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Datum:
17.01.2011
Autor:
Redaktion
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http://www.digital-lernen.de/nachrichten/schulpraxis/einzelansicht/artikel/zusammenspiel-von-schule-lehrern-schulverwaltung-und-eltern-fuer-digitales-lernen-unabdingbar.html
Title:
Zusammenspiel von Schule, Lehrern, Schulverwaltung und Eltern für digitales Lernen unabdingbar
Kategorie:
Schulpraxis
Guido Rütten     

Zusammenspiel von Schule, Lehrern, Schulverwaltung und Eltern für digitales Lernen unabdingbar

Guido Rütten
Guido Rütten     
© Guido Rütten

DL: Sie kommen gerade von einer Tour durch das Rheinland zurück, wo sie Fortbildungen zum Einsatz digitaler Medien im Deutschunterricht abgehalten haben. Können Sie uns etwas zu den Teilnehmern sagen? Welche Vorkenntnisse haben die Lehrer, wie groß ist das Interesse?

Guido Rütten: Es gibt eine stetig wachsende Anzahl von Schulen, die den Einsatz von digitalen Medien zu einem Schwerpunkt der Unterrichtsentwicklung machen. Wenn dies konzeptionell ausgearbeitet wurde, stehen viele Schulträger und Fördervereine auch mit finanziellen Mitteln zur Verfügung. Wenn die Geräte und die Infrastruktur störungsfrei funktionieren, dann sind die Kollegen auch bereit, sich schulen zu lassen. Meistens werde ich dann von den Fachkonferenzen eingeladen, die in der Regel vollständig teilnehmen. Auch die älteren Kolleginnen und Kollegen sind oftmals beeindruckt und begeistert, welche vielfältigen Möglichkeiten der Unterrichtsgestaltung die Einbindung von Computer und Internet bietet. Die jungen Kollegen verfügen meistens über gute IT-Kompetenzen; allerdings benötigen sie Hilfe und Training für die Organisation von IT-gestützten Unterrichtssituationen mit 30 Schülern.

DL: Ersetzen die digitalen Medien in Ihrem Ansatz „Deutsch digital“ nur die klassischen Medien oder ergeben sich auch neue Perspektiven?

Natürlich arbeiten wir auch noch mit Buch, Heft und Stift. Im Augenblick ergänzen die digitalen Medien die klassischen Unterrichtswerkzeuge. Aber mit Laptops, digitalen Tafeln und Lernplattformen können wir das Lernen noch besser individualisieren und die Schüler zu selbstständigem Arbeiten anleiten. Lernen kann als Arbeit in Projekten organisiert werden und bekommt damit mehr Sinn und Motivation.

DL: Sind es die besonders interessierten Lehrer die an Ihren Fortbildungen teilnehmen, oder glauben Sie, dass mittlerweile alle Lehrer über ein Basiswissen zum Umgang mit digitalen Medien verfügen?

Die meisten Lehrer verfügen heute über einen PC und nutzen diesen auch zur Unterrichtsvorbereitung und zur Verwaltung ihrer Materialien. Es ist deshalb unglaublich, dass Lehrer selbst für die Anschaffung und Finanzierung ihrer EDV-Ausrüstung aufkommen müssen. Die Anzahl der PC-Arbeitsplätze in den Schulen ist meistens viel zu gering. – Der Einsatz der digitalen Medien im Unterricht ist aber noch einmal eine besondere Herausforderung: Die Durchführung einer effektiven Lernsituation in einem PC-Raum mit 28 Schülern setzt eine reibungslose Nutzung der Computer und des Netzwerkes voraus. Hier mangelt es immer noch an professionellen Support-Lösungen.

DL: Deutschland fällt laut OECD beim Einsatz digitaler Medien im Unterricht hinter anderen Ländern weit zurück. Was müsste Ihrer Meinung nach passieren, damit der Einsatz digitaler Medien im Unterricht deutlich verstärkt würde?

Ihre Informationen stimmen und das ist eigentlich erschreckend. Als führendes Wirtschaftsland in Europa sind wir auf umfassende und schnelle Information und Kommunikation angewiesen. In der Berufsausbildung und im Studium werden Kompetenzen im Umgang mit dem Internet, mit Office-Programmen und mit Arbeitsplattformen vorausgesetzt. Das müssen wir in den weiterführenden Schulen vorbereiten und das verlangt ganz einfach mehr Geld für Hardware und Support. Die Lehrer stehen eigentlich bereit und haben in den letzten Jahren auch die Kompetenz erworben. Nun bedarf es allerdings auch noch einer Ausdünnung der Lernpläne, damit die Schüler Zeit bekommen, umfassende Themenprojekte wirklich selbständig und verantwortlich bearbeiten und anschließend präsentieren zu können.

DL: Sind dies heute andere Herausforderungen als vor 15 Jahren, was hat sich Ihrer Meinung nach verändert?

Ich bin seit 10 Jahren als Medienberater in unserer Region tätig.

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17.01.2011
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