Über diesen Artikel
Datum:
16.07.2012
Autor:
Thorsten Greb
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URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/technik/einzelansicht/artikel/didaktisch-wertvolle-lernbausteine-fuer-den-schulunterricht.html
Title:
Didaktisch wertvolle Lernbausteine für den Schulunterricht
Kategorie:
Technik
Learningapps      

Didaktisch wertvolle Lernbausteine für den Schulunterricht

Learningapps
Learningapps      
© Michael Hielscher

Ist die Rede von Apps im Bildungseinsatz, denkt man automatisch an Apples App Store und Googles Android Market. Doch es gibt auch andere überzeugende Plattformen, wie das Forschungsprojekt Learningapps.org beweist. Die Entwickler und Betreiber der Plattform – drei Hochschulen aus Deutschland und der Schweiz – gehen jedoch einen anderen Weg als die beiden großen kommerziellen Appsammlungen. Sie setzen konsequent auf das Modell Web 2.0, verzichten gänzlich auf Werbung und stellen die Apps den Nutzern kostenlos zur Verfügung.

Die Idee des Projekts ist recht schnell erklärt. Das Erfolgsmodell von Youtube – nämlich nutzergenerierte Inhalte über eine intuitiv zu bedienende Plattform anderen Nutzern kostenfrei zur Verfügung zu stellen - wollten die Wissenschaftler auf den Bereich der digitalen Bildungsapplikationen übertragen. Aus dieser Idee entstand schließlich ein gemeinsames Forschungsprojekt der Pädagogischen Hochschule Bern, der Johannes Gutenberg Universität Mainz und der Hochschule Zittau/Görlitz, welches im August 2011 in die Betaphase startete. Nach einer überzeugenden Testphase ist Learningapps.org seit Ende 2011 „produktiv im Einsatz“, so Michael Hielscher, Projektkoordinator am Institut für Bildungsmedien der Pädagogischen Hochschule Bern.   

Die Apps heißen bei Learningapps.org ‚Lernbausteine‘ – ein expliziter Verweis auf die Programmstruktur und den Anwendungszweck der Inhalte. Denn es handelt sich bei den Programmen um keine hochkomplexen Applikationen wie so manche Apps aus dem Apple Store oder Android Market, sondern um kleine digitale Bausteine, die gezielt in die Unterrichtsdidaktik eingebaut werden und vor allem unterstützend wirken sollen. Hielscher empfiehlt, die meist fünf bis zehn minütigen Lernbausteine in ein größeres didaktisches Szenario einzubetten, beispielsweise in eine Website oder ein Lernmanagementsystem. Das Einbinden der Apps ist dabei denkbar einfach: Ähnlich wie bei Youtube erhalten Nutzer nach Abschluß des Erstellvorgangs einen „HTML-Codeschnipsel“, der per copy & paste in jede dafür geeignete Webstruktur eingefügt werden kann.  Verfügt man über ein entsprechendes Endgerät und Programm, kann man sogar einen QR-Code vom Monitor abfotografieren, die App wird dann sofort auf dem Smartphone oder Tablet-Computer aufgerufen.

Es stehen insgesamt 28 verschiedene Erstellvorlagen zur Auswahl, mit denen sich für alle erdenklichen Unterrichtszwecke die entsprechenden Applikationen entwickeln lassen. Auch ist es den Entwicklern gelungen, die Vorlagen so zu gestalten, dass sich damit Apps für alle Schulstufen realisieren lassen. Vom einfachen Memory Quiz, für das bildliche Lernen in der Primarstufe, bis hin zu anspruchsvollen Aufgaben, beispielsweise für den Geografie- oder Geschichtsunterricht in der Sekundarstufe, ist alles möglich. Dass die Apps vergleichsweise ‚simpel‘ strukturiert sind, erleichtert nicht nur ihre Verwendung im Unterricht, sondern kommt auch der Grundidee der Plattform entgegen. Denn vor allem die Nutzer – also die Schüler und Lehrer - sollen die Inhalte generieren und nicht die projektbegleitenden Wissenschaftler. Entsprechend selbsterklärend und handhabbar müssen die Werkzeuge zum Erstellen der Programme sein. Das leicht verständliche Prinzip soll die Nutzer anregen, sich Gedanken über den Einsatz von Lernapplikationen im Schulunterricht zu machen. Denn gerade das Erstellen der Programme sei der eigentlich „sinnstiftende Prozess“, da man dabei „etwas lernt und sich überlegt, wie man etwas darstellen möchte“, so Hielscher.

Ein großer Vorteil von Learningapps.org ist die systemische Offenheit. Da alles webbasiert konzipiert ist, sind die Inhalte an keine Herstellerhardware und kein Betriebssystem gebunden.

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16.07.2012
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Thorsten Greb
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