Über diesen Artikel
Datum:
01.06.2012
Autor:
Sven Becker
Aktionen:
Drucken
URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/schulpraxis/einzelansicht/artikel/schweizer-kanton-solothurn-stattet-schulen-mit-tablet-computern-aus.html
Title:
Schweizer Kanton Solothurn stattet Schulen mit Tablet-Computern aus
Kategorie:
Schulpraxis
iPad im Unterricht

Schweizer Kanton Solothurn stattet Schulen mit Tablet-Computern aus

iPad im Unterricht

iPad im Unterricht

„MyPad – die digitale Schiefertafel schlägt zurück" heißt es ab Sommer im Schweizer Kanton Solothurn. Im Schuljahr 2012/13 wird ein Best-Practice-Beispiel für den Einsatz von Tablet-Computern im Schulunterricht entwickelt. Dazu werden zwölf Klassen aus Primarschulen und der Sekundarstufe I für ein Jahr mit iPads ausgerüstet. Alle beteiligten Lehrer und Schüler erhalten ein eigenes Gerät, das sie in der Schule und zuhause nutzen können. Ziel des Schulversuchs ist  herauszufinden, „wie mobile und persönliche Geräte den Schulalltag und das Lern- und Arbeitsverhalten der Schülerinnen und Schüler verändern“, sagt Andy Schär, Leiter der imedias-Beratungsstelle für digitale Medien in Schule und Unterricht. Darüber hinaus werde sich zeigen, „welche inhaltlichen, organisatorischen und wirtschaftlichen Herausforderungen zu bewältigen sind, wenn mobile Geräte Teil einer didaktischen Umgebung werden, ergänzt Andreas Walter, Vorsteher des Amts für Volksschule und Kindergarten im Departement für Bildung und Kultur des Kantons Solothurn.

Seit vier Jahren schon ist Medienbildung als eigenes Schulfach im Curriculum des Kantons verankert. Allerdings sind seit 2008 wichtige medienpädagogische Themen hinzugekommen, von denen vor vier Jahren noch nicht einmal die Rede war. Walter nennt als Beispiel die nötige Kompetenz im Umgang mit sozialen Netzwerken. Es gelte deshalb, die Standards regelmäßig den gesellschaftlichen und technologischen Entwicklungen anzupassen. Das myPad-Projekt ist davon ein Teil: „Einerseits geht es um die Weiterentwicklung des Fachs Medienbildung, andererseits generell um Unterrichtsentwicklung. Diese Überlegungen entstanden auch aus der Idee heraus E-Learning weiter zu entwickeln“, sagt Walter.

Das Gerät der Wahl ist der Tablet-Computer. Denn die Tablets verhelfen neuen Ansätzen mediengestützter Lernszenarien „tatsächlich zum Durchbruch und erfüllen manchen Wunsch im Klassenzimmer“, so Walter. Die „Technikschwelle“ sei gering und es gäbe keine technischen Probleme, was die Akzeptanz der Lehrer fördere. Weitere Vorteile seien die intuitive Bedienung, die Touch-Technologie, die kurze Startzeit, die Multimediafähigkeit sowie gute und leicht nutzbare Programme wie Garageband, Keynote, iPhoto oder iMovie. Kritisch schätzt er allerdings die systematische Geschlossenheit der iPads ein: „Es hat zwar den Vorteil, dass vorkonfigurierte Geräte nicht mit unerwünschten Apps geladen werden können. Gleichzeitig schränkt es auch ein, indem beliebte Programme von Apple auf einem WindowsPC nicht funktionieren, in einer gemischten Umgebung ein grosser Nachteil.“ Auch die in iBooks Author durch Lehrer selbst erstellten digitalen Schulbücher können auf anderen Betriebssystemen nicht geöffnet werden. Für den Moment fiel die Entscheidung trotzdem zu ihren Gunsten aus.

Die Tablets seien für viele Lernfelder zu nutzen: Recherchieren, Kommunizieren, Trainieren. Dabei lernten die Schüler einen reflektierten Umgang mit den aktuellen digitalen Technologien, insbesondere dem sogenannten Social Web. Der Unterricht basiere auf mobilem und kooperativem Lernen in fächerübergreifenden Settings. „Damit wird eine handlungsorientierte Medienbildung stark erleichtert, nimmt die Mediengewohnheiten der Schüler auf und fördert einen reflektierten Umgang durch eigenes Handeln“, beschreibt Walter den medienpädagogischen Ansatz.

Darüber hinaus können im Projekt myPad „Richtlinien und Empfehlungen erarbeitet werden, welche im Endeffekt allen Gemeinden zu Gute kommen. So entfallen teure und auch risikoreiche Pilotprojekte“, führt Schär aus. Die zwölf Projektklassen dienen als exemplarische Beispiele, aus denen nach Projekt-Abschluss ein Best-Practice-Szenario für den gesamten Kanton abgeleitet werden soll. Die Kosten für das Projekt werden vollumfänglich vom Kanton übernommen. Auf ein Sponsoring wird gänzlich verzichtet.

Über diesen Artikel
Datum:
01.06.2012
Autor:
Sven Becker
Aktionen:
Drucken
URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/schulpraxis/einzelansicht/artikel/schweizer-kanton-solothurn-stattet-schulen-mit-tablet-computern-aus.html
Title:
Schweizer Kanton Solothurn stattet Schulen mit Tablet-Computern aus
Kategorie:
Schulpraxis
iPad im Unterricht
Diesen Artikel teilen