Über diesen Artikel
Datum:
23.03.2012
Autor:
Sven Becker
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URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/schulpraxis/einzelansicht/artikel/strukturiertes-medienkonzept-bringt-digitales-lernen-voran.html
Title:
Strukturiertes Medienkonzept bringt digitales Lernen voran
Kategorie:
Schulpraxis
redaktion sven becker

Strukturiertes Medienkonzept bringt digitales Lernen voran

Seit Jahren ist die Regionale Schule Otto-Lilienthal in Rostock durch einen Mix an Projekten beispielhaft in der Medienerziehung. Die Schüler betreiben eine Redaktion, machen Radio und drehen Videos. Für das Videomagazin „Überflieger“ gab es im letzten Jahr sogar den Medienkompetenz-Preis Mecklenburg-Vorpommern für schulische Projekte. Durch die Teilnahme am Schulversuch „Schulische Medienbildung in Mecklenburg-Vorpommern“ von 2008 bis 2011 konnte die Medienschule ihre Arbeit in dieser Richtung noch weiter vertiefen.

Für Detlef Godomski ist Medienerziehung in der Schule längst nichts Besonderes mehr. Der Leiter der Lilienthalschule empfindet es als selbstverständlich, seine Schüler an die Arbeit mit digitalen Medien heranzuführen. Die Medien seien einfach ein Teil ihrer Lebenswelt und die Schule müsse den Medienalltag der Jugendlichen berücksichtigen.

Drei Phasen des Medienkonzepts

Schon 2006 wurde das schulinterne Medienkonzept erarbeitet. Das Ziel war klar: die Medienkompetenz von Schülern und Lehrkräften deutlich zu steigern. Der Schulversuch erweiterte die Projekte in drei Phasen: im ersten Jahr konzentrierte man sich auf den Ganztagsbereich der Schule, im zweiten auf den Wahlpflichtbereich und im dritten ging es an die Integration der Medienarbeit in den Fachunterricht. Dazu wurden neue Medien in allen Fächern eingesetzt. Besonders erwähnenswert ist der Medienkurs, den die Schule in jeder Klassenstufe in drei Wochenstunden anbietet. Die Schüler lernen dort den Umgang mit den digitalen Medien – sie programmieren Websites und bereiten ihre Referate mit Präsentationssoftware auf.

Nur 4,3 Schüler teilen sich einen Computer

Für die knapp 300 Schüler und 25 Lehrer  gibt es jetzt in der Schule 61 PCs und 9 Laptops. Dazu kommen acht Whiteboards. Das ist zwar eine gute Schüler-Computer-Relation von 4,3 - lässt aber Wünsche offen. Alle Rechner sind per DSL-Router mit dem Internet verbunden. Die Bandbreite beträgt 1000kbit/s, das ist zwar nicht schnell, genügt den Ansprüchen aber noch, weil nicht alle Rechner zugleich im Netz unterwegs sind. Der Server und das Netzwerk der Schule werden von zwei Informatiklehrern betreut, die zentrale Systemadministration übernimmt der Schulträger.

Lehrer können für den Fachunterricht die Computerräume nutzen oder Laptops mit in die Klassen nehmen. In den Medienecken arbeiten die Schüler in Gruppen an Projekten, an Radio- und Filmideen; die Arbeit an diesen Projekten ist dabei jahrgangsübergreifend, legen die digitalen Medien doch nahe, die starre Kopplung von Alter und Lerninhalt zu lösen. Nicht zuletzt ist das Fortbildungskonzept für die Lehrer dem rasanten Wandel angemessen: Einmal im Jahr bringen sie sich gemeinsam auf den neuesten Stand, dazwischen vertiefen Multiplikatoren die Kenntnisse der Kollegen situativ.

Ein Problem sind die Finanzen – da geht es der Lilienthalschule wie allen anderen. Die regulären Mittel kommen zum Teil aus dem Haushalt des Schulträgers, aus Spenden und aus dem Schulverein. Das Geld, das mit dem Projekt geflossen war, wird nun fehlen, die regulären Mittel reichen nur zur Instandhaltung, echte Verbesserungen der IT-Infrastruktur werden damit kaum möglich sein.

Noch Bedarf an Lernmanagement-System

Die Lilienthalschule arbeitet bereits auf einem hohen Niveau, doch aus medienpädagogischer Perspektive könnte noch einiges getan werden: So fristet das Internet ein Schattendasein als Nachschlagewerk. Ein Lernmanagement-System könnte den Unterricht für ergänzende E-Learning- bzw. Blended-Learning-Szenarien öffnen. Kooperatives Lernen in Communities of Inquiery oder WebQuests sind Beispiele für netzbasierte Lernszenarien, die die Schüler zusätzlich auf eine Lebenswelt vorbereiten können, in der lebenslanges, selbstgesteuertes Lernen den Alltag prägt.

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23.03.2012
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Sven Becker
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Strukturiertes Medienkonzept bringt digitales Lernen voran
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Schulpraxis
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