Über diesen Artikel
Datum:
27.04.2012
Autor:
Sven Becker
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URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/schulpraxis/einzelansicht/artikel/schulen-in-mecklenburg-vorpommern-sollen-sich-selbst-ueberpruefen.html
Title:
Schulen in Mecklenburg-Vorpommern sollen sich selbst überprüfen
Kategorie:
Schulpraxis
Schüler lernen mit digitalen Medien

Schulen in Mecklenburg-Vorpommern sollen sich selbst überprüfen

Schüler lernen mit digitalen Medien

Nach der Vorlage der Untersuchung zur Medienbildung an ausgewählten Schulen in Mecklenburg-Vorpommern, startet nun die Selbstevaluationsphase. Die Schulen sind aufgerufen mit Hilfe eines Fragebogens ihre Stärken und Schwächen zu analysieren und vergleichbar zu machen. Der Fragebogen steht im Internet offen zum Download zur Verfügung.

Die Selbstevaluation soll die Qualitätsentwicklung auf allen Ebenen der Schule unterstützen und so  den Unterricht, die Organisation und die Personalentwicklung verbessern helfen. Das Konzept unterscheidet dazu sieben zentrale Qualitätsbereiche: Schulisches Lernen, Transparenz, Kooperation, Steuerung und Organisation, Qualifikation, Schulprogramm, Rahmenbedingungen. Für die Bereiche wurde jeweils ein anschaulicher Leitsatz entwickelt, der ein zeitgemäßes Medienbildungsziel formuliert. Wie nahe die Schule diesem Ziel bereits ist, kann mit den Indikatoren überprüft werden.

Der Leitsatz zum schulischen Lernen lautet: „Schülerinnen und Schüler können beim Lernen selbstbestimmt und verantwortungsbewusst mit Medien und Medientechnik umgehen und nutzen diese zur Umsetzung von Lernzielen.“ Ob diese Aussage für die Schule zutrifft, wird anhand von Indikatoren überprüft, darunter etwa: „Das Lernen basiert auf schülerbezogenen Lernkonzepten, die die vielfältige Nutzung unterschiedlichster Medien ermöglichen.“ Oder: „Der kritische und reflexive Umgang mit Medien wird vom pädagogischen Personal als Bildungs- und Erziehungsaufgabe erkannt und angenommen und ist immanenter Bestandteil des lernbegleitenden Handelns.“ Ja oder Nein?

Auch der IT-Infrastruktur der Schule ist ein eigener Leitsatz gewidmet: „Die Schule verfügt über geeignete Rahmenbedingungen und Ressourcen für die Umsetzung von Lernarrangements mit und über Medien.“ Ein Indikator dafür ist: „Ein zeit- und ortsunabhängiger Zugang zu Inhalten und Ergebnissen wird barrierefrei gewährleistet.“ Ja oder Nein?

Die Leitsätze dienen den Schulen als Orientierungsrahmen. Sie können damit strukturiert analysieren, auf welchem Medienentwicklungsstand sie sich befinden und wo weitere Verbesserungen ansetzen müssen. Dieser Rahmen soll nach der Projektphase allen Schulen in Mecklenburg-Vorpommern zur Verfügung stehen. Ein weiteres Ziel des Projekts ist es, aus der Selbstevaluation den konkreten Fortbildungsbedarf der Lehrer ableiten zu können. Medienbildung soll so „als mehrdimensionale pädagogische Zielgröße und Schlüsselkompetenz der Gegenwart“ in den Schulen umgesetzt werden. Nicht zuletzt sollen die Schulen auch die Leitthemen und Aufgaben des Rahmenplans „Medienerziehung“ des Landes schulspezifisch umsetzen und ihre Ergebnisse dokumentieren können.

 

Das Selbstevaluationsinstrument wird in einem neuen Schulversuch mit 16 Versuchsschulen unter steiger fachlicher Begleitung und Beratung erprobt. Dies hat zum einen den Zweck, dabei die Selbtsevaluation selbst als Instrument zu untersuchen und anzupassen und zum zweiten, die Schulen aktiv bei ihrer Entwicklung zu unterstützen.

 

Die Idee der  Selbstevaluation der Schulen leitet sich aus dem Konzept der selbständigen Schule ab. Die Schule hat dabei weitgehende Freiheiten bzgl. des Unterrichts, der Medien und Inhalte um ein vorgegebenes Bildungsziel zu erreichen. In diesem Rahmen soll der Schüler Regisseur seines eigenen Lernprozesses sein, der Lehrer nimmt in diesem Konzept zunehmend eine Moderatorenfunktion ein. Die Autoren vergessen jedoch auch nicht das Ideal einer allgemeinen Bildung: man findet zentrale Gedanken der Aufklärung wieder, und auch Humboldts Idee der individuellen Kräfteentfaltung klingt im Vorwort an. Das Verbinden dieser beiden Perspektiven ist wichtig. Das Lernen in Selbststeuerung und digitalen Medien muss in diesem Sinn von Lehrern begleitet werden, die den Schülern dabei helfen, erworbene Kompetenzen in Bildung umzuwandeln und so den Weg von zweckgebundenen Kenntnissen zum lebensweltlichen Orientierungswissen zu gehen.

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27.04.2012
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Sven Becker
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Schulpraxis
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