Über diesen Artikel
Datum:
23.10.2013
Autor:
Sven Becker
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URL:
https://www.digital-lernen.de/nachrichten/diverses/artikel/bildungsmonitor-2013-veroeffentlicht.html
Title:
"Bildungsmonitor 2013" veröffentlicht
Kategorie:
Studien, Medienforschung
redaktion sven becker

"Bildungsmonitor 2013" veröffentlicht

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© Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft

Gestern sind die Ergebnisse des „Bildungsmonitors 2013“ in Berlin präsentiert worden. Demnach sind die Bildungssysteme in Sachsen, Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg im Vergleich aller Bundesländer am leistungsfähigsten. Besonders Bayern konnte sich im Vergleich zum vergangenen Jahr deutlich verbessern. Aber auch die Entwicklungen in Hamburg und Sachsen sind erfreulich.

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) ging in der Studie im Auftrag der „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ den Fragen nach, wie Bildungsarmut reduziert, Fachkräfte entwickelt und Wachstumskräfte gestärkt werden können. Zum zehnten Mal in Folge liefert der „Bildungsmonitor“ Antworten auf diese Fragen.

Die Studie macht in der deutschen Bildungslandschaft einzelne Leuchttürme aus. So weise Sachsen eine exzellente Förderinfrastruktur auf, überzeuge durch eine hohe Schulqualität und vermeide sehr erfolgreich die Entstehung von Bildungsarmut. Thüringen gebe Bildung bei den Ausgaben eine hohe Priorität und überzeuge durch gute Betreuungsrelationen. Bayern verwende die Mittel sehr effizient und habe unter anderem ein leistungsstarkes System der beruflichen Bildung. Auch Bundesländer, die nicht ganz vorne liegen, könnten in Teilbereichen überzeugen und anderen Ländern ein Vorbild sein: so liege Rheinland-Pfalz bei der Integration vorn, Bremen im Bereich Hochschule/MINT, Berlin bei der Forschung und Schleswig-Holstein beim effizienten Umgang mit Zeit im Bildungssystem.

Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer der INSM, kommentiert die Ergebnisse: „Die oberste Priorität eines Bildungssystems muss es sein, alle teilhaben zu lassen. Der Bildungsmonitor macht Hoffnung, denn der Anteil der Schulabbrecher ist in den letzten Jahren deutlich gesunken. Berufliche und akademische Bildung dürfen nicht gegeneinander ausgespielt, sondern alle Potenziale müssen optimal entwickelt werden. Positive Tendenzen zeigen sich bei der Berufsausbildung: Der Anteil von jungen Erwachsenen ohne abgeschlossene Berufsausbildung an allen Personen im Alter von 20 bis 30 Jahren ist von 16,5 Prozent im Jahr 2005 auf 13,4 Prozent im Jahr 2011 gesunken.“

Basierend auf ihren Ergebnissen formulieren die Autoren Handlungsempfehlungen für das Bildungssystem. So müsse dem Ausbau der Ganztagsinfrastruktur für Kinder höchste Priorität zukommen. Darüber hinaus seien folgende Impulse zur Fachkräftesicherung wichtig: Die Zahl von Studierenden aus dem Ausland müsse erhöht werden. Die Bildung in der zweiten Lebenshälfte müsse gestärkt werden: So könnten ältere Arbeitnehmer länger im Arbeitsmarkt gehalten werden. Weitere zentrale Punkte seien das Abitur nach zwölf Schuljahren beziehungsweise acht Jahren am Gymnasium (G8) sowie die weitere Senkung des Anteils an jungen Erwachsenen ohne abgeschlossene Schul- oder Berufsausbildung.

Axel Plünnecke, Studienleiter beim IW Köln, erklärt dazu: „Die Bildungspolitik hat in den letzten Jahren bereits in hohem Maß zur Fachkräftesicherung beigetragen. Durch die Reduzierung der Bildungsarmut junger Erwachsener konnte im Jahr 2011 ein Wertschöpfungsbeitrag in Höhe von 3,3 Milliarden Euro bewirkt werden. Weitere 14,7 Milliarden Euro an Wertschöpfung sind im Jahr 2011 durch die steigenden Hochschulabsolventenzahlen entstanden. Es bleibt aber viel zu tun, die Bildungsarmut weiter zu senken und damit Teilhabe und Wachstum zu stärken.“

Die Studie folgt einem „bildungsökonomisch“ und „humankapitaltheoretisch“ orientierten Ansatz. In diesem Sinn werden die Bildungssysteme danach bewertet, wie erfolgreich daraus optimale Wachstums- und Beschäftigungsimpulse entstehen. Bildung dürfe man auf diese Weise in einen ökonomischen Horizont stellen, denn „schließlich wird Bildung von der Gesellschaft bezahlt.“ Die Gesellschaft habe daher einen Anspruch darauf von Bildung zu profitieren.

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Datum:
23.10.2013
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Sven Becker
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