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Datum:
24.08.2012
Autor:
Oliver Ott
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URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/technik/einzelansicht/artikel/das-lehrbuch-der-zukunft.html
Title:
Das Lehrbuch der Zukunft
Kategorie:
Technik
Oliver Ott     

Das Lehrbuch der Zukunft

Oliver Ott
Oliver Ott     
© PHBern

Zum Autor:

Oliver Ott arbeitet seit 2008 als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Bern. Er befasst sich unter anderem mit dem Medienwandel und der Evaluation von Internetdiensten, Social Media und deren Nutzung für Ausbildungszwecke. Der Forschungsschwerpunkt liegt bei E-Books, digitalen Lehrbüchern und der Einschätzung bezüglich sich abzeichnenden Entwicklungen für Ausbildungsstätten.

 

In den USA werden E-Books immer beliebter. Der Umsatz hat sich innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt und beträgt im Vergleich zum gedruckten Buch bereits 15 Prozent. Auch im Lehrbuchbereich werden digitale Bücher populärer. Nach einer Studie von Xplana soll der Anteil digitaler Lehrbücher in den USA im Jahre 2016 schon 35 Prozent betragen.

Die Verlage und Buchhändler bieten heute meist eine digitale Kopie eines gedruckten Buches als klassische E-Books an. Als Vorteil von digitalen Büchern wird häufig aufgeführt, dass sie kein Gewicht besitzen. Die Schülerinnen und Schüler müssen also nicht viele schwere Bücher mit sich herumtragen und zum Betrachten der E-Books wird nur ein einziges Lesegerät wie z.B. ein Notebook oder Tablet-Computer benötigt. Digitale Lehrbücher werden in Europa allerdings noch vergleichsweise selten eingesetzt, da in den Schulen in der Regel noch nicht genügend Lesegeräte vorhanden sind und das Angebot an E-Lehrbüchern noch relativ klein ist. Anders sieht es beispielsweise in Südkorea aus. Dort sollen laut dem Bildungsministerium 2015 alle Schulbücher in digitaler Form zur Verfügung stehen und die Schulen werden grossflächig mit Computern ausgestattet.

Neben den klassischen digitalen Büchern werden zunehmend auch digitale Bücher mit erweiterten Möglichkeiten, sogenannte Enhanced Books, produziert. Diese Bücher enthalten nicht nur Text und Bilder, sondern können auch multimediale Inhalte und interaktive Übungen beinhalten. Das US-amerikanische Unternehmen Inkling (www.inkling.org) beispielsweise hat eine ganze Reihe von Büchern im Sortiment, die multimedial aufbereitet sind und auch kollaborative Funktionen anbieten. Die Leser können Textstellen markieren, mit Kommentaren verknüpfen und anderen Lesern zugänglich machen. Die Lernenden können sich somit ortsunabhängig direkt im Buch über ein bestimmtes Thema austauschen, ohne auf andere Dienste zugreifen zu müssen.

Besonders in der Sekundarstufe werden die Schulbücher im Unterricht häufig mit weiteren Materialien ergänzt, die Lehrpersonen selber recherchiert haben und einen inhaltlichen oder lokalen Bezug aufweisen. Dies können Arbeitsblätter sein, aber auch Videos oder interaktive Übungen, die am Beamer gezeigt oder direkt am Computer gelöst werden können. Um diese Materialien im Unterricht bereitstellen zu können, werden mehrere Werkzeuge wie beispielsweise Drucker, Videorecorder oder Projektoren benötigt. Dies verursacht einen organisatorischen Mehraufwand. Mit Hilfe der Flexbooks können die zusätzlichen Materialien indes direkt im Buch integriert werden ohne auf weitere Geräte angewiesen zu sein.

Flexbooks sind flexibel Bücher, die sich von den Lehrpersonen nach den eigenen Wünschen anpassen lassen. Es können Kapitel gelöscht oder neue hinzugefügt werden. Zusatzmaterialien wie Bilder, Videos, Weblinks oder interaktive Karten lassen sich ohne grossen Aufwand in die Bücher einfügen und so den Lernenden bereitstellen. So lassen sich die Lehrbücher ganz individuell auf den Unterricht abstimmen.

In den USA bietet der Verlag Flat World Knowledge schon rund 100 flexible Lehrbücher an. Dem Verlag zufolge benutzen bereits über 2.000 Bildungsinstitutionen und über 300.000 Lernende die anpassbaren Bücher. Die Bücher stehen unter einer Creative Commons-Lizenz und können durch die Lehrpersonen und Dozierenden kostenlos verändert und übers Internet weitergegeben werden.

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24.08.2012
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Oliver Ott
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