Über diesen Artikel
Datum:
22.01.2013
Autor:
Sven Becker
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URL:
https://www.digital-lernen.de/nachrichten/diverses/artikel/dji-studie-zur-nutzung-von-kindersuchmaschinen.html
Title:
DJI-Studie zur Nutzung von Kindersuchmaschinen
Kategorie:
Studien
redaktion sven becker

DJI-Studie zur Nutzung von Kindersuchmaschinen

logo informationsverhalten dji
© Deutsches Jugendinstitut

Eine Studie des Deutschen Jugendinstituts (DJI) zum Informationsverhalten von sechs- bis dreizehnjährigen Kindern beim Umgang mit Kindersuchmaschinen zeigt: die Recherche- und Informationskompetenz von Kindern ist eng mit ihrer Sprachkompetenz verknüpft. Aus diesem Grund könnten Kindersuchmaschinen ihre Usability durch eine Rechtschreibkorrektur, Vorschläge für Suchbegriffe sowie einen optimierten Index wesentlich verbessern.

Die Wissenschaftler analysierten für die Studie Logfiles der Anbieter „Blinde Kuh“, „fragFINN“ und „Helles Köpfchen“ – insgesamt etwa drei Millionen Einträge. Darunter waren 600 000 Suchanfragen, die von den Kindern über das zentrale Eingabefeld zur Suche abgeschickt worden waren.  

Die Forscher fanden dabei heraus, dass Kinder überwiegend per Einwort-Suche recherchieren und die Suche meist schon nach einer Anfrage beenden. Ein großes Hindernis für eine erfolgreiche Suche ist die Rechtschreibung, die bei jungen Kindern noch Mängel aufweist. Die Logfiles zeigen außerdem, dass die Kinder ihre Sucheingaben oft gar nicht oder auch falsch korrigieren. Dass die Suchmaschinenaufenthalte der Kinder relativ kurz sind, wundert daher nicht. Kinder neigen zudem dazu, nur die erste Trefferseite und besonders die obersten Suchergebnisse zu berücksichtigen. Weiter unten liegende Suchergebnisse werden fast gar nicht wahrgenommen. Weit mehr als ein Drittel der Kinder klickt sogar kein einziges Ergebnis der Trefferliste an. Sechs- und Siebenjährigen können unter diesen Bedingungen nur mit der Hilfe eines Erwachsenen erfolgreich suchen. Die Autoren der Studie empfehlen den Anbietern von Kindersuchmaschinen vor diesem Hintergrund, die kindlichen Recherchedefizite durch eine optimierte Usability auszugleichen, um damit auch die Trefferquote zu erhöhen. Die Forscher kooperieren dabei mit den Anbietern.

Ein weiteres Ergebnis: Die in der Studie ermittelten Top-Suchwörter lauten „Spiel“, „Hund“ und „Sex“. Ranglisten der häufigsten Suchwörter geben zwar nur begrenzt darüber Auskunft, wonach Kinder auf den Kindersuchmaschinen tatsächlich suchen. Doch das Suchwort „Sex“ verweist darauf, wie wichtig es ist, dass Kindersuchmaschinen altersgerechte Inhalte zu allen Themen bieten. Die Projektleiterin Dr. Christine Feil hebt gegenüber DIGITAL LERNEN hervor, es sei vor dem Hintergrund der Ergebnisse wichtig, „dass Kinder die für sie bestimmten Suchmaschinen nutzen. Kindersuchmaschinen sind ein Beitrag dafür, dass Kinder im Internet die Seiten finden können, die für sie gemacht sind, mit Sachinformationen, die sie auch verstehen können.“ Bei Google liefen die Kinder nicht nur Gefahr auf ungeeignete und unverständliche Inhalte zu stoßen, sondern auch von der Vielzahl der Treffer überwältigt zu werden.

Die Logfiles zeigten auch, dass Kindersuchmaschinen vorwiegend als Rechercheinstrumente für Schulaufgaben verwendet werden. Dies lässt sich daraus ableiten, dass die Suchbegriffe die Lehrpläne reflektieren und sich so meist einzelnen Schulfächern zuordnen lassen. Darüber hinaus werden Kindersuchmaschinen an Wochenenden weniger genutzt, und während der Ferien geht das Anfragevolumen sogar um rund 90 Prozent zurück. Laut Befragungen wissen nur etwa 30 Prozent der Eltern von speziellen Kindersuchmaschinen. Feil sieht daher eine wichtige Aufgabe darin, die Kindersuchmaschinen bekannter zu machen und deren Relevanz für den Kindermedienschutz zu erklären.

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22.01.2013
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Sven Becker
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