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Datum:
25.08.2010
Autor:
Redaktion
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http://www.digital-lernen.de/nachrichten/technik/einzelansicht/artikel/wann-kommt-das-ende-des-buches-65-prozent-meinen-nie.html
Title:
Wann kommt das Ende des Buches? 65 Prozent meinen nie.
Kategorie:
Technik
gastautoren stift

Wann kommt das Ende des Buches? 65 Prozent meinen nie.

An welchem Tag wird das letzte gedruckte Buch über den Ladentisch gehen? 2020, 2030, oder nie? Wird es vielleicht immer gedruckte Bücher geben und gleichzeitig die digitale Bibliothek auf dem iPad für die Hosentasche? Niemand weiß es. Die Tendenz weist seit Jahren in die digitale Zukunft. Immer mehr Verlage digitalisieren ihre Angebote. Ganze Bibliotheken werden komplett digitalisiert. Die österreichische Nationalbibliothek geht in die Vollen, 400.000 Bände aus dem 16. bis 19. Jahrhundert sollen mittels Public Private Partnership durch Google Books im Volltext erschlossen werden. Als eine der weltweit ersten Nationalbibliotheken wird die Österreichische Nationalbibliothek ihren kompletten historischen Buchbestand - eine der fünf international bedeutendsten Sammlungen historischer Bücher - digitalisieren und online zugänglich machen. Voraussichtlich 120 Millionen Buchseiten sollen nach sechs Jahren kostenfrei im Online-Katalog der Bibliothek, via Google Books abrufbar sein.

2007 kam der Amazon Kindle in den USA auf den Markt, er sollte den Durchbruch des digitalen Lesens bringen. Schätzungsweise drei Millionen Geräte wurden seitdem verkauft, von einem Zusammenbruch des Buchmarktes aber war nichts zu spüren. Die Nachfrage ging stattdessen nur sehr leicht zurück, wie die Verbraucherstudie „Buchkäufer und Leser“, herausgegeben vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels ergab. Anfang 2010 überholte dann Apple in nur drei Monaten den Kindle mit dem Verkauf des iPads, nun war nicht nur der Text, sondern der gesamte Charakter einer Buchseite dargestellt. Es bleibt aber abzuwarten, wie viel der noch relativ teuren Bücher aus dem Apple Store tatsächlich gekauft werden.

2008 saß der Schock tief als der Brockhaus-Verlag erklärte, die 21. Auflage dürfte zugleich die letzte sein. Es sollten nun alle Inhalte ins Internet übertragen werden. Nachdem der Verlag zuvor Verluste von mehreren Millionen gemacht hatte, solle das neue Online-Angebot nun über Werbung finanziert werden. Ende 2008 erklärte der Verlag jedoch, dass es kein Online-Angebot geben werde, stattdessen bietet der Verlag nun eine DVD-Version der 30bändigen Enzyklopädie an. Das Ende einer 200jährigen Geschichte. Wir verlinken auf den Brockhaus-Beitrag von Wikipedia und schämen uns ein bisschen.

Dennoch glaubt die Mehrheit nach einer Umfrage des Onlineportals netzwertig.com nicht an den Untergang des Schmökers. Immerhin 65 Prozent meinen, dass das gedruckte Buch nie verschwinden wird. Nur 25 Prozent der 294 Umfrageteilnehmer sind hingegen der Überzeugung, dass Papierbücher in spätestens 25 Jahren als Massenprodukt abgelöst werden. Das Ergebnis dieser nicht repräsentativen Umfrage überrascht, schließlich haben online nur technikaffine User teilgenommen, selbst diese sind also offenbar skeptisch.

Die Debatte aber bleibt. Wer Spaß hat sich in das Thema einzulesen, dem sei das Dossier zum Thema aus „Politik und Zeitgeschichte“ empfohlen.

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25.08.2010
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