Über diesen Artikel
Datum:
27.11.2012
Autor:
Thorsten Greb
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URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/technik/einzelansicht/artikel/virtuelle-schule-niedersachsen-gestartet.html
Title:
Virtuelle Schule Niedersachsen gestartet
Kategorie:
Technik
Dr. Bernd Althusmann, Kultusminister Niedersachsen     

Virtuelle Schule Niedersachsen gestartet

Dr. Bernd Althusmann, Kultusminister Niedersachsen
Dr. Bernd Althusmann, Kultusminister Niedersachsen     

Sie liegen an ihrer schmalsten Stelle nur wenige Kilometer auseinander und auch zum Festland ist es nicht weit, Ebbe und Flut aber machen die alltägliche Interaktion zeitaufwändig, manchmal mühsam und nicht selten unberechenbar. Die Rede ist von den Ostfriesischen Inseln, die sich am nordwestlichen Zipfel Niedersachsens ins Wattenmeer hinein erstrecken. Diese ‚Abgeschiedenheit‘, die mitunter ihren Charme haben kann, kann aber auch einige Lebensbereiche erschweren, wie beispielsweise Bildung und Schule.

So müssen die Insulaner-Schülerinnen und -schüler unter anderem auf das breitere Schulfächerangebot des Festlandes verzichten. Zu klein sind die Klassen der Inselschulen, ein Präsenzunterricht in allen Fächern mit einem umfangreichen Lehrerkollegium schlicht nicht realisierbar. Für den Schulwerdegang der Schülerinnen und Schüler kann sich dieser Umstand als durchaus hinderlich herausstellen, zum Beispiel, wenn es um einen Wechsel in die gymnasiale Oberstufe auf dem Festland geht. Das E-Learning-Projekt „School of Distance Learning Niedersachsen“ - kurz die Virtuelle Schule - soll diese Lücke in Zukunft schließen.

Der Niedersächsische Kultusminister Bernd Althusmann hat das Modellprojekt zum kollaborativen Lernen über das Internet in der vergangenen Woche im niedersächsischen Esens gestartet. Die Virtuelle Schule Niedersachsen, mit der insbesondere „Mangelfächer“ wie zweite Fremdsprachen und Naturwissenschaften in den Stundenplänen der Schülerinnen und Schüler abgedeckt werden sollen, sei bisher einmalig in Deutschland, so Althusmann. Vorerst würden rund 150 Schüler der insgesamt sieben weiterführenden Inselschulen vom Unterricht auf gymnasialem Niveau profieren, eine Ausweitung auf alle 850 Schülerinnen und Schüler sei aber prinzipiell möglich, heißt es in der Pressemitteilung des Niedersächsischen Kultusministeriums.

Herzstück des Modellprojekts ist ein modernes Videokonferenz- und Onlinesystem, das die Inselschulen auf Baltrum, Borkum, Juist, Langeoog, Norderney, Spiekeroog und Wangerooge über das Internet an die Bildungsangebote der federführenden Projektschule, das Internatsgymnasium Esens im niedersächsischen Landkreis Wittmund, anbindet. Durch Bild- und Tonübertragung entsteht sozusagen ein virtueller Klassenraum, in dem die Festlandlehrer des Internatsgymnasiums Essens die Insulaner-Schülerinnen und -schüler unterrichten. Dazu wurden in dem Internatsgymnasium und den Inselschulen jeweils Unterrichtsräume mit entsprechender Audio- und Videotechnik ausgestattet.

Die Einsatzmöglichkeiten sind vielseitig. Neben dem Fachunterricht sei es denkbar, dass das System beispielswiese zur Vorbereitung von zentralen Vergleichsarbeiten oder der landeseinheitlichen Abschlussprüfungen verwendet wird, so das Kultusministerium. Das System könnte auch bei Fort- und Weiterbildungen, Elternabenden oder Lehrerkonferenzen zum Einsatz kommen.

Die Kosten für die Anschubfinanzierung belaufen sich auf 200.000 Euro. Das Niedersächsische Kultusministerium dafür kommt auf. Bei dem Projekt, das zunächst bis zum Jahr 2015 laufen soll, arbeitet das Kultusministerium operativ eng mit dem Verein „n-21: Schulen in Niedersachsen online e.V.“ zusammen.

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27.11.2012
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Thorsten Greb
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