Über diesen Artikel
Datum:
18.06.2012
Autor:
Thorsten Greb
Aktionen:
Drucken
URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/technik/einzelansicht/artikel/tablets-erobern-kinderzimmer-und-schulen.html
Title:
"Tablets erobern Kinderzimmer und Schulen"
Kategorie:
Technik
Podiumsdiskussion Generation Touch

"Tablets erobern Kinderzimmer und Schulen"

Podiumsdiskussion Generation Touch

Podiumsdiskussion Generation Touch

Digitale Medien gehören in den Schulunterricht, nicht nur, weil sie inzwischen ein fester Bestandteil des kindlichen Alltags sind und somit bei der Schulbildung nicht mehr ausgeblendet werden können, sondern auch, weil sie didaktische Möglichkeiten bieten, die analoge Unterrichtsmittel nicht leisten können. Auf dieses Resümee, das von den einzelnen Podiumsdiskutanten nuanciert beleuchtet wurde, lässt sich die gemeinsame Diskussionsveranstaltung von Freiwilliger Selbstkontrolle Fernsehen und Multimedia „Generation Touch – Tablets erobern Kinderzimmer und Schulen“ vom vergangenen Mittwoch zusammenfassen.

Das Podium überzeugte dabei mit kompetenten Vertretern aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft. Die wissenschaftliche Perspektive bot Luise Ludwig, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Mainz. Dr. Michael Kaden, Referent für Bildungsmedien im brandenburgischen Kultusministerium und KMK-Ländervertreter für Medienbildung, war für die politische Expertise zuständig. Gunter Becker vom Cornelsen Schulbuchverlag und Olaf Kleinschmidt von der Initiative D21 waren als Vertreter der Wirtschaft geladen. Nicht vertreten waren hingegen die eigentlich zentralen Akteure, die mit der Implementierung digitaler Medien in den Schulalltag betraut sind: die Schulträger, zuständig für die äußeren Schulangelegenheiten und damit für die Finanzierung und Beschaffung der digitalen Endgeräte und die Pädagogen, die für die Umsetzung der Medienkonzepte im Schulunterricht verantwortlich sind. So sahen die rund 100 Publikumsteilnehmer im Filmmuseum Berlin am Potsdamer Platz zwar eine fachlich überzeugende Veranstaltung, bei der jedoch einige Teilaspekte wie die finanzielle und pädagogische Machbarkeit weitegehend ausgeblendet blieben.

Zunächst näherte sich Ludwig in einem Fachvortrag der Thematik „Tableteinsatz in Schulen“ und ging dabei – neben der Darstellung ihrer Explorationsstudie – der Frage nach, was eigentlich der Vorteil des Tablet-Computers gegenüber anderen Computern sei und worin die Chancen und Risiken bei ihrer Nutzung liegen. Demnach eigne sich der Tablet-Computer als Medium, um die „Diskrepanz zwischen der Mediennutzung zu Hause und der Mediennutzung in der Schule“ aufzubrechen. Gleichzeitig biete er die Möglichkeit, „ältere Idee zum Lernen wieder zu entdecken“ und für den Schulunterricht nutzbar zu machen. Den technischen und didaktischen Vorzügen der Tablet-Computer wie eine lange Akkulaufzeit, eine einfache Wartung, der Ortsungebundenheit durch WLAN, einen Zeitgewinn im Unterricht zum Lernen, der Aktivierung der Schüler und kollaboratives Arbeiten stünden jedoch auch einige Nachteile gegenüber. Neben der Abhängigkeit von einer WLAN-Infrastruktur innerhalb der Schule und den inhaltlichen Angeboten der Appstores nannte Ludwig den zeitlichen Mehraufwand bei der Unterrichtsvorbereitung für die Pädagogen. Ludwig resümierte, dass die Nutzung digitaler Medien vor allem eine Frage der Curricula sei. Der Einsatz von Tablet-Computern werde noch zu oft als Mittel zum Zweck angesehen, ohne dabei „das pädagogische Ziel oder einen konkreten Weg dahin im Auge zu haben“. Daher müssten das „Medienkonzept und die Mediendidaktik vor die konkrete Ausstattungsvariante“ gehen, so Ludwig.

Im zweiten Fachvortrag skizzierte Becker in Kürze den Status Quo auf dem deutschen E-Book-Schulmarkt und kam zu dem Schluss, dass die „Geschäftsmodelle für digitale Schulbücher noch schwach ausgeprägt“ seien. Das Gemeinschaftsprojekt „Digitale Schulbücher“ von 27 deutschen Schulbuchverlagen sei daher vor allem als ein „Einstieg für die Verlage“ in den E-Book-Markt zu verstehen. Diese Feststellung deckt sich auch mit dem Ergebnis der aktuellen E-Book Studie 2011 des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, die den Anteil von digitalen Schulbüchern am deutschen E-Book-Markt auf derzeit vier Prozent beziffert, DIGITAL LERNEN berichtete.

1 2  
Über diesen Artikel
Datum:
18.06.2012
Autor:
Thorsten Greb
Aktionen:
Drucken
URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/technik/einzelansicht/artikel/tablets-erobern-kinderzimmer-und-schulen.html
Title:
"Tablets erobern Kinderzimmer und Schulen"
Kategorie:
Technik
Podiumsdiskussion Generation Touch
Diesen Artikel teilen
Anzeige
Anzeige
Anzeige