Über diesen Artikel
Datum:
22.10.2013
Autor:
Sven Becker
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URL:
https://www.digital-lernen.de/nachrichten/diverses/artikel/appsolutely-smart-ergebnisse-der-studie-jugendleben.html
Title:
"Appsolutely smart!" - Ergebnisse der Studie Jugend.Leben
Kategorie:
Studien
Appsolutely Smart     

"Appsolutely smart!" - Ergebnisse der Studie Jugend.Leben

Appsolutely Smart
Appsolutely Smart     
© W.Bertelsmann Verlag

Der vom Bertelsmann-Verlag herausgegebene Studienband "Appsolutely smart!" präsentiert die Ergebnisse einer Erhebung über die Alltagswelt, die Lebensbedingungen und Zukunftsvorstellungen von Kindern und Jugendlichen von zehn bis 18 Jahren. Für die Studie wurden 6 000 Kinder und Jugendliche aus NRW befragt. Sie gaben Auskunft zu den Themenbereichen Schule, Clique, Träumen, Gesellschaft und Umwelt, Glaube, Medien und Jugendkultur.

Die Studie mit dem Titel "Jugend.Leben NRW 2012" knüpft an die Vorgängerstudie "Null Zoff und voll busy" von 2001 an. Damals wurden Jugendliche zu vielen ähnlichen Themen befragt, so dass die Ergebnisse vergleichbar sind und auf alle westdeutschen Flächenländer übertragen werden können.

Zusammengefasst lautet das Ergebnis: Die Jugendlichen versuchen sich den gesellschaftlichen Bedingungen anzupassen, sie sind ihnen gegenüber weitgehend unkritisch. Kultur eignen sie sich in einer Logik des Konsums an. Sie sind bildungsabschlussorientiert, leiden aber an den hohen Anforderungen in der Schule und an sich selbst: „Viele Jugendliche leiden an Kopfschmerzen und Nervosität und haben Angst vor dem persönlichen Scheitern“, wie es in einer Mitteilung heißt. Hier ein Überblick über einige wichtige Ergebnisse.

Die Familie wird hoch geschätzt. Wichtige Vorbilder, wichtiger noch als in der Vorgängerstudie, sind die Eltern, insbesondere die Mutter. Auch das Vertrauen in andere erwachsene Personen ist in diesem Zeitraum gewachsen.

In Partnerschaften stehen Treue und Zuverlässigkeit ganz oben - weit vor der Sexualität. Jugendliche hoffen auf lang andauernde Beziehungen. „Spaß haben“ ist ihnen einer Beziehung sehr wichtig und auch „Kritikfähigkeit steht hoch im Kurs, „Fremdgehen“ dagegen überhaupt nicht.

Die Schule hat eine sehr hohe Bedeutung und ist der wichtigste Ort für soziale Kontakte. Mehr noch als 2001 wird sie als „soziale Arena“ wahrgenommen. Eine sehr hohe Bedeutung haben auch Bildungsabschlüsse. Ablesen lässt sich das insbesondere daran, dass über alle Schulformen hinweg 75 Prozent der befragten 13- bis 18-Jährigen die allgemeine Hochschulreife erlangen wollen. Die Jugendlichen streben also nach Erfolg. Laut Studie wollen sie allerdings unnötige Belastungen oder Stress vermeiden. Gute Noten sind ihnen wichtig – viel lernen wollen sie dafür aber nicht. Gute Noten sind stärker als 2001 mit dem eigenen Wohlbefinden in der Schule verkoppelt.

Digitale Medien sind etwas Alltägliches für sie. Fast jeder befragte Jugendliche besitzt ein Handy oder Smartphone. Die Studie deutet an dieser Stelle als ein Ergebnis an, dass sich die Grenzen zwischen Kindheit und Jugend in Auflösung befinde. Der Besitz des ersten Handys oder Smartphones sei ein bedeutendes Lebensereignis, das oft mit dem Ende der Kinderspiele einher gehe.

Jugendliche sind an der bestehenden gesellschaftlichen Ordnung orientiert und dabei zum größten Teil regelkonform. Eine klare und starre Abgrenzung zur älteren Generation kann die Studie nicht ausmachen. Erwachsene sind demgegenüber geschätzte Ratgeber, beispielsweise bei Schulproblemen, Konflikten mit Freunden, in politischen Fragen oder beim Kleidungsstil.

Im Kulturbereich gilt Flexibilität als hoher Wert. Das Angebot an neuen Marken, Events, Gruppen oder Stilen werde wie ein „App-Shop“ wahrgenommen: Man wählt das Passende nach Bedarf aus.

Die Studie "Jugend.Leben NRW 2012" wurde von der Universität Gießen in Kooperation mit den Universitäten Köln und Siegen durchgeführt. Gefördert wurde die Studie vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen. Sabine Maschke, Privatdozentin am Institut für Erziehungswissenschaft an der Universität Gießen, und Ludwig Stecher, Professor für Empirische Bildungsforschung an der Universität Gießen, haben die Studie geleitet und waren maßgeblich an der Vorgängerstudie "Null Zoff & voll busy 2001" beteiligt.

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22.10.2013
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Sven Becker
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Studien
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