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Datum:
24.01.2011
Autor:
Sascha Steuer
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URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/technik/einzelansicht/artikel/laptop-oder-ipad-in-der-schule-schulbuchverlage-digitalisieren-langsam-ihre-inhalte.html
Title:
Laptop oder iPad in der Schule - Schulbuchverlage digitalisieren langsam ihre Inhalte
Kategorie:
Technik
gastautoren stift

Laptop oder iPad in der Schule - Schulbuchverlage digitalisieren langsam ihre Inhalte

buch mit ipad
© DIGITAL LERNEN

Während sich bisher die Schulbuchverlage bei der Digitalisierung ihrer Inhalte eher zurückgehalten haben, beginnen nun die ersten Verlage in die Lücken vorzustoßen. Das iPad und andere Tablettcomputer machen möglich, was bisher von den Verlagen als unumgängliches Hindernis gesehen wurde: Die generelle Kostenfreiheit digitaler Inhalte. Die bisher einzige und schnelle Digitalisierungsvariante, Bücher komplett als PDF zu digitalisieren, birgt für die Verlage die Gefahr einer unkontrollierten Vervielfältigung und ist außerdem pädagogisch nicht sinnvoll. Besser wäre es die Inhalte so aufzubereiten, dass mit ihnen interaktiv gearbeitet werden kann. Die Buchverlage sind als Wirtschaftsunternehmen aber zwingend auf Einnahmen bei der Vervielfältigung ihrer Bücher angewiesen. Auch die mangelhafte Ausstattung der Schulen mit Hardware ist ein Hindernis, denn eine Umstellung der Inhalte auf digitale Medien ist nur bei hohem Absatz rentabel.

Der Geschäftsführer des Klett-Verlages, Tilo Knoche, fordert daher eine nachhaltige Ausstattung der Schulen mit Hardware, begleitet von einer umfassenden Lehrerfortbildung. Der Klett-Verlag hätte bereits heute Prototypen digitaler Schulbücher, sogenannte E-Books, die der Verlag aber erst „flächendeckend anbieten wird, wenn es einen Markt dafür gibt.“ In dieselbe Richtung argumentiert auch die Westermann Verlagsgruppe, zu der auch Schroedel und Schöningh gehören. So gebe es zwar bereits einzelne digitale Angebote als Ergänzung zu Schulbüchern, allerdings könnten neue Endgeräte wie das iPad oder den Kindle eReader „nur dann mit einem größeren Angebot unterstützt werden, wenn sie auch wirklich Einzug in den Schulbetrieb halten“.

Dies sieht der Cornelsen Verlag offenbar anders und prescht mit den ersten iPad-Apps voran. Tatsächlich bieten die iPad-Apps einen Ausweg aus dem Teufelskreis. Denn mit Hilfe der Apps kann ein Lehrbuch in mehrere Unterthemen aufgeteilt und in mehrere Apps gepackt werden. So können die Verlage Einzelthemen zum Download anbieten, ohne dass sie kopierbar sind. Für die Nutzer bietet sich der Vorteil, dass sie ausgewählte Inhalte kostengünstig und ohne permanenten Internetzugang als mobile Anwendung unterwegs oder eben im Klassenraum nutzen können.

Ein Beispiel für die pädagogischen Möglichkeiten von Apps sind die „Lernsnacks“ von Cornelsen. In jedem Lernsnack warten etwa 200 bis 300 alltagsnahe Aufgaben- und Übungskomplexe. Beispielsweise können mit der Cornelsen-App „Prozentrechnung“ Prozentwerte und Prozentsätze berechnet, die Darstellung in Kreis-, Streifen- und Blockdiagrammen geübt oder Sachaufgaben zu Gewinn, Verlust, Skonto und Rabatten gelöst werden. Die Basis-App kostet 79 Cent und enthält bereits einen ersten Lernsnack zum Thema Prozentrechnung. Damit schlägt Cornelsen einen anderen Weg ein als die Konkurrenten, ist dies eine neue Strategie? Vor wenigen Monaten übernahm Cornelsen auch den Betrieb von Lo-Net, eine Plattform für Schule und Unterricht, die laut eigenen Angaben mittlerweile von über 6.500 Schulen in Deutschland genutzt wird. Cornelsen vertritt bezüglich der digitalen Medien eine eigene Philosophie; danach müsse die Innovationskraft der Produkte einhergehen mit der Aufklärung um ihre Wertigkeit. Ein guter Inhalt ist eben auch etwas wert, oder anders gesagt, die Umsonstinhalte des Internets haben keine Qualitätsansprüche. Es bleibt spannend ob sich die Idee durchsetzen lässt und dann auch andere Schulbuchverlage anfangen rentable Digitalisierungsmodelle zu erproben.

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24.01.2011
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Sascha Steuer
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