen“, so Tepe weiter. Sie kritisierte dabei methodische Mängel der KMK-Studie: „Die KMK hat nur die Daten zusammengezählt, die die Länder geliefert haben. Der größere Bedarf, den beispielsweise Inklusion oder Ganztagsschulen auslösen, ist dabei – wenn überhaupt – sehr unterschiedlich berücksichtigt. Seriöse Aussagen lassen sich so nicht machen.“ Die Länder meldeten lediglich die voraussichtliche Zahl der Absolventen der landeseigenen Lehrerausbildung und den Bedarf im Sinne geplanter Einstellungen, je nach Haushaltslage. Zudem seien 2011 und 2012 weniger Lehrkräfte eingestellt worden als von der KMK prognostiziert. Dieser Trend halte seit der ersten KMK-Bedarfsprognose von 2003 an. Er habe zu einer sich permanent verschlechternden Unterrichtsversorgung und einer steigenden Belastung der Lehrerinnen und Lehrer geführt.

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27.06.2013
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