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Datum:
13.12.2010
Autor:
Redaktion
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http://www.digital-lernen.de/nachrichten/schulpraxis/einzelansicht/artikel/wenig-systematischer-einsatz-digitaler-medien-in-den-schulen-lehrer-sehen-eher-die-risiken.html
Title:
Wenig systematischer Einsatz digitaler Medien in den Schulen – Lehrer sehen eher die Risiken
Kategorie:
Schulpraxis
Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen     

Wenig systematischer Einsatz digitaler Medien in den Schulen – Lehrer sehen eher die Risiken

Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen
Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen     
© Landesanstalt für Medien NRW

Die Mathematikstunde beginnt und statt des Abschreibens aus dem Lehrbuch, fordert der Lehrer seine Schüler zum Aufklappen des Laptops auf. Was eigentlich nach 20 Jahren IT-Einsatz an den Schulen überall Normalität sein sollte, ist häufig jedoch die Ausnahme. Anstelle einer systematischen Schulung der Lehrer, dem nachhaltigen Aufbau einer IT-Infrastruktur, wurde nur punktuell und unsystematisch gehandelt. Art und Umfang des Medieneinsatzes sind oftmals von persönlichen Vorlieben der Lehrkräfte abhängig. Zu diesem Ergebnis kommt nun auch die neueste Studie der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen.

Zwar setzen immer mehr Lehrkräfte in Nordrhein-Westfalen digitale Medien im Unterricht und zur Förderung der Medienkompetenz ein, jedoch nutzen nur knapp die Hälfte der Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen den Computer mindestens einmal im Monat. Nur 15 Prozent der Lehrkräfte setzen die digitalen Medien mehrmals in der Woche ein, ganz auf ihre Nutzung verzichten allerdings nur noch fünf Prozent. Rund 40 Prozent der befragten Lehrkräfte lassen auch ihre Schülerinnen und Schüler gelegentlich mit digitalen Medien arbeiten. Die technischen Rahmenbedingungen sind allerdings stark ausbaufähig. Eine systematische Schulentwicklung unter Berücksichtigung des Medienwandels gibt es bisher nur in wenigen Schulen. Leitmedien in der Schule sind nach wie vor die Zeitung und das Fernsehen, die digitalen Medien sind hier aber auf dem Vormarsch. Die überwiegende Mehrheit der Lehrkräfte nimmt eine skeptische Perspektive gegenüber den Medieneinflüssen auf die Schülerinnen und Schüler ein und sieht vor allem Risiken – während die Lehrkräfte ihre eigenen Kompetenzen durchschnittlich als gut einschätzen. „Die Medienintegration wird aus Sicht der Lehrkräfte höchst ambivalent bewertet. So wissen sie zwar über die Potenziale der digitalen Medien Bescheid, ihre Umsetzung in den Unterricht fällt ihnen aufgrund von Zugangsbarrieren und fehlender didaktischer Konzepte aber eher schwer", stellte Prof. Dr. Andreas Breiter als wissenschaftlicher Leiter der Studie fest. LfM-Direktor Dr. Jürgen Brautmeier sagte, die Studie zeige, dass die Integration der digitalen Medien in den schulischen Alltag noch ausgebaut werden müsse: „Die Verbesserung der technischen Rahmenbedingungen sowie die verstärkte Qualifizierung der Lehrkräfte sind hierfür wesentliche Voraussetzungen.“ Die LfM, die in der Lehrerqualifikation seit langem tätig sei, sei bereit, sich in diesem Bereich noch stärker zu engagieren. Die Ergebnisse des Forschungsprojekts werden in der LfM-Schriftenreihe Medienforschung publiziert.

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Schulpraxis
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