Über diesen Artikel
Datum:
26.04.2012
Autor:
Sascha Steuer
Aktionen:
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URL:
https://www.digital-lernen.de/nachrichten/diverses/artikel/die-haelfte-der-lehrer-fuehlt-sich-schlecht-ausgebildet.html
Title:
Die Hälfte der Lehrer fühlt sich schlecht ausgebildet
Kategorie:
Studien
gastautoren stift

Die Hälfte der Lehrer fühlt sich schlecht ausgebildet

Jeder zweite Lehrer fühlt sich durch das Lehramtsstudium nicht gut auf die Berufspraxis vorbereitet, jeder fünfte Lehrer empfand den Berufseinstieg gar als Schock. Für die repräsentative Umfrage im Auftrag der Vodafone Stiftung sprach das Institut für Demoskopie Allensbach deutschlandweit mit rund 1.700 Lehrerinnen und Lehrern und rund 350 Eltern von schulpflichtigen Kindern.

Am härtesten trifft es die Junglehrer, von ihnen fühlen sich 62 Prozent schlecht auf den Beruf vorbereitet. Ein Grund für die Probleme sei die zunehmende Leistungsspreizung der Schüler, denen die Lehrer gerecht werden müssen. Insgesamt würde im Studium der angemessene Umgang mit den Schülern zu kurz kommen. Die Lehrer beklagen daher die Motivationslosigkeit und Disziplinlosigkeit der Schüler, die sich immer weiter verschlechtere. Wiederholt zeigt sich auch in dieser Umfrage, dass sich Lehrer und Eltern gegenseitig den schwarzen Peter zuschieben, denn auch die Eltern sind der Auffassung, dass die Lehrer zu lasch mit den Schülern umgingen.

Neben den unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Schüler kritisieren die befragten Lehrer vor allem eine mangelhafte Ausstattung ihrer Schulen mit Lehrkräften. An den weiterführenden Schulen gibt jeder zweite Lehrer an, dass Kollegen fehlen. Besonders groß sei der Mangel an naturwissenschaftlichen Fachlehrern. Der Vorsitzende des Deutschen Philologenverbands, Heinz-Peter Meidinger, sieht in der Bekämpfung des Unterrichtsausfalls und des fachspezifischen Lehrer-Mangels eine der größten bildungspolitischen Herausforderungen: „Über eine Million Unterrichtsstunden werden jede Woche nach unseren Berechnungen nicht lehrplangemäß gehalten oder fallen aus. Gerade in den Naturwissenschaften fehlen nach wie vor Tausende von Lehrkräften. Wir brauchen endlich an unseren Schulen eine echte Unterrichtsreserve, die diesen Namen verdient!“

Die Vorstellung der Umfrage verband die Vodafone Stiftung mit sechs „Thesen zur Schule der Zukunft“. Unter anderem müsse die Lehrerausbildung verbessert werden. Die Stiftung fordert nun, die Lehramtsausbildung aufzuwerten und praxisnäher zu gestalten.  So müsste eine flächendeckende Kooperation zwischen Schulen und Hochschulen zum Standard werden. Damit schließt sich die Vodafone Stiftung den Forderungen der Kultusministerkonferenz und der Wissenschaftsministerkonferenz an, die in den vergangenen Wochen ebenfalls Reformen der Lehrerausbildungen der Bundesländer hin zu mehr Praxisbezug gefordert hatten.

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