Über diesen Artikel
Datum:
22.10.2012
Autor:
Sven Becker
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URL:
https://www.digital-lernen.de/nachrichten/diverses/artikel/bildungsmedien-online-uni-augsburg-erforscht-open-educational-resources.html
Title:
"Bildungsmedien online" - Uni Augsburg erforscht Open Educational Resources
Kategorie:
Studien
redaktion sven becker

"Bildungsmedien online" - Uni Augsburg erforscht Open Educational Resources

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© Verband Bildungsmedien e. V.

Open Educational Resources sind freie Lehr- und Lernmaterialien, die meist in digitaler Form im Internet zu finden sind. Sie decken ein weites thematisches und methodisches Spektrum ab: von Aufzeichnungen von Vorlesungen an Universitäten bis hin zu Material für die Gestaltung konkreter Unterrichtsreihen im Schulunterricht. Der Begriff „frei“ bezieht sich dabei auf die Lizenzierung, die ihre freie Verwendung, Veränderung und Weitergabe erlaubt. OER ermöglichen deshalb im Prinzip die freie und uneingeschränkte Bildung für alle.

Doch es gibt auch eine Schattenseite: „Für die Lehrkräfte, die kostenlose Materialien online oder als Download nutzen wollen, ist das ein unübersichtlicher Markt, bei dem nicht immer klar zu erkennen ist, welche – wirtschaftliche oder politische – Intention hinter einem kostenlosen Angebot steckt“, konstatieren Eva Matthes und Werner Wiater. Sie sind für die wissenschaftliche Leitung eines dreijährigen Projekts der Universität Augsburg verantwortlich, das diesen Problemen nachgeht.

Die Studie untersucht über 880 000 Materialien von 482 Anbietern. Bei einem Viertel der Anbieter handelt es sich um Privatpersonen. Sie stellen aber nur etwa fünf Prozent der Angebote. Die großen Lehrerplattformen machen 20 Prozent aus. Den größten Teil stellen öffentliche und kommerzielle Anbieter. Doch Firmen, Vereine und Stiftungen betreiben durch die kostenlosen Angebote auch Lobby-Arbeit – grundlegende und kritische Bildung ist dabei nicht immer ihr vorrangiges Interesse.

Ein weiteres Problem betrifft die schwankende didaktische Qualität der offenen Lernressourcen. Die Lehrer sind bei der Auswahl geeigneter Materialien auf sich selbst gestellt. Die Analyse und Auswertung von Lehrmitteln ist jedoch nur ein Randaspekt in der Lehrerausbildung, deshalb sind sie meist nur unzureichend auf diese Aufgabe vorbereitet.

Das Augsburger Projekt „Bildungsmedien online“ wird nun dieses Problemfeld bis 2014 erforschen. „Wir sehen es als unsere Aufgabe an, diesen sehr heterogenen Markt genau kennenzulernen und zu beschreiben, damit seine Bedeutung für die Schule transparent wird“, sagt die Projektverantwortliche Maren Saiko vom "Verband Bildungsmedien e.V.", der das Forschungsprojekt fördert.

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Sven Becker
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