Über diesen Artikel
Datum:
02.05.2013
Autor:
Sven Becker
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URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/schulpraxis/einzelansicht/artikel/software-challenge-wer-sind-die-besten-programmierer-im-ganzen-land.html
Title:
Software-Challenge: Wer sind die besten Programmierer im ganzen Land?
Kategorie:
Schulpraxis
PC-Tastatur     

Software-Challenge: Wer sind die besten Programmierer im ganzen Land?

PC-Tastatur
PC-Tastatur     
© Thorsten Freyer / pixelio.de

Die Champions League läuft noch bis Mitte Mai. Anschließend dann das Final Eight – die acht besten Schülerteams gegeneinander im KO-System. Das Spiel, um das es hier geht, ist allerdings ein wenig komplizierter als Fußball, macht aber mindestens genau so viel Spaß. Es geht ums Programmieren: Die Software-Challenge. Ausgerichtet wird sie vom Institut für Informatik der Christian-Albrechts-Universität Kiel für Schulen aus ganz Deutschland.

Die Software-Challenge basiert auf einem Brettspiel. In jedem Jahr ein neues – manchmal angelehnt an ein Spiel, das es schon gibt, z.B. „Einfach genial“, und manchmal eins, das die Mitarbeiter des Instituts für die Software-Challenge selbst entwerfen. Die Aufgabe der Schüler-Teams: einen Computerspieler für dieses Spiel zu entwickeln. Sie sollen eine Strategie entwerfen und ein Programm schreiben, das möglichst gute Züge macht, egal in welcher Spielsituation. Um den Schülern den Einstieg zu erleichtern, liegt auf einem Server bereits ein Musterclient – ein verhältnismäßig dummer Computerspieler, der aber die prinzipiellen Strategien veranschaulicht, an die die Schüler anknüpfen können. Sind die Teams mit ihren Programmen fertig, beginnt der Wettbewerb, in dem die verschiedenen Computerspieler gegeneinander antreten. Die Schüler analysieren die Ergebnisse der Spiele und können ihre Computerspieler so laufend während der Wettbewerbsphase verbessern.

Mit der Software-Challenge will das Kieler Informatik-Institut – ganz grundlegend – spielerisch die Begeisterung für die Informatik wecken, indem die Schüler den Computer aus Sicht des Programmierers kennenlernen. Darüber hinaus vermittelt die Aufgabe einen Einblick in moderne Methoden der Softwareentwicklung und übt die Schüler darin, gemeinsam Strategien und Algorithmen zu entwickeln. Auch der Informatik-Unterricht in Kursen der gymnasialen Oberstufe wird durch die Teilnahme attraktiver, denn die Mitarbeiter der Uni unterstützen die Lehrkräfte, wie Manfred Schimmler, Professor für Informatik in Kiel und Initiator des Projekts, erzählt: „Jede Schule, die mitmacht, bekommt einen unserer Assistenten zugewiesen. Dieser betreut die Schule während der Entwicklungsphase der Programme. Bei den von Kiel aus erreichbaren Schulen ist es sogar so, dass unser Mitarbeiter dort am Unterricht teilnimmt. Bei den weiter entfernten Schulen ist es eine Unterstützung über das Internet. Auf diese Weise bekommen auch die Lehrerinnen und Lehrer die Möglichkeit, sich in dem Projekt unter fachkundiger Aufsicht in der Didaktik des Programmierens weiterzubilden, was von den meisten als ausgesprochen positiv aufgenommen wird.“

Ursprünglich hatte der Fokus des Projekts darauf gelegen, mehr Schüler für das Informatik-Studium zu gewinnen, denn es gab viel zu wenige. Das war vor zehn Jahren. Mittlerweile ist das Studium überlaufen, und der Zweck der Challenge hat sich gewandelt. Denn „viele Studienanfänger sind nicht geeignet für die Informatik. Wir bekommen die Falschen, aber wollen natürlich die Richtigen.“ Dass es zum Teil die Falschen sind, zeige die hohe Abbrecherquote im Informatik-Studium – etwa die Hälfte der Studenten springe wieder ab. Das hat zum Einen damit zu tun, dass junge Menschen nach dem Abitur nun einmal oft noch nicht genau wissen, wohin es im Leben gehen soll. Verschiedenes auszuprobieren und wieder zu verwerfen ist ein normaler Prozess und kein Grund zur Sorge. Ein Problem sind allerdings die falschen Vorstellungen, die oft mit dem Informatik-Studium verknüpft werden. Schimmler: „Das Informatik-Studium wirkt attraktiv, vielen Anfängern sind jedoch der hohe Mathematik-Anteil und die obligatorischen Englischkenntnisse nicht bewusst, die für ein erfolgreiches Studium unabdingbar sind.“ Und so mangelt es heute an Absolventen.

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02.05.2013
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Sven Becker
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