Über diesen Artikel
Datum:
27.08.2013
Autor:
Sven Becker
Aktionen:
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URL:
https://www.digital-lernen.de/nachrichten/diverses/artikel/claudia-bremer-im-interview-medienkompetenz-in-der-lehrerausbildung.html
Title:
Claudia Bremer im Interview: Medienkompetenz in der Lehrerausbildung
Kategorie:
Gastbeitrag / Interview
redaktion sven becker

Claudia Bremer im Interview: Medienkompetenz in der Lehrerausbildung

Claudia Bremer
© Claudia Bremer

Claudia Bremer ist Expertin für digitale Medien in der Bildung und Geschäftsführerin von studiumdigitale, der zentralen Einrichtung für E-Learning an der Uni Frankfurt. Mit DIGITAL LERNEN sprach sie über das Thema Medienkompetenz in der Lehrerausbildung.

DIGITAL LERNEN: Können Sie etwas zu den Aktivitäten von studiumdigitale erzählen?

Claudia Bremer: studiumdigitale ist die zentrale eLearning-Einrichtung der Goethe-Universität Frankfurt. Die Einrichtung hat die Aufgabe, Lehrende der Universität und Externe wie Hochschullehrende, Trainer, Lehrerinnen und Lehrer rund um den Einsatz und der Nutzung Neuer Medien in Lehre und Forschung zu beraten und zu unterstützen. Das Beratungs- und Supportangebot reicht von der didaktischen Konzeption, Organisationsentwicklung über die Unterstützung bei der Medienproduktion zur Erstellung von eLearning-Content, darunter auch Videoproduktionen, bis hin zur Bereitstellung technischer Infrastruktur. In allen Phasen der Konzeption, Beratung und Umsetzung spielen dabei Qualitätsaspekte rund um den Einsatz neuer Medien in Lehre und Forschung eine wichtige Rolle. studiumdigitale organisiert zudem die jährlichen inneruniversitären Förderprogramme eLF (für Lehrende) und SeLF (für Studierende), betreut und koordiniert die universitäre verbindliche Lehrevaluation und spielt eine zentrale Rolle bei der Vernetzung der eLearning-Akteure. Durch monatliche Treffen, jährliche eLearning-Netzwerktage, Workshops zu Neuen Medien sowie ein umfangreiches Angebot an Fachforen, Vernetzungs- und Qualifizierungsveranstaltungen unterstützt studiumdigitale eine lebendige und engagierte eLearning-Community an der Universität wie auch in der Region. Durch die Vernetzungsaktivitäten wird neues Wissen rund um den Einsatz neuer Medien in Lehre und Forschung in der Universität verfügbar gemacht und Ergebnisse, Erfahrungen der Lehrenden innerhalb der Universität ausgetauscht und auch nach außen sichtbar gemacht und weitergegeben. Zudem versteht sich studiumdigitale auch als Forschungs­einrichtung: In einer Vielzahl von Drittmittelprojekten (z.B. Mobiles Lernen in Hessen), durch die Betreuung von Abschlussarbeiten, in Promotionen und auch in größeren Forschungsvorhaben werden gezielt neue Systeme entwickelt, Untersuchungen und Entwicklungen zum Einsatz neuer Medien in Lehre und Forschung vorgenommen und die Aktivitäten in diesem Bereich aus den Fachbereichen miteinander vernetzt.

Was verstehen Sie im Zusammenhang der Lehrerausbildung unter dem Begriff Medienkompetenz?

Als übergeordnetes Ziel der „medienpädagogischen Kompetenz“ wurde von der Arbeitsgruppe „Neue Medien in der universitären Lehrerbildung“ die „Fähigkeit zur Gestaltung von Lernprozessen definiert, welche die Entwicklung der Fähigkeit zur selbstbestimmten Teilhabe an einem zunehmend durch neue Medien vermittelten gesellschaftlichen Lebens- und Entwicklungsprozess fördern.“ Zur Entwicklung von Standards wurden die in der Definition abgestimmten Bildungsziele anschliessend in ein Kompetenzmodell übertragen. Die erforderlichen Kompetenzen wurden dazu einerseits in Sachkompetenzen und anderseits Vermittlungs- beziehungsweise lernprozessbezogene Kompetenzen unterschieden. Für den ersten Bereich, die Sachkompetenzen, wurden die folgenden drei Kompetenzbereiche definiert:

a) Instrumentell-pragmatische Grundlagen

Diese umfassen das Handling von Geräten und Anwendungen (Programmen), die für den Einsatz in Bildungsprozessen in Frage kommen. Ziel ist, diese hinreichend sicher und angemessen bedienen zu können im Sinne einer Mediennutzung.

b) Theoretische Grundlagen/Theorie der (neuen) Bildungsmedien

Hierbei geht es um ein gutes theoretisches Verständnis der neuen Medien im Sinne einer „Medienkunde und Medienkritik“. Die Studierenden sollten also in der Lage sein, die in den Informations- und Kommunikationstechnologien enthaltenen Potenziale hinsichtlich ihrer möglichen Bedeutung für eine Neu- oder Umstrukturierung didaktischer Praxis zu beurteilen, das heißt auch Entwicklungschancen und Gefahren dieser Technologien abschätzen und didaktisch aufbereitet thematisieren zu können.

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Datum:
27.08.2013
Autor:
Sven Becker
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Claudia Bremer im Interview: Medienkompetenz in der Lehrerausbildung
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Gastbeitrag / Interview
redaktion sven becker
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