Über diesen Artikel
Datum:
19.11.2013
Autor:
Sven Becker
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URL:
https://www.digital-lernen.de/nachrichten/diverses/artikel/broschuere-mit-ersten-ergebnissen-der-kiggs-studie-veroeffentlicht.html
Title:
Broschüre mit ersten Ergebnissen der KiGGS-Studie veröffentlicht
Kategorie:
Studien
redaktion sven becker

Broschüre mit ersten Ergebnissen der KiGGS-Studie veröffentlicht

KiGGS
© Robert Koch-Institut

Die ausgedehnte Nutzung digitaler Medien kann der Gesundheit von Jugendlichen schaden – allerdings ist dieser Zusammenhang nicht zwingend. Denn weitere Faktoren der Lebensführung spielen eine ebenso bedeutende Rolle für die körperliche Gesundheit. Das ist eins der vorläufigen Ergebnisse der KiGGS-Studie des Robert Koch-Instituts, bei der die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland im Vordergrund steht. Die Lang­zeit­studie beobachtet die gesundheitliche Situation der in Deutschland lebenden Kinder und Jugendlichen und begleitet sie bis ins Erwachsenenalter.

Das Institut hat nun eine Broschüre herausgegeben, in der erste Ergebnisse der Studie zusammengefasst sind. Das Themenspektrum ist breit: Es finden sich Aussagen zum gesundheitlichen Wohlbefinden, zu sportlicher Betätigung, Unfallverletzungen, HPV -Impfquote, Allergien, Ernährung, Alkohol- und Tabakkonsum sowie zur Nutzung von Bildschirmmedien.

„Medien sind teil der Normalität“, konstatieren die Autoren der Broschüre. Demnach investierten die meisten Mädchen und Jungen zwischen elf und 17 Jahren einen großen Teil ihres Tages in die Nutzung von Bildschirmmedien. Robert Schlack betreut am Robert Koch-Institut die Auswertung der KiGGS1-Daten zur Mediennutzung. Er stellt fest: „Heute bestimmen elektronische Medien das Leben von Jugendlichen in einem ganz erheblichen Maße.“ In der Studie wurden die Jugendlichen gefragt: „Wie lange beschäftigst du dich durchschnittlich pro Tag mit folgenden Dingen: Fernsehen und Video; Spielkonsole; Computer und Internet; Handy?“ Addiert verbringen 67 Prozent von ihnen täglich mehr als zwei, 36 Prozent mehr als vier und 17 Prozent über sechs Stunden mit TV, Konsole und Computer. Unter den intensivsten Nutzern finden sich wesentlich mehr Jungen als Mädchen; den Spitzenwert halten die 14- bis 17-Jährigen: 28 Prozent von ihnen gaben einen Wert von über sechs Stunden pro Tag an. Anders sieht es in dieser Altersgruppe bei der Handy-Nutzung aus: hier sind die Intensivnutzer meist weiblich. Bei der Nutzung von Computer und Internet lassen sich indes keine Unterschiede aufzeigen, wie Schlack bestätigt: „Computer und Internet besitzen inzwischen in fast allen Lebensbereichen enorme Bedeutung – ganz unabhängig vom Geschlecht.“

Die Broschüre verweist auf die gesundheitlichen Risiken dieses Trends. So könne ein ausgeprägter Mediengebrauch beispielsweise Schlafstörungen und Übergewicht begünstigen. „Es besteht eine zeitliche Konkurrenz zwischen der Beschäftigung mit Bildschirmmedien und körperlicher Aktivität“, erläutert Schlack. Bereits die KiGGS-Basiserhebung von 2003 bis 2006 hatte aufgewiesen, dass Jugendliche, die Medien intensiv nutzen, häufiger unter Bewegungsmangel und Adipositas leiden. Allerdings sehen die Autoren keinen Grund für monokausale Schlussfolgerungen oder Alarmismus. Denn Mediennutzung und körperliche Aktivität schlössen einander nicht zwangsläufig aus. Es sei bekannt, dass manche Jungen und Mädchen mit starkem Mediengebrauch gleichzeitig viel Sport trieben. Schlack betont: „Die Beschäftigung mit Bildschirmmedien ist nicht schon von sich aus schädlich.“ Es komme vielmehr auf die Nutzungsart und den Nutzungsumfang sowie auf die sonstigen Verhaltensgewohnheiten und Lebensumstände an.

Die Datenerhebungen zur KiGGS-Studie erfolgen in Wellen. KiGGS<acronym></acronym> liefert wiederholt bundesweit repräsentative Daten zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen im Alter von 0 bis 17 Jahren und ermöglicht Aussagen zu Trends in der gesundheitlichen Lage. Mehr als 16.000 Kinder, Jugendliche, deren Eltern sowie junge Erwachsene haben für KiGGS<acronym></acronym> Welle 1 Fragen beantwortet.

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19.11.2013
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Sven Becker
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Broschüre mit ersten Ergebnissen der KiGGS-Studie veröffentlicht
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